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Schleswig-Holstein Mord mit zerstückelter Leiche blieb lange unentdeckt – Täter bekommen lebenslang

Ein Foto vom Prozessauftakt im vergangenen August: Die beiden Angeklagten verdecken ihre Gesichter
Ein Foto vom Prozessauftakt im vergangenen August: Die beiden Angeklagten verdecken ihre Gesichter. Jetzt wurden sie jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt.
© Carsten Rehder
Heimtückischer Mord in Schleswig-Holstein: In einem Aufsehen erregenden Prozess um eine lange Zeit unentdeckte Tat fiel jetzt das Urteil. Das Opfer war einbetoniert worden.

Im Fall eines fast zwei Jahre unentdeckten Mordes mit einer zerstückelten Leiche auf einem schleswig-holsteinischen Bauernhof sind die beiden Angeklagten am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe sprach eine 39-Jährige und ihren 48-jährigen Lebensgefährten schuldig, den früheren Partner der Frau heimtückisch getötet und die Leiche versteckt zu haben.

In dem Fall ist inzwischen auch die minderjährige Tochter der Angeklagten als potenzielle Mittäterin angeklagt. Gegen sie wird ab Mittwoch in einem separaten Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Itzehoe unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Die Tochter galt zunächst lediglich als Zeugin der Ereignisse.

Eine karte von Google Maps zeigt einen Teil Schleswig-Holsteins
Der Mord geschah in Dammfleth in der Nähe der schleswig-holsteinischen Kreisstadt Itzehoe
© Google Maps

Mord an Lebensgefährten blieb lange Zeit unentdeckt

In dem unübersichtlichen Fall geht es um den Mord am früheren Freund der 39-Jährigen. Beide lebten gemeinsam mit ihren zwei Töchtern auf einem Bauernhof bei Dammfleth im Westen Schleswig-Holsteins. Die Frau meldete ihren Lebensgefährten schließlich im April 2017 als vermisst.

Hinweise auf ein Verbrechen gab es über lange Zeit nicht. Erst später wandten sich ehemalige Freunde der Tochter mit entsprechenden Hinweisen an die Polizei, weil diese ihnen gegenüber von der Tat erzählt hatte. Die Beamten ermittelten und durchsuchten im März vergangenen Jahres den Hof, wobei sie auf die Leiche des Vermissten stießen.

Diese war zerstückelt worden, wobei einzelne Teile im Boden eines Stalls vergraben und in Betonteilen in einem Graben versenkt worden waren. Die Frau und ihr neuer Freund, mit dem sie seit dem Verschwinden des Opfers auf dem Hof zusammenlebte, kamen wegen Mordverdachts in Haft.

Neuer Freund tötete das Opfer per Kopfschuss

Nach Überzeugung des Gerichts schmiedeten beide den Plan, den damaligen Lebensgefährten der Frau zu erschießen. Der Angeklagte wollte danach dessen Platz einnehmen. Mutter und Tochter lockten das Opfer unter einem Vorwand in ein Zimmer, in dem sich der neue Partner der Frau versteckte. Dieser tötete den Freund der Frau dann per Kopfschuss.

Schleswig-Holstein: Mord mit zerstückelter Leiche blieb lange unentdeckt – Täter bekommen lebenslang

Der Angeklagte versteckte die Leiche anschließend auf dem Hof, wobei er diese später wieder ausgrub, zerteilte und erneut versteckte. Zum Zeitpunkt der Anklage war die mutmaßliche Tatbeteiligung der minderjährigen Tochter noch unbekannt. Diese kristallisierte sich später heraus.

anb AFP

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