Myanmar 128.000 Tote durch Zyklon befürchtet


Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Zyklon in Myanmar könnte nach Einschätzung des Roten Kreuzes auf bis zu 128.000 steigen. Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass der Zyklon "Nargis" rund 60.000 Tote oder Vermisste in dem südostasiatischen Land hinterlassen hat.

Nach dem verheerenden Zyklon in Myanmar könnte die Zahl der Todesopfer nach Einschätzung des Roten Kreuzes auf bis zu 128.000 steigen. Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass Zyklon "Nargis", der am 2. und 3. Mai über Myanmar hinwegzog, rund 60.000 Tote oder Vermisste in dem südostasiatischen Land hinterließ. Bis zu zwei Millionen Menschen sind obdachlos und haben kaum mehr Nahrungsmittel oder Zugang zu frischem Wasser.

Das verzweifelte internationale Ringen um die Versorgung der Opfer der Unwetterkatastrophe geht derweil weiter. Die Vereinten Nationen warnten eindringlich vor einer "zweiten Todeswelle", wenn die Hilfe für die Menschen im Irrawaddy-Delta nicht in großem Stil beginnen könne. Die Militärjunta will keine Hilfe von ausländischen Experten in größerem Umfang annehmen.

UN-Sprecherin Amanda Pitt sagte in Bangkok, ein neuer Zyklon bilde sich derzeit nordwestlich des Fluss-Deltas. Die beobachtete Wetterfront habe das Potenzial, sich in den nächsten 24 Stunden zu einem bedeutenden tropischen Zyklon zu entwickeln, erklärte das US-Zentrum für Taifunbeobachtung, das mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet. Die wegen der Verweigerungshaltung der Militärjunta nur schleppend anlaufende Hilfe für bis zu zwei Millionen Menschen in der Region könnte durch einen neuen Wirbelsturm vollends zunichte gemacht werden, warnte UN-Sprecherin Pitt.

Nach wie vor verbietet die Junta ausländischen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, im Katastrophengebiet zu helfen. Eine Gesandte des Internationalen Roten Kreuzes durfte sich jedoch ein Bild von der Lage vor Ort machen. Das thailändische Gesundheitsministerium erklärte, ein thailändisches Mediziner-Team habe die Erlaubnis erhalten, ins besonders schwer getroffene Irrawaddy-Delta zu reisen. Das Team soll am Freitag die Arbeit aufnehmen.

Es wären die ersten ausländischen Helfer, die Zugang zu der Region erhielten. Wegen der Blockadehaltung der Militärjunta bei den Hilfseinsätzen hofft die Bundesregierung auf chinesische Unterstützung. Nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" wirbt sie intensiv bei der chinesischen Regierung, um mit ihrer Unterstützung deutsche Hilfsgüter und Helfer in das Katastrophengebiet zu bringen. Das Bundesaußenministerium bestätigte ein Telefonat Steinmeiers mit seinem chinesischen Kollegen Yang Jiechi. Myanmar stimmte unterdessen zu, an einer Krisensitzung der Südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN teilzunehmen. Aus Diplomatenkreisen auf den Philippinen verlautete, das Treffen solle am Montag in Singapur stattfinden.

AP AP

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