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News des Tages: Brücke auf Sardinien nach heftigem Regen eingestürzt

Zahl der Toten auf Mallorca nach Unwetter auf zehn gestiegen +++  Weißer Ring fürchtet mehr Gewaltopfer durch AfD +++ Wirbelsturm "Michael" erreicht Hurrikan-Stufe 4 +++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Italien, Cagliari: Die Luftaufnahme zeigt die eingestürzten Brücke über den Fluss Santa Lucia

Italien, Cagliari: Die Luftaufnahme zeigt die eingestürzten Brücke über den Fluss Santa Lucia an der Straße von Cagliari nach Capoterra

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • 21.57 Uhr: Brücke auf Sardinien nach heftigem Regen eingestürzt
  • 19.54 Uhr: Hurrikan "Michael" in Florida auf Land getroffen
  • 19.48 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel optimistisch über Brexit-Gespräche
  • 17.29 Uhr: Zahl der Toten auf Mallorca nach Unwetter auf zehn gestiegen
  • 15.08 Uhr: Nahles Kündigt Abschied von Agenda 2010 an

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:   


+++ 21.57 Uhr: Brücke auf Sardinien nach heftigem Regen eingestürzt +++

Nach heftigen Regenfällen ist eine Brücke auf Sardinien eingestürzt. Die Brücke über einen Fluss nahe der Hauptstadt Cagliari im Süden der italienischen Mittelmeerinsel stürzte auf einer Länge von mehreren Metern ein, wie auf Bildern der Feuerwehr zu sehen war. Der Fluss war wegen der Unwetter über die Ufer getreten. Weil die Wassermassen ein Loch in die Fahrbahn gerissen hatten, war die Straße schon vor dem Einsturz gesperrt.

Mitte August waren beim Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua in Norditalien 43 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche Autos stürzten in die Tiefe. Die italienische Justiz ermittelt gegen eine Reihe von Beschuldigten und gegen die Betreiberfirma Autostrade per l'Italia (Aspi).

+++ 19.54 Uhr: Hurrikan "Michael" in Florida auf Land getroffen +++

Mit großer Wucht ist der Hurrikan "Michael" an der Küste des US-Bundesstaats Florida auf Land getroffen. Der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier sei in der Nähe von Mexico Beach in Florida mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf die Küste gestoßen, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum auf Twitter mit. Das Zentrum warnte besonders vor Sturmfluten, die eine Höhe von mehr als vier Metern erreichen könnten. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump vor der Wucht des Sturms gewarnt, der sich zu einem "Monster" ausgewachsen habe.

+++ 19.48 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel optimistisch über Brexit-Gespräche +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist optimistisch über den Verlauf der Brexit-Verhandlungen. Die Signale aus Brüssel seien sehr positiv, sagte Merkel in Den Haag. Wenn man bei den Verhandlungen über den Austrittsvertrag ein Stück weiterkommen könne, "dann wäre das ein sehr gutes Signal". Merkel warnte aber auch vor voreiligem Jubel: "Manchmal liegt die Tücke im Detail." Die Bundeskanzlerin war mit ihrem niederländischen Amtskollegen Mark Rutte zu einem Arbeitsessen zusammen gekommen. Sie sollten über europäische Themen beraten vor dem kommenden EU-Gipfel.

+++ 19.36 Uhr: Perus Oppositionsführerin Fujimori festgenommen +++

Die peruanische Polizei hat Oppositionsführerin Keiko Fujimori unter Korruptionsverdacht festgenommen. Die Ermittler werfen der Tochter des früheren Staatschefs Alberto Fujimori vor, in die weitverzweigte Korruptionsaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt zu sein, wie ihre Anwältin  mitteilte. Die 43-jährige Fujimori wurde demnach von der Staatsanwaltschaft zu dubiosen Wahlkampfspenden befragt. Anschließend ordnete ein Richter an, sie für zehn Tage in Untersuchungshaft zu nehmen.    

Im Zuge der Ermittlungen, bei denen es um Spenden an die rechtsgerichtete Partei Fuerza Popular für Fujimoris Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2011 geht, wurden noch 19 weitere Verdächtige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die drei Ex-Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski, Alan García und Alejandro Toledo, die als Spenden getarnte Schmiergelder von Odebrecht erhalten haben sollen.

+++ 19.15 Uhr: Ärzte ohne Grenzen müssen Hilfe für Migranten auf Nauru einstellen +++

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat ihre Hilfe für gestrandete Asylbewerber auf der Pazifikinsel Nauru aufgeben müssen. Die Regierung von Nauru habe die NGO aus dem von Australien finanzierten Migrantencamp verbannt, bestätigte MSF. Auf der Insel hatte MSF sowohl Einwohner als auch Migranten, die auf Asyl in Australien warten, psychologisch und sozial betreut. Der Entscheidung der Inselregierung waren Berichte vorausgegangen, wonach laut Helfern gerade Flüchtlingskinder unter lebensbedrohlichen psychischen Probleme litten. 

Auf Nauru befinden sich derzeit etwa 900 Menschen, darunter 120 Kinder, deren ursprüngliches Ziel Australien war. Seit Juli 2013 lässt die Regierung in Canberra keine Flüchtlingsboote mehr anlegen. Stattdessen wurden seitdem mehr als 3100 Asylsuchende in von Australien bezahlte Internierungslager in den Mini-Staat Nauru und auf die zu Papua-Neuguinea gehörende Insel Manus gebracht. Die USA hatten die Aufnahme von 1200 Flüchtlingen von beiden Inseln versprochen, bisher konnten aber lediglich 450 Menschen übersiedeln. 

+++ 18.48 Uhr: EU hält Brexit-Durchbruch binnen einer Woche für möglich +++

Die Europäische Union setzt auf einen Durchbruch in den Brexit-Verhandlungen bis zum EU-Gipfel in genau einer Woche. Dafür werde Tag und Nacht verhandelt, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier in Brüssel. Bis zum 17. Oktober solle ein Austrittsabkommen "in Reichweite" sein. "So versuchen wir, die Chancen auf einen geordneten Rückzug zu maximieren und die Kosten des Brexits für die Wirtschaft und für unsere Unternehmen zu minimieren."

Zuletzt war auf beiden Seiten die Zuversicht gewachsen, dass das Abkommen rechtzeitig zustande kommt. Damit würde nach dem Brexit-Datum am 29. März 2019 eine knapp zweijährige Übergangsphase starten, in der sich fast nichts ändert. Platzen die Verhandlungen, würde ein plötzlicher und vermutlich chaotischer Bruch drohen.

+++ 18.40 Uhr: New Yorks Ex-Bürgermeister Bloomberg ist wieder bei den US-Demokraten +++

Der Milliardär und ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ist zu den US-Demokraten zurückgekehrt. Bloomberg verkündete im Online-Netzwerk Instagram, er habe sich vor den Kongresswahlen im November wieder als Demokrat ins Wählerregister eintragen lassen. Die Demokraten, denen er die meiste Zeit seines Lebens angehört habe, seien wichtig für die Aufrechterhaltung der Gewaltenteilung in den USA, "die unser Land so dringend benötigt", erklärte Bloomberg.    

In der US-Geschichte seien entweder die Demokraten oder die Republikaner ein "Bollwerk" gegen diejenigen gewesen, "die unsere Verfassung bedrohen", fügte Bloomberg hinzu. Vor zwei Jahren, also vor der Wahl des Republikaners Donald Trump zum Präsidenten, habe er auf dem Parteitag der Demokraten "vor diesen Bedrohungen gewarnt".    

Der 76-jährige Gründer der gleichnamigen Finanznachrichtenagentur war bis zum Jahr 2001 Demokrat, wechselte dann zu den Republikanern und war seit 2007 parteilos. Bloomberg hat schon mehrfach eine Präsidentschaftskandidatur erwogen. Ob er 2020 antritt, will er nach den Kongresswahlen entscheiden. Er hat aber schon angekündigt, im Fall einer Kandidatur für die Demokraten ins Rennen zu gehen.

+++ 18.12 Uhr: Bulgarien verweigert Auslieferung von Deutschen an die Türkei +++

Der in Bulgarien auf Betreiben der Türkei festgenommene Deutsche Mehmet Y. soll nicht an die Türkei ausgeliefert werden. Das Bezirksgericht von Warna lehnte den Auslieferungsantrag der Türkei ab, wie das Bezirksgericht der bulgarischen Schwarzmeerstadt mitteilte. 

Y. wurde in der Türkei geboren, ist aber deutscher Staatsbürger. Das Gericht verweigerte seine Auslieferung, da er von einem Sondergericht in der Türkei verurteilt worden sei. Der Mann werde in der Türkei aus politischen Gründen gesucht, hieß es. Bulgarien hat in der Vergangenheit Auslieferungsersuchen des Nachbarlandes Türkei in der Regel entsprochen. Der Mann dürfe Bulgarien noch sieben Tage nicht verlassen - dann läuft die Berufungsfrist aus. Der 44-Jährige war am 2. September bei der Ankunft seines Fluges aus Düsseldorf am Flughafen Warna festgenommen worden. Er musste in dem Hotel bleiben, in dem er während seiner Ferien in Warna abgestiegen war.

Für Mehmet Y. liegt ein Fahndungsaufruf der türkischen Behörden vor, der mit einer Verurteilung in der Türkei begründet wurde. Ein Gericht in der türkischen Stadt Adana habe ihn wegen angeblicher Tätigkeit in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK 2005 zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Davon seien noch rund drei Jahre und sieben Monate verblieben.

+++ 17.46 Uhr: Österreich meldet Vorbehalte zum UN-Migrationspakt an +++

Die österreichische Regierung meldet Vorbehalte bei der Zustimmung zum UN-Migrationspakt an. "Wir sehen einige Punkte, die in diesem Abkommen enthalten sein sollen, sehr kritisch", sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien, ohne konkrete Punkt zu benennen. 

Die Regierung werde ihr Vorgehen in dieser Frage noch im Detail besprechen. Laut Kurz sorgt sich die rechtskonservative Regierung in Wien vor allem um Fragen der Souveränität. "Wir wollen in jedem Fall einen Weg gehen, der die Souveränität Österreichs weiter gewährleistet", sagte Kurz. 

Der weltweite Migrationspakt war im Juli ausgehandelt worden und soll Mitte Dezember unterzeichnet werden. Das 34 Seiten lange Dokument soll helfen, Flüchtlingsströme besser zu organisieren und Rechte der Betroffenen zu stärken. In dem Pakt ist von "geteilter Verantwortung" sowie "gegenseitigem Vertrauen, Entschlossenheit und Solidarität" die Rede. Die USA und Ungarn haben sich bereits zurückgezogen. 

+++ 17.10 Uhr: Unwetter auf Mallorca - Zahl der Toten auf zehn gestiegen +++

Nach dem verheerenden Unwetter auf Mallorca ist die Zahl der Toten auf mindestens zehn gestiegen. Unter den Opfern seien zwei britische Urlauber, teilte ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil auf der spanischen Insel mit. Drei Menschen wurden am Nachmittag von Rettungskräften lebend gefunden, sie hatten sich in einen alten Bahnhof gerettet. Ein Kind wurde am Abend nach Angaben des Notdienstes der Balearen noch vermisst. 

Betroffen war in erster Linie der Osten der Insel. Sturzregen verwandelte mancherorts Straßen innerhalb kürzester Zeit in reißende Flüsse. Innerhalb von nur zwei Stunden fielen dort am Dienstagabend nach jüngsten Angaben des Wetterdienstes 233 Liter Wasser vom Himmel. Dramatische Szenen gab es vor allem in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es mehrere Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse.

+++ 16.50 Uhr: AfD-Spitze will drei Mitglieder wegen radikaler Sprüche loswerden +++

Der AfD-Bundesvorstand hat wegen rechtsradikaler Äußerungen Parteiausschlussverfahren gegen drei Mitglieder beschlossen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, hatte der Vorstand bereits am Montag in einer Telefonkonferenz entschieden, Andreas Kühn und Peter Hoppe aus Sachsen-Anhalt loszuwerden. Beide gehören dem Kreisverband Börde an.

Die Parteispitze will den Angaben zufolge auch, dass Lars Steinke aus Niedersachsen die Partei verlässt. Der Bundesvorstand der Jungen Alternative (JA) hatte Steinke zuvor bereits aus der Nachwuchs-Organisation geworfen. Er hatte in einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Verräter bezeichnet. Steinke wehrte sich vor dem Bundesschiedsgericht der JA gegen den Rauswurf, scheiterte jedoch mit seiner Klage.

Parteichef Jörg Meuthen sagte: "Wir gucken sehr genau hin. Dennoch können sich bei rund 33.000 Mitgliedern auch einige dazugesellt haben, deren extremes Gedankengut bei der Aufnahme trotz strenger Kontrollen nicht entdeckt wurde." Von diesen Mitgliedern "wollen wir uns schnellstmöglich trennen".

+++ 16.47 Uhr: Spahn: Impfungen in Apotheken vorbestellbar +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich zu einer flächendeckenden Präsenz von Apotheken in Deutschland bekannt und hält dafür auch zusätzliche Aufgaben für denkbar. Er könnte sich vorstellen, dass in Apotheken geimpft werde, sagte der CDU-Politiker beim Deutschen Apothekertag in München. Angesichts voller Wartezimmer in Praxen sei über Bedingungen, mögliche Bereiche und die Vergütung zu diskutieren. Auch die Ärzte seien ins Boot zu holen.

Der Minister warb dafür, die Digitalisierung des Gesundheitswesens auch im Arzneimittelgeschäft aktiv zu gestalten, statt sich von außen treiben zu lassen. So würden auch elektronische Rezepte kommen. 

Mit Blick auf den Online-Versand von Medikamenten wandte sich Spahn gegen ungleiche Wettbewerbsbedingungen. "So, wie es heute ist mit Versandhandel aus dem Ausland, ist es nicht fair." Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart: "Um die Apotheken vor Ort zu stärken, setzen wir uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein." Spahn äußerte sich nicht genauer dazu, verwies aber auch auf europarechtliche Fragen. Er mache zudem keine Versprechen, die er nicht sicher halten könne.

+++ 16.29 Uhr: Clueso: Ostdeutsche nicht als Nazis abstempeln +++

Der Musiker Clueso hat davor gewarnt, Ostdeutsche pauschal als Nazis zu verurteilen. "Es ist klar, dass nicht alle Ostdeutschen, die wie in Chemnitz auf die Straße gehen, Nazis sind", sagte der 38-jährige Künstler der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Wer das behaupte, schreibe die Menschen ab. Der in Erfurt geborene und aufgewachsene Sänger führt viele Probleme in den neuen Ländern auf Enttäuschungen der Wende- und Nachwendezeit zurück. "Viele fühlen sich scheinbar verlassen." Viele seien über den Tisch gezogen worden.

Inzwischen gebe es viele frustrierte Menschen im Osten. "Sie projizieren ihre schlechte Laune auf die, die noch schwächer sind - die paar Ausländer, die dort leben." Wir müssen diesen Menschen zuhören und mit ihnen sprechen, so Clueso.

+++ 15.49 Uhr: Kein deutscher Alleingang bei Sommer- und Winterzeit +++

In der europaweiten Debatte um eine Abschaffung der Zeitumstellung wird es voraussichtlich keinen deutschen Sonderweg geben. "Ich halte es für relativ unwahrscheinlich, dass wir das in einem Alleingang machen", sagte Justizministerin Katarina Barley (SPD) am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Zwar gebe es noch keine abgestimmte Haltung in der Bundesregierung, aber es sei wohl sinnvoll, "dass man das in einem größeren Gebiet gleich handhabt". 

Die Europäische Kommission möchte den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abschaffen, weil sich bei einer EU-weiten Online-Umfrage 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatten. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten einem solchen Vorhaben allerdings mehrheitlich zustimmen.

+++ 15.21 Uhr: Pariser Gericht ordnet neuen Prozess gegen TÜV wegen Brustimplantaten an +++

Im Skandal um mangelhafte Brustimplantate wird das Verfahren gegen den TÜV Rheinland in Frankreich neu aufgerollt: Der Pariser Kassationshof ordnete einen neuen Prozess gegen den Technischen Überwachungsverein an. Die Vorinstanz hatte den TÜV freigesprochen und eine Schadenersatzforderung von Frauen in Höhe von fast sechs Millionen Euro abgewiesen.

+++ 15.08 Uhr: Nahles kündigt Abschied von Agenda 2010 an +++

SPD-Chefin Andrea Nahles hat den Abschied ihrer Partei von der Agenda 2010 des früheren SPD-Kanzlers Gerhard Schröder angekündigt. "Wir werden ein neues, modernes Sozialstaatskonzept entwickeln für den 'Sozialstaat 2025'", sagte sie der Wochenzeitung "Die Zeit". Dies solle "die sozialdemokratische Antwort auf die Herausforderungen des digitalen Kapitalismus" sein.    

Zu den Reformen der Agenda 2010 gehörten unter anderem das umstrittene Hartz-IV-Gesetz zum Arbeitslosengeld II, die Absenkung des Rentenniveaus und weitere Leistungskürzungen im Sozialbereich. Ziel war es, das Wirtschaftswachstum zu stärken und die Arbeitslosigkeit zu verringern. Viele Sozialdemokraten lehnen diese Einschnitte nach wie vor ab.    

"Wir werden uns aus dem gedanklichen Gefängnis der Agendapolitik, über die wir viel zu lange rückwärtsgewandt geredet haben, befreien", sagte Nahles. Sie wolle "mit einigen Sachen aufräumen, die uns als SPD immer noch blockieren". Das Konzept "Sozialstaat 2025" werde ihre Partei bis Ende kommenden Jahres vorlegen.    

Skeptisch äußerte sich Nahles mit Blick auf die Lage der großen Koalition, die durch "den Richtungsstreit innerhalb der Union" massiv belastet werde. Dieser überlagere die Leistungen der Regierung völlig. Eine große Koalition müsse aber mehr von sich verlangen, als es schon zu einem Erfolg zu erklären, "wenn mal eine Woche lang keine Regierungskrise ist", sagte die SPD-Chefin.

Nahles rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, "dieser Regierung Stabilität zu geben". Dazu habe sie als Kanzlerin "viele Mittel in der Hand", die sie aber nicht nutze. "Ich würde mir von Frau Merkel oft mehr Führung und Haltung wünschen", verlangte sie weiter in der "Zeit".

+++ 14.56 Uhr: Bund unterstützt Länder weiterhin bei Flüchtlingskosten +++

Der Bund will den Ländern bei den Kosten der Aufnahme von Asylbewerbern weiterhin finanziell unter die Arme greifen. Das Bundeskabinett beschloss in Berlin eine Verlängerung der Hilfen für ein weiteres Jahr. Pro Asylbewerber und Monat erhalten die Länder demnach 670 Euro pro Monat, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Für jeden abgelehnten Bewerber bekommen sie demnach ebenfalls 670 Euro. Unter dem Strich betrage die weitere Beteiligung des Bundes in diesem Jahr 1,6 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr sei eine Abschlagszahlung an die Länder von 482 Millionen Euro geplant, die Integrationspauschale solle auf rund 2,4 Milliarden Euro steigen. Außerdem übernehme der Bund weiterhin die Kosten der Kommunen für die Unterkunft und deren Beheizung bei anerkannten Asylbewerbern.

+++ 14.41 Uhr: Für Flucht vor Hurrikan "Michael" ist es laut Gouverneur zu spät +++

Vor dem Eintreffen von Hurrikan "Michael" an der US-Küste hat der Gouverneur des Bundesstaats Florida Betroffene im Sturmgebiet aufgefordert, sofort Schutz zu suchen. Es sei nun zu spät, das Gebiet zu verlassen, teilte Gouverneur Rick Scott auf Twitter mit. Nothelfer würden nicht in der Lage sein, inmitten des Sturms auszurücken. Vor dem für Mittwochmittag (Ortszeit) erwarteten Eintreffen des Sturms an der Küste Floridas hatte das Nationale Hurrikan-Zentrum "Michael" in die zweithöchste Kategorie vier hochgestuft.

+++ 14.40 Uhr: Unwetter auf Mallorca - Jetzt schon neun Tote +++

Nach dem verheerenden Unwetter auf Mallorca ist die Zahl der Toten auf mindestens neun gestiegen. Unter den Opfern seien zwei britische Urlauber, teilte ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil auf der spanischen Insel mit. Sechs Menschen würden nach dem schweren Unwetter vom Dienstagabend noch vermisst und gesucht, hieß es. 

Betroffen war in erster Linie der Osten der Insel. Innerhalb von nur zwei Stunden stürzten dort Dienstagabend nach jüngsten Angaben des Wetterdienstes 233 Liter Wasser vom Himmel. Dramatische Szenen gab es vor allem in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es mehrere Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse.

+++ 13.46 Uhr: Berliner Polizei schickt Dienstwaffen an Heckler & Koch zurück +++

Wegen mangelnder Treffgenauigkeit will die Berliner Polizei bereits zum zweiten Mal mehr als 1300 Dienstpistolen an den Waffenhersteller Heckler & Koch zurückschicken. Auch nach einer bereits erfolgten Überprüfung durch den Hersteller entsprächen 1337 Pistolen nicht den "Vorgaben an ein einwandfreies Produkt", teilte die Behörde mit. Die Ware soll demnach erneut mit der Bitte um Nachbesserung zurückgeschickt werden. Insgesamt hatte die Berliner Polizei 24.000 Exemplare bestellt, bisher sind erste Chargen ausgeliefert. Heckler & Koch war am Mittwoch für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Am Dienstag hatte die Berliner Polizei Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) bestätigt, wonach mit den bereits einmal vom Hersteller nachgebesserten Pistolen einmalig noch mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden müssen, bevor sich eine "stabile Treffpunktlage" einstellt.

Die mangelnde Treffgenauigkeit der neuen Waffen war erstmals im Sommer bekannt geworden. Damals hatte Heckler & Koch in einer von der Polizei verschickten Erklärung eingeräumt, bei bemängelten Exemplaren aus der ersten Charge die Visiereinrichtung nachjustieren zu müssen. Dies werde schnell und gründlich erfolgen, hieß es.

+++ 13.37 Uhr: Zahl der Asylbewerber im September zurückgegangen +++

Im September haben in Deutschland knapp 13.000 Menschen einen Asylantrag gestellt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gingen im vergangenen Monat 12.976 Anträge ein, das sind rund 14 Prozent weniger als im August. Die meisten Asylbewerber kamen aus Syrien, dem Iran und dem Irak. Die Türkei lag mit 1093 Anträgen auf dem vierten Platz vor Afghanistan und Nigeria.    

Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Anträge im September rund ein Fünftel niedriger. Seit Jahresbeginn bis Ende September wurden insgesamt 142.167 Asylanträge gestellt, das sind rund 15 Prozent oder 26.139 Anträge weniger als im Vorjahreszeitraum.

+++ 13.09 Uhr: Bundeswehr: Moorbrand auf Militärgelände bei Meppen gelöscht +++

Der Moorbrand auf einem Militärgelände bei Meppen ist nach Angaben der Bundeswehr gelöscht. Bilder eines Aufklärungsfluges hätten keine Brandnester mehr gezeigt, teilte die Bundeswehr mit. Das Feuer war am 3. September nach einem Waffentest ausgebrochen.

+++ 12.59 Uhr: Schäden durch klimabedingte Naturkatastrophen in 20 Jahren explodiert +++

Klimabedingte Naturkatastrophen nehmen nach einem neuen UN-Bericht zu - und die verursachten Schäden explodieren. Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände haben in den vergangenen 20 Jahren mehr als doppelt so hohe Schäden verursacht wie in den 20 Jahren davor, berichtete das UN-Büro für Katastrophenvorsorge (UNISDR) in Genf. "Alarmierende Zahlen", kommentierte Ricardo Mena von UNISDR. 

Die gemeldeten Schäden durch klimabedingte Naturkatastrophen lagen demnach von 1998 bis 2017 bei 2,2 Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro). Das sei das Zweieinhalbfache der Schäden in der Periode 1978-1997. 

Zusammen mit Schäden durch andere Katastrophen wie Erdbeben, Tsunami und Vulkanausbrüche betrugen die Schäden in dem Zeitraum 2,9 Billionen Dollar, verglichen mit 1,3 Billionen in den 20 Jahren davor. Der wahre Wert liege deutlich höher, weil nur bei rund einem Drittel der Katastrophen Schäden erfasst und beziffert worden seien.

+++ 12.48 Uhr: Belgiens Fußball von Betrugs- und Manipulationsskandal erschüttert +++

Im Zuge von Korruptionsermittlungen im belgischen Fußball hat die Polizei am Morg 44 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Es seien auch mehrere Fußballvereine der ersten belgischen Liga betroffen, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft mit. 

Bei den Durchsuchungen geht es den Angaben zufolge um Geldwäsche, Korruption und organisiertes Verbrechen. Laut Staatsanwaltschaft dauerten die Ermittlungen bereits seit Ende 2017 an. Auch im Ausland wurden demnach 13 Häuser durchsucht.

+++ 12.45 Uhr: RWE: Hambacher Forst bleibt nach Rodungsstopp frei zugänglich +++

Der Hambacher Forst zwischen Aachen und Köln bleibt weiter öffentlich zugänglich. Das sei eine Konsequenz aus dem vom Oberverwaltungsgericht Münster verhängten Rodungsstopp, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE. Der Wald, der dem Unternehmen gehört, sei damit kein RWE-Betriebsgelände und somit sei eine Einfriedung nicht zulässig. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

RWE hatte nach der Räumung des Forsts durch die Polizei zunächst damit begonnen, das Waldstück mit einem Graben und Seilen abzusperren. Nach der Gerichtsentscheidung und dem Abzug der Polizei kehrten Rodungsgegner in den Wald zurück und begannen mit dem Bau neuer Bauhäuser.

RWE wünsche sich, "dass sich die Naturschutzverbände jetzt mit der gleichen Kraft, mit der sie gegen die Rodung gekämpft haben, auch gegen die widerrechtlichen Besetzungen einsetzen würden", sagte der Sprecher.

+++ 12.34 Uhr: Zahl der Toten auf Mallorca nach Unwetter auf neun gestiegen +++

Bei den schweren Unwettern und Überflutungen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sind nach jüngsten Angaben neun Menschen getötet worden. Die Rettungsdienste teilten mit, darüber hinaus würden noch sechs Menschen vermisst. Unter den Opfern waren nach Behördenangaben mindestens zwei britische Touristen. Jüngsten Angaben zufolge fielen im Osten der Insel am Dienstagabend innerhalb von zwei Stunden 233 Liter Regen. 

+++ 12.23 Uhr: Prozess gegen mutmaßliche Rechtsextreme: Angeklagter distanziert sich +++

Wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung müssen sich vier mutmaßliche Rechtsextremisten der Gruppierung "Weiße Wölfe Terrorcrew" seit Mittwoch vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Sie sollen als Mitglieder der Gruppe mit Straftaten gegen eine Asylbewerberunterkunft gedroht und verbotenen Sprengstoff im Internet bestellt haben. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau aus dem Raum Bamberg im Alter zwischen 24 und 39 Jahren. Ein 26 Jahre alter Angeklagter distanzierte sich von der Gruppe. 

Er räumte bei Prozessbeginn die Vorwürfe größtenteils ein. Er sei Mitglied der Sektion Bayern-Franken der Gruppierung gewesen, habe sich an einer Schlägerei beteiligt und verbotene Pyrotechnik bestellt, ließ er seinen Verteidiger erklären. Er habe aber nichts von geplanten Straftaten gewusst und sich kurz nach seiner Festnahme im Oktober 2015 vom rechtsextremen Milieu distanziert.

Das Bundesinnenministerium hatte den rechtsextremen Verein "Weiße Wölfe Terrorcrew" 2016 verboten. Der Prozess wird sich voraussichtlich bis Ende Januar 2019 ziehen.

+++ 11.48 Uhr: Auschwitz Komitee: Gaulands Strategie kennen wir aus der Nazi-Zeit +++

Das Internationale Auschwitz Komitee hat dem AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland vorgeworfen, er wolle die deutsche Gesellschaft "durch Hass und die Förderung niedriger Instinkte zerstören". Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident der von Überlebenden des Holocaust gegründeten Organisation, sagte: "Auschwitz-Überlebende kennen die Gaulandsche Strategie aus der eigenen Lebenserfahrung während der Nazi-Jahre: Menschen zu stigmatisieren und sie als Artfremde und Wurzellose innerhalb der heimischen Gesellschaft zu charakterisieren und dann das "gesunde Volksempfinden" gegen sie zu mobilisieren."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am vergangenen Samstag einen Gastkommentar des Partei- und Fraktionschefs der AfD veröffentlicht. Darin beschreibt Gauland eine "globalisierte Klasse", die "kulturell und politisch den Takt" vorgibt. Ihr gegenüber stünden die bürgerliche Mittelschicht und Menschen, die schlecht bezahlte Jobs hätten und "ihre Heimat verlieren, weil es ihr Milieu ist, in das die Einwanderer strömen".

+++ 11.41 Uhr: Bericht: Mutmaßliche Attentäter beschatteten Skripal bei Prag-Besuch +++

Die mutmaßlichen Skripal-Attentäter hatten einem Bericht zufolge den russischen Ex-Doppelagenten einem Bericht zufolge schon länger im Visier. "Es sieht danach aus, dass die Russen ein Kommando innegehabt und Skripal bereits lange vor dem Mordversuch beschattet haben", sagte eine namentlich nicht genannte Geheimdienstquelle dem tschechischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Die beiden mutmaßlichen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU seien im Oktober 2014 unter den Tarnnamen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nach Tschechien gereist, berichtete der Sender am Mittwoch. Zur gleichen Zeit habe auch Sergej Skripal den Nato-Mitgliedsstaat besucht. Dort soll er sich mit tschechischen Geheimdienstmitarbeitern ausgetauscht haben. 

Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten hatte vor kurzem nach eigenen Angaben die wahre Identität der beiden mutmaßlichen Attentäter enthüllt. Ihr Besuch in Prag habe 2014 sowohl die Spionageabwehr als auch eine Polizeieinheit für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität auf den Plan gerufen, berichtete der Rundfunksender. Offizielle Stellen wollten sich dazu nicht äußern.

Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März in England mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Es gibt inzwischen mehr Hinweise auf eine russische Urheberschaft als nur die Tatsache, dass Nowitschok in der Sowjetunion entwickelt wurde.

+++ 11.26 Uhr: Weitere Tote in Indonesien geborgen - Suche vor Ende +++

Im Erdbebengebiet auf der indonesischen Insel Sulawesi versuchen die Helfer so viele Leichen wie möglich zu bergen, bevor die Suche am Donnerstag eingestellt werden soll. Die Zahl der bestätigten Toten lag bei 2037, wie Adiman Raja, ein Regierungssprecher vor Ort, sagte.

Am 28. September hatte ein Erdbeben der Stärke 7,4 die Insel erschüttert. Ein Tsunami verwüstete das Gebiet um die Küstenstadt Palu. Die Behörden befürchten, dass möglicherweise Tausende Menschen noch unter den Trümmern begraben sind. Ganze Straßenzüge und Dörfer versanken in der Erde. 

"Wir konzentrieren uns immer noch darauf, Tote zu bergen", sagte Yusuf Latief, ein Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde. Die Regierung hatte der Behörde bis Donnerstag gegeben, um den Notfalleinsatz und die Bergung von Leichen abzuschließen. Danach sei die Seuchengefahr zu groß. 

Latief bestätigte Pläne, dass aus drei zerstörten Dörfern, wo noch viele Opfer vermutet werden, Gedenkparks werden sollen. Nach Angaben von Dörfältesten seien dort etwa 2000 Häuser durch das Erdbeben verschluckt worden, der Verbleib von schätzungsweise 5000 Menschen ist ungeklärt.

+++ 11.21 Uhr: Mehr als 50 Tote bei schwerem Busunfall in Kenia +++

Bei einem schweren Busunfall in Kenia sind mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei war der Bus am Mittwochmorgen mit 52 Passagieren auf dem Weg von Nairobi, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staats, in die 300 Kilometer entfernte Stadt Kakamega, als er sich aus zunächst ungeklärter Ursache überschlug.     

Auf Bildern war zu sehen, dass das Dach des Busses bei dem Unglück komplett abgerissen wurde. Über ein größeres Gebiet verstreut lagen Waren und Besitztümer der Passagiere, während sich Dutzende Schaulustige an dem Unfallort einfanden.

+++ 11.14 Uhr: Studie: Drei Viertel der Menschen in Deutschland sind täglich im Netz +++

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland sind täglich im Internet unterwegs. Rund 54 Millionen der über 14-Jährigen (77 Prozent) gingen jeden Tag ins Netz, heißt es in der ARD/ZDF-Onlinestudie 2018. Das sind 3,8 Millionen mehr als im Vorjahr und fast 10 Millionen mehr als 2015. 

Deutlich gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr auch die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer um 47 Minuten auf 3 Stunden und 16 Stunden. Die Jüngeren unter 30 Jahre sind der Untersuchung zufolge im Schnitt knapp sechs Stunden am Tag online (5:53 Stunden). Die Älteren ab 70 Jahre nutzen im Mittel das Internet weniger als eine Stunde.  

Die meiste Zeit im Netz verbringen die Nutzer mit individueller Kommunikation wie dem Austausch von Nachrichten in Chat-Diensten (87 Minuten) sowie mit Videos ansehen, Lesen oder Musik hören (insgesamt 82 Minuten). Die Gesamtzahl der Internetnutzer ist gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Millionen auf 63,3 Millionen gewachsen, das entspricht einem Anteil von 90,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre. 

Für die Studie wurden von Ende Januar bis Mitte April insgesamt 2009 Personen befragt. Die Untersuchung gilt als repräsentativ, die Daten werden seit mehr als 20 Jahren regelmäßig erhoben.

+++ 10.55 Uhr: Papst vergleicht Abtreibung mit Auftragsmord +++

Papst Franziskus hat Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen. "Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen", sagte der Papst bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. Seine Predigt befasste sich mit dem biblischen Tötungsverbot.

+++ 10.25 Uhr: Bundesagentur: Zahl der Hartz-IV-Sanktionen leicht gesunken +++

Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger ist in den ersten sechs Monaten des Jahres leicht auf knapp 449 550 gesunken. Das waren rund 25 800 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Sanktionsquote - also das Verhältnis von verhängten Sanktionen zu allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten - lag unverändert bei 3,1 Prozent. Mit 77,4 Prozent entfällt ein Großteil der Sanktionen auf Meldeversäumnisse - wenn also beispielsweise jemand einen Termin beim Jobcenter ohne wichtige Gründe nicht wahrnimmt.

+++ 10.10 Uhr: Razzien in Berlin und Brandenburg gegen tschetschenische Gruppen +++

In Berlin und Brandenburg ist die Polizei mit umfangreichen Razzien gegen zwei tschetschenische Gruppen vorgegangen. Wie ein Polizeisprecher sagte, sollten 19 Objekte durchsucht werden. Anlass sei eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppierungen.    

Nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg, der zuerst über die Razzien berichtete, könnte es sich dabei um einen Schusswechsel vor zwei Monaten in einem Kulturzentrum handeln. Bei dem Vorfall im Märkischen Viertel seien zwei Männer schwer verletzt worden. Der Polizeisprecher wollte sich dazu nicht äußern.

+++ 9.35 Uhr: Bericht über vermissten Journalisten lenkt Verdacht auf Saudi-Arabien +++

In der Affäre um ihren vermissten Gastautor Dschamal Chaschukdschi bringt ein Artikel der "Washington Post" die saudischen Behörden in Erklärungsnot. Demnach wurden in Riad schon vor dem Verschwinden des regimekritischen Journalisten Pläne geschmiedet, den 59-Jährigen gefangen zu nehmen und zu verhören - oder sogar zu töten. Das gehe aus Informationen des US-Geheimdienstes hervor, der die Kommunikation zwischen saudischen Regierungsvertretern ausgespäht habe, berichtete die US-Zeitung.

Chaschukdschi wird seit einer Woche vermisst. Der Saudi betrat das Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul vor mehr als einer Woche, um Papiere für seine Hochzeit abzuholen, kam aber nicht wieder heraus. Nach Einschätzung türkischer Polizei- und Geheimdienstkreise wurde er im Konsulat ermordet. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und beharrt darauf, dass Chaschukdschi erst nach dem Verlassen des Konsulats verschwunden sei. Die türkischen Behörden erhoffen sich nun von einer Durchsuchung des Konsulats neue Erkenntnisse.

+++ 9.17 Uhr: Hurrikan "Michael" erreicht zweithöchste Stufe 4  +++

Auf seinem Weg in Richtung des US-Bundesstaats Florida hat der Hurrikan "Michael" weiter an Stärke zugelegt. Der US-Wetterdienst stufte "Michael" am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) auf die zweithöchste Hurrikan-Kategorie 4 hoch. Er rechnet damit, dass der "extrem gefährliche" Hurrikan am Nachmittag Floridas Golfküste erreicht.      Gouverneur Rick Scott warnte, "Michael" könnte für seinen Bundesstaat "der zerstörerischste Sturm seit Jahrzehnten" werden. Die Polizei im Landkreis Bay County ordnete die Evakuierung von 120.000 Einwohnern an.

+++ 7.40 Uhr: Mindestens 40 Tote bei schwerem Busunfall in Kenia +++

Bei einem schweren Busunfall in Kenia sind mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen im Westen des Landes, wie die Polizei bekannt gab. Die Zahl der Toten könne jedoch weiter steigen, da das Dach des Busses abgerissen worden sei.

+++ 6.45 Uhr: Schwere Unwetter auf Mallorca - mehrere Tote +++ 

Heftige Regenfälle haben auf Mallorca viele Straßen in reißende Flüsse verwandelt. In der besonders schwer betroffenen Gemeinde Sant Llorenç im Osten der spanischen Urlaubsinsel trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen rissen dort am Abend zahlreiche Autos mit. Innerhalb von nur zwei Stunden seien mehr als 150 Liter pro Quadratmeter gefallen. Mindestens drei Menschen seien ums Leben gekommen, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca", der örtliche Rundfunksender "IB 3" spricht gar von fünf Todesopfern.

+++ 5.12 Uhr: Dündar seit Erdogan-Besuch in Deutschland unter Polizeischutz +++

Die Gefährdungslage für den regierungskritischen türkischen Journalisten Can Dündar hat sich seit dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland verschärft. Er lebe seitdem unter Polizeischutz, sagte Dündar am Mittwoch im Inforadio des rbb. "Wenn ich in der Öffentlichkeit auftreten soll, dann trifft die deutsche Polizei die nötigen Maßnahmen", sagte der im deutschen Exil lebende frühere Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet". "Sie tun alles, damit ich mich sicher fühle. Darüber hinaus kann man sich gegen so einen großen Hass nirgendwo auf dieser Welt richtig wehren." Erdogan hatte Dündar während seines Deutschland-Besuchs Ende September erneut als Spion bezeichnet und seine Auslieferung gefordert. Dündar wurde 2016 in seiner Heimat wegen eines Berichts über geheime Waffenlieferungen der Türkei an islamistische Rebellen in Syrien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. An diesem Mittwoch geht gegen ihn in Istanbul der Prozess in einem weiteren Verfahren weiter. Im rbb-Inforadio übte Dündar erneut scharfe Kritik an der Situation in der Türkei. Journalisten würden dort immer noch bedroht und verfolgt: "Es gibt eine Grausamkeit gegen die Journalisten in der Türkei", sagte Dündar. "Ich kenne diese Tradition: Wenn du mit einem Journalist nicht fertig werden kannst, dann töte ihn. Deshalb kann niemand sagen, dass regierungskritische Journalisten in der Türkei sicher leben."  

+++ 4.25 Uhr: Zahl der Pubs in Großbritannien sinkt kontinuierlich +++

Die Zahl der Pubs in Großbritannien ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gefallen. Das geht aus Daten des Branchenverbands Beer and Pub Association (BBPA) hervor. Seit dem Jahr 2000 hat demnach ein Fünftel der Kneipen im Vereinigten Königreich dicht gemacht. Gab es um die Jahrtausendwende noch mehr als 60.000 Pubs in Großbritannien, waren es im vergangenen Jahr nur noch etwas mehr als 48 000. Die BBPA macht für die Entwicklung vor allem eine zu hohe Besteuerung verantwortlich. "Das ist sehr beunruhigend, weil Pubs eine großartige britische Institution und oft der soziale Treffpunkt in einer lokalen Gemeinschaft sind", sagte BBPA-Chefin Brigid Simmonds einer Mitteilung zufolge. Man wolle nun mit einer Online-Petition für eine Senkung der Biersteuer in den Haushaltsplanungen werben, die Schatzkanzler Philip Hammond Ende Oktober vorlegen will.

+++ 3.45 Uhr: Weißer Ring fürchtet mehr Gewaltopfer durch AfD +++

Der Weiße Ring grenzt sich demonstrativ von der AfD ab. "Wir haben den Eindruck, dass die AfD Ängste schürt und durch ihre Rhetorik Feindbilder aufbaut", sagte der neue Bundesvorsitzende des Opferschutzvereins, Jörg Ziercke, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Unsere große Sorge ist, dass dies zu mehr Gewaltopfern führen wird." Die AfD in Rösrath bei Köln hatte im September nach Angaben des Weißen Rings ohne Abstimmung mit ihm das Logo des Opfervereins verwendet, um Spenden für den Verein zu sammeln. "Das hat uns empört und ist ein klarer Angriff auf das Vertrauen der Opfer", sagte Ziercke. Die AfD im Rheinisch-Bergischen Kreis entschuldigte sich für die fehlende Rückfrage und die Verwendung des Logos. Der Weiße Ring sei "ohne jeden Hintergedanken" als Spendenempfänger gewählt worden.

+++ 2.15 Uhr: Trump will zweiten Gipfel mit Kim Jong Un erst nach Kongresswahlen +++

US-Präsident Donald Trump will sich erst nach den Kongresswahlen im November wieder mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un treffen. Das sagte Trump am Dienstag nach Angaben mitreisender Journalisten auf einem Flug von Washington nach Iowa. Er könne derzeit nicht weg, weil er mit dem Wahlkampf beschäftigt sei, erklärte der Präsident demnach. Trumps Außenminister Mike Pompeo hatte sich am Wochenende in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang mit Kim Jong Un getroffen und dabei auch über den geplanten Gipfel gesprochen. Beim ersten und bislang einzigen Treffen zwischen Trump und Kim im Juni in Singapur hatte der nordkoreanische Machthaber seinen Willen zur atomaren Abrüstung bekräftigt. Er hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wann und wie sein bestehendes Atomwaffen- und Raketenarsenal abgebaut werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. Trump hatte vage Sicherheiten in Aussicht gestellt.  

+++ 1.30 Uhr: Wirbelsturm "Michael" erreicht Hurrikan-Stufe 3 +++

Der Hurrikan "Michael" hat auf seinem Weg nach Florida weiter an Stärke gewonnen: Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte den Wirbelsturm am Dienstag auf die dritte von fünf Hurrikan-Kategorien hoch. Er erreichte Windgeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern. Der Wirbelsturm dürfte am Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf die Küste des US-Bundesstaates Florida treffen. Die Behörden warnten vor lebensgefährlichen Sturmfluten, Starkregen und kräftigen Sturmböen.     Floridas Gouverneur Rick Scott hat gewarnt, "Michael" könnte für seinen Bundesstaat "der zerstörerischste Sturm seit Jahrzehnten" werden. Die Polizei im Landkreis Bay County forderte 120.000 Bürger mit Evakuierungsanordnungen auf, sich in Sicherheit zu bringen.

 +++ 0.45 Uhr: Schreck für 92 Flugzeuginsassen: Fahrwerk bricht beim Landen +++ 

Ein Passierflugzeug mit 92 Menschen an Bord ist am Dienstagabend auf dem Flughafen von Jakutsk in Russlands Fernem Osten über die Landebahn hinausgerollt. Grund dafür war ein bei der Landung gebrochenes Fahrwerk, wie russische Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Verletzt worden sei niemand. Die 87 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder verließen die Maschine der Fluggesellschaft Yakutia über Notrutschen. Weshalb das Fahrwerk brach, war zunächst unklar. Die Wetterbedingungen seien gut gewesen, hieß es. Der Flughafen wurde am Abend vorübergehend gesperrt.

 +++ 0.10 Uhr: Studentin aus den USA sitzt seit einer Woche an Flughafen in Israel fest +++ 

Nach einer Woche Zwangsaufenthalt im Transitbereich des Flughafens von Tel Aviv will eine Studentin aus den USA nun ihr Recht auf Einreise nach Israel gerichtlich einklagen. Die Studentin Lara Alqasem war am Dienstag vergangener Woche in Israel gelandet, um ein Studienjahr in Jerusalem anzutreten. Allerdings verweigerten die Sicherheitsbehörden der politisch aktiven Studentin die Einreise, weswegen sie seitdem am Flughafen festsitzt.     Die Einwanderungsbehörde teilte am Dienstagabend mit, dass Alqasem den Flughafen nicht verlassen will und ein Gericht eingeschaltet habe. Israels Behörden verdächtigen die Studentin, die internationale Boykottkampagne BDS gegen Israel zu unterstützen.     Das Parlament hatte im März ein Gesetz verabschiedet, das BDS-Unterstützern die Einreise verwehren soll. Der Protest der Kampagne richtet sich gegen die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete, sie setzt unter anderem auf den Boykott israelischer Produkte.

"Fake News"-Vorwürfe: US-Journalist: So frustrierend ist es, unter Trump aus dem Weißen Haus zu berichten
jek / fs / AFP / DPA