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News des Tages: Polizeikamera zeichnet vorbeifliegenden Meteor auf

91-Jährige wegen Beihilfe zu Entführung verurteilt +++ Drei Tote bei Brand in Berliner Saunaclub +++ 97 US-Unternehmen kritisieren vor Gericht Trumps Einreiseverbot +++ Die News des Tages im Überblick.

Die Nachrichten des Tages im Überblick:

+++ 22.37 Uhr: Israels Parlament legalisiert Siedlerposten auf palästinensischem Land +++

Das israelische Parlament hat zahlreiche Siedlerwohnungen auf palästinensischem Privatland legalisiert. Die Knesset-Abgeordneten votierten mit 60 gegen 52 Stimmen für den umstrittenen Entwurf, der bislang illegale Siedler-Außenposten auf Arealen in palästinensischem Privatbesitz von nun an für rechtmäßig erklärt. Gegner des Gesetzes kritisierten dies als weiteren Schritt zur zumindest teilweisen Annexion des Westjordanlands. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte vor der Abstimmung erklärt, er habe die US-Regierung über das Vorhaben unterrichtet.

+++ 21.44 Uhr: Haiti benötigt fast 300 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe +++

Haiti benötigt dieses Jahr nach Angaben von Behörden und Hilfsorganisationen fast 300 Millionen Dollar (279 Millionen Euro) zur Unterstützung seiner ärmsten Einwohner. Für rund 2,4 Millionen Menschen - unter ihnen die stark vom Durchzug des Hurrikans "Matthew" im vergangenen Oktober Betroffenen - müssten 291,5 Millionen Dollar Spenden gesammelt werden, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Haiti, El-Mostafa Benlamlih, in Port-au-Prince. Vier Monate nach dem verheerenden Hurrikan, der Schäden in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar anrichtete, sind demnach 1,5 Millionen Sturmopfer dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

+++ 21.06 Uhr: Privatauto eines Polizisten in Stockholm explodiert +++

Das Privatauto eines schwedischen Polizisten ist in der Nacht zum Montag bei einem Angriff in einem Stockholmer Vorort explodiert. Das Auto detonierte vor dem Haus eines Polizisten, der in Schwedens viertgrößter Stadt Uppsala im Anti-Drogenkampf eingesetzt ist, wie Schwedens Polizeichef Dan Eliasson mitteilte. Es herrschte zunächst Unklarheit darüber, wer den Angriff verübt haben könnte. Die Polizei wollte sich zunächst nicht dazu äußern, ob sie organisierte Verbrecher hinter der Tat vermutet.

+++ 20.48 Uhr: Israel beginnt Zerstörung der geräumten Siedlung Amona im Westjordanland +++

Israel hat vier Tage nach der Räumung der illegalen jüdischen Siedlung Amona im besetzten Westjordanland mit dem Abbau und der Zerstörung des Außenpostens begonnen. Kräne schufen Wohnwagenhäuser weg, andere Gebäude wurden demoliert, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Siedlung war ohne Genehmigung der israelischen Regierung auf palästinensischem Privatland errichtet worden. Rechte Gruppen und Siedler hatten bis zum Schluss versucht, Amona vor der Evakuierung und Vernichtung zu bewahren.

+++ 19.32 Uhr: Polizeikamera zeichnet vorbeifliegenden Meteor auf +++

Ein Polizist im US-Bundesstaat Wisconsin hat einen vorbeifliegenden Meteor gefilmt. Die Kamera seines Polizeiwagens nahm das seltene Spektakel in der Nacht zum Montag auf. In dem Video ist ein hell aufleuchtender Streifen am Himmel zu erkennen. Die zuständige Polizeibehörde der Universität Wisconsin in Madison veröffentlichte das Video auf Twitter. Der Nationale Wetterservice von Chicago hatte dazu aufgerufen, Videos und Fotos von dem Meteor zu schicken. Ein Nutzer schrieb daraufhin: "Ich habe ihn über Chicago gesehen. Einen blauen Streifen am Himmel Richtung Nordosten und dann einen hellen grünen Lichtstrahl um 1.25 Uhr." Einem Bericht der Zeitung "USA Today" zufolge soll der Meteor über Iowa, Wisconsin, Illinois und Indiana gesichtet worden sein.


+++ 17.43 Uhr: Polizei findet mehr als 3000 Waffen in Kleinwagen +++

Mehr als 3000 Waffen hat die Polizei im sächsischen Pirna in einem Kleinwagen entdeckt. Bei den größtenteils illegalen Waffen handele es sich um 300 Schlagringe, 600 Schlagstöcke und knapp 2900 Elektroschockwaffen, teilte die Polizei mit. Die Elektroschocker waren als Taschenlampen getarnt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der Fahrer und sein Beifahrer wurden von einer gemeinsamen Fahndungsgruppe aus Bundes- und Landespolizei bereits am vergangenen Freitag gestellt. Die Beamten durchsuchten den Transporter, nachdem die beiden bei einer Kontrolle keine plausiblen Angaben zu ihrer Ladung hatten machen können. Die Männer hatten lediglich angegeben, Taschenlampen und Spielzeug geladen zu haben. Die Polizei durchsuchte später auch die Wohnungen der beiden in Berlin und Bremen und fand dabei weitere Beweise. Ein Gericht erließ daraufhin Haftbefehl gegen den Fahrer, der Beifahrer durfte seine Reise fortsetzen.

+++ 17.28 Uhr: Polizei ist Anti-Papst-Kampagne auf der Spur +++

Die römische Polizei ist papstkritischen Plakateklebern auf der Spur. Die Ermittlungen zu den den unbekannten Tätern, die am Wochenende in der ganzen Stadt Plakate gegen den Papst geklebt hatten, gehen weiter. Die Fahnder werteten dafür auch die Aufnahmen von Überwachungskameras aus. Unter einem Bild von Papst Franziskus steht auf den Plakaten in römischem Dialekt: "Wo ist Deine Barmherzigkeit?" Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird zudem beschuldigt, "Priester entfernt, Kardinäle ignoriert und den Malteserorden enthauptet" zu haben. Das deutet auf innerkirchliche konservative Gegner hin.

+++ 17.03 Uhr: Nur fünf Prozent der Flüchtlinge mit Trauma in Behandlung +++

Nur etwa fünf Prozent der Flüchtlinge mit einer psychischen Störung infolge eines erlittenen Traumas bekommen in Deutschland eine Behandlung oder Beratung. Das geht aus einem Versorgungsbericht hervor, den die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer veröffentlicht hat. Im Jahr 2015 wurden demnach in den 32 Psychosozialen Zentren für Folteropfer mehr als 14.000 Menschen behandelt oder beraten, etwa 5400 wurden an andere Stellen weitervermittelt. Etwa 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland litten unter Traumafolgestörungen, also knapp 380.000 Menschen, so die Arbeitsgemeinschaft unter Berufung auf Studien. Selbst wenn nur ein Drittel der erkrankten Personen auch tatsächlich eine Behandlung wahrnehmen möchte, bliebe ein enormer Anteil ohne erwünschte Hilfe. Viele Menschen hätten die Zentren ablehnen müssen.

+++ 16.45 Uhr: Mann filmt heimlich Frauen beim Toilettengang +++

Ein 62-Jähriger hat in Bayern heimlich mehrere Frauen beim Toilettenbesuch gefilmt. Die Polizei entdeckte auf dem Mobiltelefon des Mannes einschlägige Aufnahmen. Allein am Freitag habe er innerhalb einer Viertelstunde sieben Frauen gefilmt, deren Identität noch nicht bekannt sei. Eine 65-Jährige hatte das Smartphone beim Gang zum Klo in einem Verbrauchermarkt in Senden im Landkreis Neu-Ulm entdeckt und das Personal alarmiert. Gemeinsam hielten sie den verdächtigen Mann aus Baden-Württemberg fest, bis die Polizei ihn mitnahm. Die Beamten durchsuchten auch die Wohnung des Mannes.

+++ 16.40 Uhr: Kandidat Fillon: Beschäftigung meiner Frau war ein Fehler +++

Der massiv unter Druck geratene französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat die Beschäftigung von Familienmitgliedern auf Parlamentskosten bedauert und sich dafür entschuldigt. "Was früher akzeptabel war, (...) ist es heute nicht mehr", sagte der Konservative. "Das war ein Fehler. Ich bedauere es zutiefst und entschuldige mich bei den Franzosen." Er betonte aber zugleich, dass die Beschäftigung seiner Frau Penelope als parlamentarische Mitarbeiterin legal und das Gehalt völlig gerechtfertigt gewesen sei. Fillon steht seit knapp zwei Wochen wegen der früheren Anstellung seiner Frau Penelope in der Kritik. Die Justiz prüft den Verdacht einer Scheinbeschäftigung, den Fillon stets zurückgewiesen hatte.

+++ 16.25 Uhr: Misshandlung eines dunkelhäutigen Mannes sorgt für Empörung +++

Die Misshandlung eines jungen Schwarzen durch mehrere Polizisten in einer Pariser Problemvorstadt hat in Frankreich Empörung ausgelöst. Vier Polizisten wurden vom Dienst suspendiert, gegen einen von ihnen wurde nach Behördenangaben ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung eingeleitet - er soll dem Festgenommenen einen Schlagstock in den After gerammt und ihn dabei schwer verletzt haben. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich am Montag in der Trabantenstadt Aulnay-sous-Bois nordöstlich von Paris an einer Protestkundgebung unter dem Motto "Gerechtigkeit für Théo". Der 22-Jährige wurde nach dem Vorfall von einem Arzt für 60 Tage krankgeschrieben und befindet sich im Krankenhaus. Er sagte dem Fernsehsender BFMTV, er sei von den Polizisten mit Faustschlägen und Hieben auf die Geschlechtsteile misshandelt worden, sie hätten ihn bespuckt und mit rassistischen Aussprüchen beleidigt. Der 22-Jährige erlitt auch Kopfverletzungen.

+++ 16.11 Uhr: Rückmeldegebühr an Brandenburger Universitäten ist verfassungswidrig +++

Das Bundesverfassungsgericht hat die Rückmeldegebühren an den Universitäten in Brandenburg gekippt. Die Gebühr in Höhe von 51 Euro stehe in einem "groben Missverhältnis" zu den tatsächlichen Kosten von rund 20 Euro, heißt es im Beschluss. Damit waren die Klagen mehrerer Studenten der Universität Potsdam wegen Rückmeldegebühren zwischen 2001 und 2007 erfolgreich. Die Verfassungshüter verwiesen in der Begründung darauf, dass die Gebühr ihrer Vorschrift nach nur zur Deckung der Bearbeitungskosten erhoben werde und nicht, wie in etlichen anderen Bundesländern, als ein "allgemeiner Verwaltungskostenbeitrag", der noch andere Leistungen beinhalten könne. Den Berechnung des Verwaltungsgerichts Potsdam zufolge liege der durchschnittliche Verwaltungsaufwand für eine Rückmeldung an den Universitäten in Brandenburg bei durchschnittlich 20,32 Euro.

+++ 15.49 Uhr: Flüchtling übergießt sich mit Benzin und droht mit Anzünden +++

Ein Flüchtling hat sich in der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz mit Benzin übergossen und damit gedroht, sich anzuzünden. Polizeibeamte konnten den Mann überwältigen, wie die Polizei in Trier mitteilte. Verletzt wurde niemand. Der Syrer war in Begleitung seines siebenjährigen Sohns in der Kreisverwaltung erschienen und hatte Benzin aus einem Kanister über sich gekippt. Auslöser war den Angaben zufolge offenbar Unzufriedenheit mit einer ausländerrechtlichen Entscheidung. Als die Polizeibeamten eintrafen, saß der Mann im Wartebereich eines Flurs und hielt ein Feuerzeug in der Hand. Er konnte überwältigt werden, das Kind wurde in Sicherheit gebracht. Der 35-Jährige wurde festgenommen und kam in ärztliche Behandlung.

+++ 15.40 Uhr: Rheinland-Pfalz gegen Abschiebungen nach Afghanistan +++

Rheinland-Pfalz will vorerst keine abgelehnten Asylbewerber nach Afghanistan abschieben.  Die Lage vor Ort sei "unverändert schlecht", sagte Integrationsministerin Anne Spiegel zur Begründung. "Wir teilen die Einschätzung des Bundesinnenministers zur Sicherheitslage in Afghanistan nicht." Nach einem Bericht der Funke-Mediengruppe zweifeln auch Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Niedersachsen an der Sicherheitslage in dem Land. Spiegel sagte, verurteilte Straftäter und Gefährder würden jedoch weiter abgeschoben. So wurde Ende Januar nach Angaben des Ministeriums ein Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt. Im Flieger saßen insgesamt 25 junge Männer.

+++ 14.50 Uhr: Hausmeister bei Abi-Streich verprügelt - Student verurteilt +++

Nach einem aus dem Ruder gelaufenen Abi-Streich ist ein 19-Jähriger in Düsseldorf wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Amtsrichter Uwe Heemeyer verurteilte den Ex-Schüler zu 65 Arbeitsstunden und 500 Euro Schmerzensgeld. Der Student hatte zugegeben, den Hausmeister eines Gymnasiums in Düsseldorf geschlagen und dessen Lebensgefährtin geschubst zu haben. Beide waren verletzt worden. Der angehende Abiturient war vor elf Monaten mit Mitschülern nachts auf das Gelände eines "verfeindeten" Gymnasiums in Düsseldorf eingedrungen, um dort die Fahne seiner Schule zu hissen. Die Lebensgefährtin des dort beschäftigten Hausmeisters hatte aber eine Mitschülerin festgehalten und in die Hausmeisterwohnung gebracht, um dort auf die Polizei zu warten. Beim Versuch, die junge Frau zu befreien, stieß der Schüler laut Anklage die Freundin des Hausmeisters gegen einen Türrahmen und schlug dem Hausmeister mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Der Schüler legte ein Geständnis ab, entschuldigte sich und bedauerte die Tat. Er habe seiner Mitschülerin helfen wollen. Das Urteil ist rechtskräftig.

+++ 13.34 Uhr: Mehr als 47.000 Opfer von Genitalverstümmelung in Deutschland +++

In Deutschland leben schätzungsweise 47.300 Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. Das geht aus der ersten Studie zur nationalen Verbreitung dieses Phänomens hervor, die das Familienministerium vorgestellt hat. Verbreitet ist die Genitalverstümmelung unter anderem in Ägypten, Eritrea, Somalia, Äthiopien, Mali und dem Irak. Dabei wird die Klitoris ganz oder teilweise amputiert. In einigen Ländern werden auch die Schamlippen abgetrennt.

Der Studie zufolge stieg die Zahl der Betroffenen durch die Zuwanderung aus Staaten, wo diese grausame Tradition praktiziert wird, von Ende 2014 bis Mitte 2016 um knapp 30 Prozent. Hierzulande seien zwischen 1558 und 5684 Töchtern von Migranten von Genitalverstümmelung bedroht, heißt es. Nach deutschem Recht ist die Tortur auch dann strafbar, wenn sie im Ausland vorgenommen wird. Um zu verhindern, dass Eltern ihre Töchter im Heimatland einer "Ferienbeschneidung" unterziehen, hatte die Bundesregierung Ende 2016 eine Änderung des Passgesetzes beschlossen. Künftig kann Menschen, die für eine Genitalverstümmelung mit einem Mädchen oder einer Frau ins Ausland reisen wollen, der Pass entzogen werden.

+++ 13.30 Uhr: Jeder wirft 82 Kilo Lebensmittel weg +++

Jeder Deutsche wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 235 Euro weg, obwohl ein Großteil noch genießbar wäre. Das geht nach Angaben der Initiative "Zu gut für die Tonne" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus einer Studie der Universität Stuttgart hervor. Insgesamt 82 Kilogramm Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, landen demnach auf dem Müll. Zwei Drittel wären aber noch verwendbar, teilte die Initiative mit. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag des Ministeriums ist der Anteil der Deutschen, die bewusst gegen Lebensmittelverschwendung handeln, gestiegen: von 72 Prozent im Jahr 2015 auf aktuell 77,8 Prozent. Der Anteil der Frauen überwiegt dabei deutlich (83,9 Prozent).

+++ 13.15 Uhr: Kreml verlangt Entschuldigung von US-Sender +++

Der Kreml verlangt eine Entschuldigung des US-Fernsehkanals Fox News, weil einer der Moderatoren des Senders Präsident Wladimir Putin beleidigt haben soll. In einem Interview mit US-Präsident Donald Trump hatte der Fox-Journalist auf Morde an Regimegegnern in Russland verwiesen und Putin einen Mörder genannt. "Wir halten diese Worte des Fox-Korrespondenten für unzulässig und beleidigend", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Und wir zählen darauf, dass ein so angesehener Fernsehsender sich beim russischen Präsidenten entschuldigt", sagte er der Agentur Tass zufolge. Der US-Präsident entgegnete auf die Vorhaltung von Interviewer Bill O'Reilly: "Es gibt eine Menge Mörder. Wir haben eine Menge Mörder. Was glauben Sie? Dass unser Land so unschuldig ist?" Er trete dafür ein, Putin zu respektieren. "Ich respektiere eine Menge Leute. Das heißt nicht, dass ich mit ihnen auskomme."


+++ 13.01 Uhr: Kindesmord durch Unterlassen - Angeklagte legen Revision ein +++

Nach den Mordurteilen im Fall der fünfjährigen Carrie aus Kaiserslautern haben alle drei Angeklagten Revision eingelegt. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts Kaiserslautern. Das Gericht hatte die Mutter des Kindes (36) sowie einen 31-jährigen Mann und eine 25 Jahre alte Frau am vergangenen Mittwoch wegen Mordes durch Unterlassen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Sie hätten nach einem folgenschweren Sturz des Kindes keinen Arzt gerufen, weil sie verdecken wollten, dass das Mädchen in den Wochen vor seinem Tod misshandelt und vernachlässigt worden sei, erklärten die Richter. Das Mädchen hatte bei dem Sturz eine Hirnblutung erlitten, an deren Folgen es noch am selben Tag starb. Die Anwältin der 36 Jahre alten Mutter hatte nach dem Urteil gesagt, sie wolle mit ihrer Mandantin besprechen, ob Rechtsmittel eingelegt werden. Die Verteidiger der anderen Angeklagten hatten Revision angekündigt. Carrie hatte bei dem 31-Jährigen und der 25-Jährigen gewohnt. Nach Darstellung des Gerichts hatte vor allem der Mann das Kind immer wieder misshandelt. Es hatte außerdem in einer fensterlosen Kammer leben müssen und öfter nichts zu essen bekommen.

+++ 12.54 Uhr: CDU will NRW-Innenminister zu Dortmunder Ausschreitungen befragen +++

Nach den Ausschreitungen von BVB-Anhängern vor dem Bundesligaspiel gegen RB Leipzig in Dortmund will die CDU NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zum Polizeieinsatz befragen. "Diese Gewaltexzesse sind inakzeptabel. Wir dürfen die Stadien nicht den Chaoten überlassen", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, in einer Mitteilung. Im Landtags-Innenausschuss solle Jäger darlegen, welche Risikoeinstufung das Spiel hatte und wie der Kräfteeinsatz war. Die CDU verwies auf das Modell, das Aufgebot an Polizisten bei sogenannten Nicht-Risikospielen zu reduzieren. Es sei aber immer wieder zu gewalttätigen Krawallen am Rande von "Nicht-Risikospielen" gekommen.


+++ 12.33 Uhr: Schauspielerin Inge Keller ist tot  +++

Die Schauspielerin Inge Keller ist tot. Sie starb im Alter von 93 Jahren in Berlin, wie der Deutschen Presse-Agentur aus dem Bekanntenkreis von Keller bestätigt wurde. Zuvor hatte die Zeitung "Neues Deutschland" darüber berichtet.

+++ 12.31 Uhr: Frau tot in Wohnung gefunden - Bruder schwer verletzt auf der Straße +++

Bei einem mutmaßlichen Familienstreit ist in Offenbach eine 46 Jahre alte Frau getötet worden. Anwohner hatten am Sonntagmorgen einen blutenden Mann gemeldet, der vor einem Haus auf der Straße lag, wie die Polizei in Hessen mitteilte. Die eintreffenden Beamten hätten dann festgestellt, dass im oberen Bereich des Hauses ein Fenster offen stand. In der Wohnung fanden die Beamten die tote Frau, die erhebliche Kopfverletzungen hatte. Bei dem Mann auf der Straße handelt es sich den Ermittlungen zufolge um den Bruder der Toten. Die Ermittler gehen davon aus, dass er seine Schwester getötet hat und dann in Selbstmordabsicht aus dem Fenster sprang. Dabei trug er jedoch keine lebensbedrohlichen Verletzungen davon. Er wurde in Gewahrsam genommen und befindet sich im Krankenhaus. Gegen ihn werde wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts ermittelt, die Beantragung eines Haftbefehls werde geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Axel Kreutz. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache der Frau klären.

+++ 12.24 Uhr: Mehr als 750 Festnahmen bei Anti-IS-Razzien in der Türkei +++

Bei landesweiten Razzien gegen den Islamischen Staat sind in der Türkei mehr als 750 Verdächtige festgenommen worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, stieg die Zahl der Festnahmen seit Sonntag auf 763. Demnach wurden bei den gleichzeitigen Razzien in 29 der 81 Provinzen des Landes auch Waffen, Munition und Dokumente beschlagnahmt. Es war der bisher größte derartige Einsatz gegen die Extremistengruppe in der Türkei.

Anadolu zitierte die Sicherheitsbehörden mit der Aussage, die IS-Miliz habe zu Propagandazwecken eine "sensationelle Aktion" in der Türkei geplant mit Medieneinrichtungen als möglichem Ziel. Zuletzt hatten die Terroristen in der Silvesternacht einen schweren Anschlag in der Türkei verübt, als ein Attentäter im schicken Istanbuler Nachtclub "Reina" bei einer Silvesterparty 39 Menschen erschoss. Der mutmaßliche Attentäter wurde zwei Wochen später am Rande von Istanbul festgenommen. Laut Medienberichten hatte der Usbeke zunächst überlegt, die Feiernden auf dem zentralen Taksim-Platz oder die Redaktion der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" anzugreifen, sich dann aber nach Rücksprache mit der IS-Führung im syrischen Rakka für das "Reina" entschieden.

+++ 11.40 Uhr: Berliner Polizei startet Testlauf mit Elektroschockwaffen +++

Die Berliner Polizei erprobt ab sofort drei Jahre lang Elektroschockwaffen für ihren täglichen Dienst. Die ersten sogenannten Taser wurden heute an Beamte ausgegeben. Bisher verfügten in Berlin nur Spezialeinsatzkräfte darüber. Elektroschock-Pistolen - sogenannte Taser - machen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock sofort aktionsunfähig. Für wenige Sekunden haben Beamte dann die Möglichkeit, die Zielperson zu überwältigen. Auch wenn es keine Verletzungen wie durch eine Pistolenkugel gibt, kam es im Ausland schon zu Todesfällen.

Wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte, können die Waffen möglicherweise Leben schützen und Polizisten vor traumatischen Situationen bewahren. Der Test ist zunächst auf zwei Polizei-Abschnitte begrenzt: um die Friedrichstraße und den Alexanderplatz. 20 Beamte wurden für den Umgang mit den Waffen geschult.

+++ 11.17 Uhr: Spitzen von CSU und CSU erklären Merkel zur gemeinsamen Kanzlerkandidatin +++

Die Spitzen der beiden Unionsparteien haben nach langem Zögern auf CSU-Seite Angela Merkel zur gemeinsamen Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl im September erklärt. Es habe "einhellige Unterstützung beider Präsidien für die Kandidatur von Merkel gegeben", verlautete aus Teilnehmerkreisen des Treffens in München. Die CDU hatte Merkel bereits Ende vergangenen Jahres zu ihrer Spitzenkandidatin erklärt.

+++ 10.29 Uhr: 91-Jährige wegen Beihilfe zu Entführung verurteilt +++

Die Angeklagte und ihr Anwalt beim Prozessauftakt vergangenen Oktober im Landgericht von Aurich

Die Angeklagte und ihr Anwalt beim Prozessauftakt vergangenen Oktober im Landgericht von Aurich

Eine 91 Jahre alte Frau ist wegen Beihilfe zur Entführung eines ostfriesischen Reeders zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Auch gegen einen ihrer drei Komplizen verhängte das Landgericht Aurich am Montag eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die anderen beiden Männer erhielten Haftstrafen von zweieinhalb Jahren beziehungsweise sechs Jahren und vier Monaten.

Im April 2016 hatten die Angeklagten eine Polizeikontrolle vorgespielt und so den Geschäftsmann aus dem ostfriesischen Leer entführt. Später forderten sie eine Million Euro Lösegeld. Das Geld wurde zunächst an die 91-Jährige überwiesen, von der Bank aber wieder zurückgebucht.

+++ 09.09 Uhr: Polizei ermittelt nach Krawallen in Dortmund +++

Nach den Ausschreitungen von BVB-Anhängern ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder laufen bei der Dortmunder Polizei umfangreiche Ermittlungen. "Wir ermitteln jetzt", sagte eine Sprecherin am Morgen. Details wollte sie nicht nennen.

Im Umfeld des Bundesligaspiels gegen RB Leipzig war es am Samstag vor allem auf dem Weg ins Stadion zu Ausschreitungen gekommen. Leipziger Fußballfans, Unbeteiligte und Polizisten wurden unter anderem mit Steinen beworfen. Die Polizei berichtete von einem "völlig enthemmten Mob" und ging massiv auch unter Stock- und Pfeffersprayeinsatz gegen die Randalierer vor. Die Polizei hatte bis Sonntag Kenntnis von zehn Verletzten, darunter sechs Gästefans und vier Polizisten. Außerdem ist ein Diensthund der Polizei verletzt worden, wie aus einer Mitteilung hervorging.  

Die Ermittler hatten am Samstagabend elf mutmaßliche Straftäter aus der Ultraszene des BVB und einen Leipziger vorläufig festgenommen. Ob sie inzwischen wieder auf freiem Fuß sind, war bislang nicht bei der Dortmunder Polizei zu erfahren.

+++ 8.53 Uhr: Griechische Küstenwache rettet Dutzende Migranten +++

Vor der griechischen Halbinsel Peloponnes hat die griechische Küstenwache in der Nacht fast 70 in Seenot geratene Migranten gerettet. Das Boot mit den Flüchtlingen wurde zum kleinen Hafen von Velanidia auf der im Osten liegenden Landzunge der Halbinsel geschleppt, berichtete das Staatsradio unter Berufung auf die Küstenwache. Die Menschen hatten am Sonntag ein Notsignal gesendet. Ihr Boot trieb nach einem Motorschaden dahin.

Die Polizei vermutete, dass die Migranten von der türkischen Küste gestartet und auf dem Weg nach Italien gewesen seien. Nach der Teil-Schließung der Balkanroute versuchen Migranten auf abenteuerliche Weise auf der viel gefährlicheren Route über das Mittelmeer nach Italien zu geraten.

+++ 8.43 Uhr: Reallöhne 2016 dank geringer Inflation gestiegen +++

Das vergangene Jahr hat dank der niedrigen Inflation eine kräftige Steigerung der Reallöhne gebracht: Arbeitnehmer verdienten unterm Strich 1,8 Prozent mehr Geld als 2015, wie das Statistische Bundesamt am Montag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das sei der dritthöchste Anstieg seit Beginn der Datenreihe im Jahr 2008 gewesen.

Ausschlaggebend für die Entwicklung im vergangenen Jahr war den Statistikern zufolge die geringe Inflationsrate: Die Verbraucherpreise hätten um 0,5 Prozent zugelegt, "deutlich geringer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre" mit 1,0 Prozent. Dagegen habe der Anstieg der Nominallöhne mit 2,3 Prozent "im entsprechenden Durchschnitt" von ebenfalls 2,3 Prozent gelegen.

+++ 8.20 Uhr: 97 US-Unternehmen kritisieren vor Gericht Trumps Einreiseverbot +++

97 amerikanische Unternehmen, angeführt von Technologie-Schwergewichten wie Apple, Google, Facebook und Microsoft, haben sich vor Gericht gegen das Einreiseverbot von Präsident Donald Trump gewandt. Sie reichten eine ausführliche Stellungnahme im Verfahren bei einem Berufungsgericht in San Francisco ein. Dort wird der Rechtsstreit um das Trump-Dekret über befristete Einreiseverbote für Bürger aus muslimisch geprägten Ländern ausgefochten.

Die Unternehmen - zu denen auch Ebay, Intel, Netflix, Twitter, die Jeans-Firma Levi Strauss und die Fahrdienste Uber und Lyft gehören - betonen unter anderem, dass Einwanderer zu vielen Innovationen in Amerika beigetragen hätten. Das Präsidentendekret sei diskriminierend und widerrechtlich. Die Firmen bringen ihre Argumente in dem Papier vom späten Sonntag (Ortszeit) als "Freunde des Gerichts" ein.

+++ 8.04 Uhr: Zahl der getöteten Kinder in Afghanistan dramatisch gestiegen +++

Die Zahl der in Afghanistan getöteten und verletzten Kinder ist dramatisch gestiegen. 3512 Kinder seien 2016 dem neu aufgeflammten Krieg zwischen radikalislamischen Taliban und afghanischer Regierung zum Opfer gefallen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht der UN zu zivilen Opfern. Das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast jedes dritte Opfer sei nun ein Kind. Die UN machen dafür vor allem die Zunahme von Gefechten in dicht besiedelten Gebieten mit vielen Familien verantwortlich. Erheblich mehr Kinder seien deshalb auch durch explosive Überbleibsel von Kämpfen wie nicht detonierte Munition zu Schaden gekommen (plus 65 Prozent).

+++ 6.46 Uhr: LKW kracht in Bus - 23 Tote in Honduras +++

Bei einem schweren Busunglück sind in Honduras Medienberichten zufolge bis zu 23 Menschen getötet worden. Ein außer Kontrolle geratener Lastwagen war am Sonntag in der Nähe der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes in einen Bus gekracht, wie die Zeitung "La Tribuna" berichtete. Dabei seien 23 Menschen getötet worden, sagte eine Gerichtsmedizinerin dem Blatt. In ersten Berichten war von mindestens 17 Toten die Rede gewesen. Nach Angaben eines Krankenhaussprechers des Hospital Escuela Miguel Osorio wurden 39 Menschen verletzt. An Bord des Busses waren Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Der Fahrer des Lastwagens, der nach dem Unfall geflüchtet war, wurde festgenommen. Staatschef Juan Orlando Hernández drückte den Familien der Opfer auf Twitter sein Beileid aus.

+++ 4.01 Uhr: 18 Tote bei Brand in chinesischem Wellness-Salon +++

Bei einem Brand in einem Fußmassage-Salon in Ostchina sind staatlichen Medien zufolge 18 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag unter Verweis auf Behördenangaben. Mehrere Besucher des Salons in Taizhou in der Provinz Zhejiang seien auf der Flucht vor den Flammen aus den Fenstern gesprungen. Acht Leichen wurden den Angaben zufolge entdeckt, nachdem das am Sonntag ausgebrochene Feuer gelöscht war. Weitere zehn Opfer starben demnach im Krankenhaus. Der Massage-Salon im ersten und zweiten Stockwerk eines sechsstöckigen Gebäudes in der Innenstadt von Taizhou wurde komplett zerstört. Die Brandursache sei noch unklar, hieß es. 

+++ 2.34 Uhr: Mehrere Bundesländer stellen laut Bericht Abschiebungen nach Afghanistan zurück +++

In mehreren Bundesländern wachsen Medienberichten zufolge Bedenken angesichts von Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan. Nach Schleswig-Holstein und Berlin zweifelten auch Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz an der Sicherheitslage in dem Land, berichten Zeitungen der Funke Mediengruppe in ihren Montagsausgaben. So habe das Innenministerium in Hannover auf Anfrage mitgeteilt, dass derzeit aufgrund der "nicht hinreichend geklärten Sicherheitslage" Rückführungen nach Afghanistan "im Zweifel bis zur Klärung der Sicherheitslage zurückgestellt werden". Dies gelte nicht für ausreisepflichtige Straftäter.

+++ 1.30 Uhr: Weißes Haus: Trump trifft Nato-Bündnispartner im Mai  +++

US-Präsident Donald Trump wird im Mai die politischen Führer der Nato-Mitgliedstaaten treffen. Das teilte das Weiße Haus am Sonntag nach einem Telefonat von Trump mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit. Trump habe in dem Gespräch seine "starke Unterstützung für die Nato" bekundet und seine Teilnahme an dem Treffen Ende Mai zugesagt. Zugleich habe der Präsident die europäischen Partner erneut zu mehr Engagement aufgefordert, hieß es in der Erklärung.

Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die "enge Abstimmung und Zusammenarbeit" fortzusetzen, um auf die Sicherheitsherausforderungen, denen sich die Nato gegenüber sehe, angemessen zu antworten, hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses weiter. Zudem sei es darum gegangen, wie die Nato-Partner der USA dazu "ermutigt" werden könnten, ihre finanziellen Bündnisbeiträge zu erfüllen.

+++ 1.06 Uhr: Drei Tote bei Brand in Berliner Saunaclub +++

Die Brandursache ist noch unklar

Die Brandursache ist noch unklar

In den brennenden Räumen eines Berliner Saunaclubs sind drei Männer ums Leben gekommen. Ein weiterer wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wie ein Feuerwehrsprecher in der Nacht zu Montag sagte. Weitere Tote oder Verletzte schloss er aus. Die genaue Todesursache der drei Opfer war zunächst unklar. 15 Männer seien vor Ort untersucht worden, aber unverletzt geblieben.

Die Feuerwehr war um 22.23 Uhr alarmiert worden. 80 Einsatzkräfte rückten mit 30 Fahrzeugen an und konnten das Feuer relativ schnell löschen. Nach Angaben der Rettungskräfte breiteten sich die Flammen nicht auf die darüberliegende Seniorenresidenz aus. Die Bewohner wurden angewiesen, in ihren Zimmern zu bleiben. Der nur wenige hundert Meter vom Breitscheidplatz und der Gedächtniskirche entfernte Saunaclub trägt den Namen "Steam Works". Nach Informationen der Zeitung "B.Z". handelt es sich um den 2000 Quadratmeter großen Nachfolger des "Apollo-Splash-Clubs". Die Brandursache war zunächst unklar.

car / DPA / AFP