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Bundesliga im stern-Check: Die hasserfüllten Fratzen aus Dortmund

Selbst vor Kindern und Familien machen Randalierer in Dortmund nicht halt. Der BVB blickt entsetzt auf die Vorkommnisse vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig. Der sportliche Gewinner des Spieltags kommt derweil aus dem Norden.

Bundesliga: BVB-Fans richten Hassbotschaft an Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick

Hassbotschaft an Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick: Nur eine von zahlreichen Geschmacklosigkeiten der BVB-"Fans" am Bundesliga-Samstag.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Bundesliga-Spieltags

Da kann ja ein Team noch so begeisternd spielen wie die Borussia aus Dortmund am Samstagabend gegen Leipzig, wenn einige "Fans" sich so verhalten wie vor dem Spiel, wird aus dem Gewinner des Spieltags eben schnell der Verlierer. Man muss RB Leipzig ja wahrlich nicht mögen, man kann die Art und Weise wie der Verein betrieben wird, kritisieren, aber Fans attackieren? Darunter Kinder und Familien? Mit Steinen und Gegenständen bewerfen? Die Szenen, von denen die Polizei und die Vereine da berichten, sind schlichtweg entsetzlich. "Solche Bilder, solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen - ich bin schockiert", sagte der Polizeieinsatzleiter Edzard Freyhoff am Sonntag. "Völlig ohne Sinn und Verstand kam es plötzlich und unvorhersehbar zum Bewurf der Leipziger, Unbeteiligter und Polizisten." Nur unter "massivem Polizeieinsatz" soll Schlimmeres verhindert worden sein. Klar, dass auch die Clubs geschockt reagieren. Der BVB will und muss der Sache nun natürlich nachgehen. So gern jeder den Dortmundern auf dem Platz zusieht - solche idiotischen Ausschreitungen will keiner mehr erleben. Die Borussia kann mit Strafen rechnen.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

So langsam dürfte selbst der größte Bundesliga-Ignorant wissen, dass Hoffenheim eine ziemlich gute Saison spielt. Nun ist trotzdem ziemlich viel gelästert worden über Sebastian Rudy, Hoffenheims Nationalspieler, er wechselt schließlich im Sommer zu den Bayern. Die meisten glauben, Rudy werde sich dort ein kuscheliges Plätzchen auf der Bank suchen müssen. Allen Rudy-Hatern kann man eigentlich nur die Szene aus der fünften Minute aus dem Spiel gegen Mainz (Endstand 4:0) empfehlen. Denn da lupfte Rudy mit einem Gefühl, wie es nur Jogi Löws Lieblingsfußballer haben können, den Ball in den Lauf von Mark Uth. Gut, damit der Pass schön und wirkungsvoll wird, muss natürlich auch einer den Ball erstmal so ins Tor jagen wie Uth. Aber der ist ja vielleicht auch bald Nationalspieler.

Gewinner des Tages

Wenn der HSV in den vergangenen Jahren eines perfektioniert hat, dann folgendes Szenario: In der einen Woche so richtig schön katastrophal spielen, drei Gegentore gegen lahme Ingolstädter bekommen, von allen runtergeschrieben werden. In der nächste Woche dafür wieder so richtig schön katastrophal spielen, aber gerade chaotisch genug, um den nächsten Gegner (Leverkusen) zu verwirren, einzulullen und dann knapp zu schlagen. Weil die Konkurrenz im Abstiegskampf aber noch weniger auf die Reihe bekommt (Bremen, Darmstadt, Ingolstadt, Wolfsburg), wagen wir die Prognose: Der Dino, unser Gewinner des Spieltages, rettet sich auch in diesem Jahr und steigt nicht ab.

Verlierer des Tages

Spätestens seit dem 30. Juni 2006 weiß jeder, dass Torsten Frings gerne mal seinen Emotionen freien Lauf lässt. Damals holte sich Frings nach Spielschluss im Sommermärchen-Viertelfinale gegen Argentinien noch eine Sperre fürs Halbfinale ab, weil er sich ein bisschen rangeln musste (ob es wahrlich einen Faustschlag gegeben hat, wie die Fifa glaubte, ist bis heute unklar). Und auch heute, als Trainer von Darmstadt 98, pöbelt Frings noch ganz gerne. In der vergangenen Woche schimpfte er über Spieler Florian Jungwirth, der kurz danach in die USA wechselte. In dieser Woche ging er den Schiedsrichter an. "Der Schiri hat das Spiel entschieden", polterte Frings nach dem 0:2 gegen Frankfurt. Okay, das Foul, das zum Elfmeter und damit zum 0:1 führte, war vielleicht nicht das klarste aller Zeiten, aber: man konnte einen Strafstoß geben. Und Torsten Frings sollte sich schleunigst um sein Team kümmern. Das steht nämlich mit 9 Punkten weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Wer da nur den Schiedsrichter verantwortlich macht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, falsche Prioritäten zu setzen.

Bild des Tages

Robert Lewandowski vom FC Bayern

Beim FC Bayern spielen sie einfach nicht so gerne Unentschieden. Erst recht nicht daheim in der Allianz Arena (1:1 gegen Schalke). Von daher darf sich Robert Lewandowski auch schon mal durch die Haare fahren. Paradoxerweise sind die Münchner im oberen Drittel dennoch der Gewinner: Leipzig verlor gegen Dortmund, die Münchner haben jetzt also sogar einen Punkt mehr Vorsprung auf Platz zwei. Also Robert, Hände vom Kopf und auch mal über einen Punkt freuen!


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