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Afrika-Reise: "Den leisen Schrei vernommen": Papst würdigt Arbeit von Aids-Klinik in Mosambik

Die christliche Laiengemeinschaft Sant'Egidio kümmert sich in Mosambik um Aids-Infizierte, hungernde Kinder und Opfer von Zyklon "Idai". Papst Franziskus hat auf seiner Afrika-Reise ihre Einrichtung in Maputo besucht.

 Papst Franziskus vor dem Dream-Zentrum von Sant'Egidio in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo

 Papst Franziskus vor dem Dream-Zentrum von Sant'Egidio in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo

Papst Franziskus hat auf seiner Afrika-Reise am Freitag eine Einrichtung für Aids-Kranke in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo besucht. Das Dream-Zentrum der christlichen Laiengemeinschaft Sant'Egidio in Zimpeto bietet den Menschen in einem der ärmsten und bevölkerungsreichsten Viertel der Stadt medizinische Beratung und Versorgung. Neben HIV-Infektionen und damit verbundenen Krankheiten werden dort auch Frauen mit Brust- oder Gebärmutterhalskrebs, Tuberkulosekranke und unterernährte Patienten, darunter vor allem Kinder behandelt. Dream ist ein Akronym für "Disease Relief through Excellent and Advanced Means" (Krankheitsbekämpfung durch exzellente und fortschrittliche Mittel).

Papst fühlt sich an barmherzigen Samariter erinnert

Der Papst lobte das Mitgefühl der Mitarbeiter der Einrichtung, die "jenen leisen Schrei vernommen haben, der fast unhörbar von so vielen Menschen ausgeht, die in der Schande, an den Rand gedrängt und von allen verurteilt leben".

Angesichts der Kompetenz, Professionalität und Liebe, die den Erkrankten dort entgegengebracht würden, fühle er sich an das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter erinnert, sagte Franziskus bei einer Ansprache in dem Gesundheitszentrum. "Alle, die hier vorbeigekommen sind, alle, die verzweifelt und ängstlich ankommen, gleichen dem Mann, der am Straßenrand ausgesetzt ist. Und ihr hier seid nicht vorbeigegangen, ihr seid nicht weitergegangen wie andere." Das mit internationalen Spenden geförderte Dream-Zentrum zeige, dass es Menschen gebe, die stehen blieben und Mitleid empfänden und nicht der Versuchung erlägen, zu sagen, "es gibt nichts zu tun", sondern die mit Mut nach Lösungen suchten.

 Papst Franziskus umarmt im Dream-Zentrum von Sant'Egidio eine alte Frau

Papst Franziskus umarmt im Dream-Zentrum von Sant'Egidio eine alte Frau

Empfangen wurde der Papst unter anderem von der Koordinatorin des Zentrums, Cacilda Massango. Sie freue sich sehr über den Besuch des Kirchenoberhauptes an einem Ort, an dem "man kostenlos Medizin erhält, Fürsorge, Essen aber vor allem Würde und Freundschaft", erklärte Massango. "Hier in Zimpeto stellen sich viele kranke Frauen, sobald sie wieder zu Kräften gekommen sind, in den Dienst anderer Patienten und begleiten sie in ihrer Obhut." Sie selbst sei eine der ersten Dream-Patientinnen gewesen und habe beschlossen, das zurückzugeben, was sie erhalten habe, berichtete Massango. "Ich war eine leidende junge Frau, ausgegrenzt und von allen verurteilt. Mit Dream habe ich eine neue Familie kennengelernt, die mir neben der Fürsorge auch Würde und Zukunft für meine Kinder gegeben hat."

Während der gut 40-minütigen Begegnung schilderten Mitarbeiterinnen des Gesundheitszentrums Franziskus ihre Arbeit und ihre Erfahrungen. "Nehmt weiterhin jene auf, die zu euch kommen", antwortete ihnen der Papst. Auch, "wenn wir abreisen, wenn ihr zu euren alltäglichen Aufgaben zurückkehrt, wenn keiner auch applaudiert oder lobt".

Am Ende seines Besuches erhielt Franziskus als Geschenk einen Bischofsstab in Form eines Kreuzes, der aus dem Blech und dem Stroh der vom Zyklon "Idai" zerstörten Häuser hergestellt wurde. "Idai" und sein Nachfolger "Kenneth" hatten im März und April weite Teile im Norden und im Zentrum Mosambiks zerstört. Mehr als 600 Menschen starben, hunderttausende Einwohner sind bis heute von den Folgen betroffen.

Sant'Egidio kümmert sich auch um die Opfer der Wirbelstürme, die gerade die Ärmsten im Land besonders schwer getroffen haben. Die Organisation konnte bereits mehr als 100.000 Menschen mit Lebensmittelpaketen versorgen und den Wiederaufbau von Häusern finanzieren. Der stern unterstützt die Laiengemeinschaft bei ihrer Arbeit und konnte dank der Spenden von stern-Lesern bereits 35.000 Euro an Sant'Egidio übermitteln. Bitte spenden Sie weiter für die geplagten Menschen. Helfen Sie, damit andere weiter helfen können! Danke!

Stiftung stern - Spenden für Sant'Egidio

Sant’Egidio ist für seine Arbeit gegen Armut und für Frieden auf Spenden angewiesen. Wir leiten Ihre Hilfe weiter: Hier können Sie direkt Online spenden. IBAN DE20 2007 0000 0469 9500 00 BIC DEUTDEHH – Stichwort "Mosambik"; www.stiftungstern.de

mad