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Duisburg Tragödie mit 21 Toten: Staatsanwaltschaft stimmt Einstellung von Loveparade-Prozess zu

loveparade duisburg - einstellung prozess
Kreuze stehen an der Gedenkstätte für die Opfer der Loveparade (Archivbild)
© Martin Gerten / AFP
Bei der Loveparade im Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen im Gedränge, seit 2017 wurde die Tragödie an über 180 Tagen vor Gericht verhandelt. Nun könnte die Corona-Krise angesichts drohender Verjährung das Aus für den Prozess bedeuten.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat der Einstellung des Prozesses um die Loveparade-Tragödie zugestimmt. "Angesichts der schweren Folgen der Tragödie – 21 Tote, mehr als 650 Verletzte – und des damit verbundenen Leids ist uns diese Entscheidung nicht leicht gefallen", erklärte die Behörde am Freitag. Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände erscheine aber nunmehr eine Verfahrenseinstellung als "im Ergebnis vertretbar", betonten die Strafverfolger.

Auslöser der Katastrophe während der Duisburger Loveparade am 24. Juli 2010 war ein tödliches Gedränge am Zu- und Abgangsbreich des eingezäunten Veranstaltungsgeländes. Das Duisburger Landgericht schlug Anfang vergangener Woche die Einstellung des Verfahrens gegen noch drei der ursprünglich sieben Angeklagten vor. Die Entscheidung des Gerichts über die Prozesseinstellung wird für die kommende Woche erwartet. Den Angeklagten werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt. 

Vielfältige Gründe für Zustimmung zur Einstellung des Loveparade-Prozesses

Die Duisburger Staatsanwaltschaft erklärte, für ihre Zustimmung zur Verfahrenseinstellung gebe es vielfältige Gründe. Einer von zahlreichen Aspekten in diesem Zusammenhang sei, dass durch die Corona-Pandemie eine konkrete Gefährdung zahlreicher Verfahrensbeteiligter und auch der an den Sitzungen teilnehmenden Öffentlichkeit mit ganz erheblichen Gesundheitsrisiken eingetreten sei. Diese Gefährdung werde, wie die derzeitige Unterbrechung des Verfahrens zeige, zu einer Verzögerung der Hauptverhandlung führen.

Nunmehr stehe sicher fest, dass das für ein Sachurteil nach dem Gesetz erforderliche Beweisprogramm bis zu dem Eintritt der absoluten Strafverfolgungsverjährung am 27. Juli dieses Jahres "jedenfalls hinsichtlich des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung nicht zu absolvieren ist", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Der Umstand, dass möglicherweise hinsichtlich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung die Verfolgungsverjährung gegebenenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt eintreten könnte, erscheine demgegenüber "weniger bedeutsam".

Schuld der Angeklagten "als gering angesehen"

Angesichts der Gesamtumstände teile die Staatsanwaltschaft die Auffassung des Gerichts, dass die Schuld der Angeklagten unter Berücksichtigung der Gefahrenlage und des aktuellen Verfahrensstandes als gering angesehen werden kann. Eine Fortführung des Verfahrens sei daher insbesondere auch mit Blick auf die Strafe, die die Angeklagten bei einer Verurteilung zu erwarten hätten, nicht mehr verhältnismäßig.

mod AFP

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