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Die Morgenlage Trump arbeitet weiter an Corona-Kehrtwende und sagt Parteitag in Florida nun doch ab

US-Präsident Donald Trump scheint das Coronavirus seit dieser Woche deutlich ernster zu nehmen 
US-Präsident Donald Trump scheint das Coronavirus seit dieser Woche deutlich ernster zu nehmen 
© Evan Vucci / DPA
Mehr als vier Millionen Infizierte in den USA bewegen Trump zu Parteitag-Absage +++ Loveparade-Unglück jährt sich zum zehnten Mal +++ Bericht: Corona-Warn-App hat bei Millionen Deutschen kaum funktioniert +++  Die Nachrichtenlage am Freitag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Donald Trump arbeitet weiter an seiner Kehrtwende in Sachen Corona-Politik. Wegen des "Aufflammens" der Pandemie im US-Bundesstaat Florida hat der Präsident den dort für Ende August geplanten Parteitag der Republikaner abgesagt. "Der Zeitpunkt für die Veranstaltung ist nicht richtig", sagte Trump im Weißen Haus. "Ich muss das amerikanische Volk beschützen." Es gebe nichts Wichtigeres, als die Sicherheit der Amerikaner. Die formelle Nominierung Trumps zum Kandidaten für die Präsidentenwahl am 3. November soll nun in kleinerem Rahmen in Charlotte im Bundesstaat North Carolina erfolgen. In welchem Rahmen er seine Nominierungsrede halten werde, sei noch nicht entschieden. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Corona-Warn-App hat bei Millionen offenbar nicht richtig funktioniert

Die Corona-Warn-App hat nach einem "Bild"-Bericht auf Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer etwa von Samsung- oder Huawei-Handys seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, berichtete das Blatt am Donnerstag. Grund sei, dass sich auf Smartphones mit Android-Betriebssystem die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der App bislang automatisch ausstellte, solange diese nicht geöffnet war. Das sollte Akku-Strom sparen. Das Gesundheitsministerium erklärte am Abend, das Problem sei seit längerem bekannt und auch Thema in den Fragen-und-Antworten (FAQ) der App. Dort sei erklärt, wie sich die Hintergrundaktualisierung aktivieren lasse. Zugleich betonte die Behörde, dass die App "zu jeder Zeit" funktioniert habe, denn: Die Warn-App tausche auch ohne Hintergrundaktualisierung anonyme Codes mit anderen Smartphones aus.

815 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 815 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 204 183 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9111 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 189.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

"Deutschlandtrend": Maske und Abstand für große Mehrheit gewohnt 

Für die überwiegende Mehrheit der Wähler sind Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mittlerweile zur Gewohnheit geworden. Knapp 80 Prozent der Befragten gaben im "Deutschlandtrend" im ARD-"Morgenmagazin" an, sich an das Abstand halten und das Tragen einer Maske gewöhnt zu haben. 19 Prozent sagten demnach aus, dass ihnen dies noch schwer falle. Unter Anhängern der AfD und der FDP lag dieser Anteil mit 43 und 35 Prozent besonders hoch. Insgesamt zwei Prozent der Befragten meinten, die Maßnahmen beträfen sie nicht oder sie hielten sie nicht ein. Im Auftrag des Marktforschungsinstituts Infratest Dimap wurden 1064 Wahlberechtigte befragt.

Mehr als vier Millionen Corona-Infizierte in den USA

In den USA haben sich inzwischen mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität hervorging, wurden binnen 24 Stunden mehr als 76.000 neue Infektionsfälle registriert. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA auf 4.032.430. Wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus sagte US-Präsident Donald Trump den Nominierungsparteitag seiner republikanischen Partei in Florida ab. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität um 1225 auf insgesamt mehr als 144.000 Fälle. Erst am 8. Juli war in den USA die Marke von drei Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden. In nur gut zwei Wochen kamen damit eine Million Fälle hinzu. 

Reaktion auf US-Aktion: China lässt ebenfalls Konsulat schließen

Als Reaktion auf die Schließung eines chinesischen Konsulats in Houston hat China seinerseits die USA aufgefordert, ihre diplomatische Vertretung in der südwestchinesischen Stadt Chengdu zu schließen. Die Lizenz zum Betrieb der Auslandsvertretung wird entzogen, wie das Pekinger Außenministerium mitteilte. Die Maßnahmen Chinas seien "eine legitime und notwendige Reaktion auf die unvernünftigen Handlungen der USA", teilte das Ministerium weiter mit. "Die Verantwortung liegt vollständig bei den Vereinigten Staaten." China fordere die USA erneut auf, ihre Entscheidung zu korrigieren und so die Bedingungen für eine der Rückkehr der bilateralen Beziehungen zur Normalität zu schaffen.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Gesundheitsminister beraten über Corona-Tests für Rückkehrer

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über Urlaubsrückkehrer in Corona-Zeiten. Am vergangenen Mittwoch hatten sich die Ressortchefs bereits grundsätzlich darauf verständigt, Reisende aus sogenannten Risikogebieten im Ausland künftig unmittelbar nach ihrer Rückkehr auf das Coronavirus zu testen. Dazu sollen an Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Allerdings sind noch viele Fragen offen, etwa zur Finanzierung der verpflichtenden Tests. Unklar ist auch, was mit Menschen passiert, die nicht mit dem Flugzeug, sondern mit Zug oder Auto unterwegs sind. Bei ihrer Schaltkonferenz wollen die Minister ein Gesamtpaket formal beschließen.

Kreuzfahrer starten wieder mit Drei-Tage-Rundtrips

Nach monatelanger Zwangspause legt erstmals wieder ein großes Kreuzfahrtschiff von einem deutschen Hafen ab. Das Tui-Schiff "Mein Schiff 2" soll um 21.30 Uhr den Hamburger Hafen verlassen und zu einem dreitägigen Rundtrip auf die Nordsee starten. An Bord sind deutlich weniger als die knapp 2900 Passagiere, die eigentlich Platz hätten. Die Kapazität ist begrenzt auf maximal 60 Prozent der zulässigen Passagiere. Sie verbringen das Wochenende auf See und kehren am Montagmorgen in die Hansestadt zurück.

Totengedenken am Jahrestag: Zehn Jahre Loveparade-Unglück

Der Toten und Verletzten des Loveparade-Unglücks vor zehn Jahren wird in Duisburg gedacht. In einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände waren damals 21 junge Menschen gestorben. Mehrere Hundert wurden verletzt. Einige leiden noch heute unter den Folgen. Zahlreiche Angehörige und Verletzte werden an der Unglücksstelle erwartet, an der später eine Gedenkstätte errichtet wurde. Es ist der erste Jahrestag nach der endgültigen Einstellung des Strafprozesses Anfang Mai dieses Jahres. Die meisten Angehörigen der Opfer aus dem Ausland können nach Angaben der Loveparade-Stiftung wegen Corona diesmal nicht kommen. So gibt es Absagen von Angehörigen aus Australien, China, Italien und Spanien.

Erstes Freitagsgebet in der Hagia Sophia öffnet nach Umwandlung in Moschee

Nach der Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee findet dort erstmals ein muslimisches Freitagsgebet statt. An der offiziellen Wiedereröffnung will auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan teilnehmen. Erwartet werden zwischen 1000 und 1500 Gläubige. Zudem sind rund um das Gebäude Bereiche für betende Gläubige reserviert. Viele Straßen wurden für den Verkehr gesperrt. Die Behörden riefen dazu auf, eine Maske zu tragen und den Mindestabstand einzuhalten. Insgesamt sollen mehr als 20 000 Polizisten im Einsatz sein.

Frankfurter Polizei will neue Krawalle auf Opernplatz verhindern

Nach den Krawallen vom vergangenen Freitag will die Frankfurter Polizei erneute Ausschreitungen auf dem Opernplatz vermeiden. Mit einem Großaufgebot soll verhindert werden, dass Treffen und Partys auf dem Platz im Zentrum der Stadt erneut eskalieren und Beamte angegriffen werden. Am späten Abend wollen sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Polizeipräsident Gerhard Bereswill ein Bild von der Lage machen.

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Ihre stern-Redaktion

dho / fin DPA AFP

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