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Stephen Paddock: Wie der Las-Vegas-Mörder wohl zu seinem Reichtum kam

Geldsorgen hatte Stephen Paddock offenbar nicht. Sein Bruder nennt den Todesschützen von Las Vegas einen "Multimillionär". Wie erlangte der Rentner seinen Reichtum?

Was bringt einen Menschen dazu, wahllos das Feuer auf eine Menge von zehntausenden feiernden Menschen zu eröffnen? Dieser Frage gehen die Ermittler in Las Vegas weiterhin nach - doch so recht voran kommen sie bei ihrer Beantwortung nicht.

Klar scheint inzwischen: Aus Verzweiflung wegen finanzieller Not mordete der 64-jährige Stephen Paddock nicht. Der Rentner war reich, sehr reich. So stellt es zumindest Eric Paddock, der Bruder des Massenmörders, in der "New York Times" dar. Stephen Paddock genoss demnach seinen Ruhestand. Er fuhr regelmäßig zum Zocken um hohe Geldbeträge ins Kasino, er besaß zwei kleine Flugzeuge, er ging auf Kreuzfahrten, er stieg häufig in guten Hotels ab. "Er konnte sich leisten, was er wollte", sagt Bruder Eric. Seinen letzten Vollzeitjob soll Stephen Paddock vor 30 Jahren gehabt haben, unter anderem bei einem Zulieferer des US-Rüstungskonzerns "Lockheed Martin".

Sein Bruder nennt Stephen Paddock "Multimillionär"

Doch wie kam der Rentner zu so viel Geld, dass sein Bruder ihn "Multimillionär" nennt? Hinweise auf kriminelle Machenschaften des 64-Jährigen gibt es keine in den Akten der Sicherheitsbehörden. Mit seinem Vater, einem Bankräuber und in den 1970er-Jahren einer meist gesuchten Verbrecher der USA, hätten die beiden Brüder keinen Kontakt gehabt, sagte Eric Paddock nach dem Massenmord in Las Vegas zu US-Medien.


Der Grund für den Reichtum von Stephen Paddock sind Immobilien-Deals, diese Antwort liefert sein Bruder. Gemeinsam hätten sie früher eine Immobilienfirma gehabt, zusammen Häuser gekauft, renoviert und anschließend mit Gewinn verkauft. Alleine Stephen habe auf dieser Art rund zwei Millionen US-Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) angehäuft, berichtet sein Eric Paddock. "Er hat auch mich wohlhabend gemacht."

Später habe sich der 64-Jährige einen Wohnkomplex gekauft, in Mesquite einem Vorort von Dallas, der genauso heißt wie der letzte Wohnort des Massenmörders im Bundesstaat Nevada. Für mehr als sechs Millionen US-Dollar habe er sein Eigentum verkauft, berichten die "Dallas Morning News" unter Berufung auf Behördenakten. Zudem habe er in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren geschäftliche Verbindungen zu zwei weiteren Liegenschaften in dem Ort gehabt.

Überwies der Mörder von Las Vegas 100.000 Dollar?

Wie hoch der Kontostand von Stephen Paddock zuletzt war, ist nicht bekannt. Er soll häufig größere Beträge beim Glücksspiel gewonnen haben, mögliche Verluste verschwieg er offenbar. Von außen betrachtet spricht wenig für Geldsorgen: Jedenfalls konnte er sich noch eine Suite im Luxushotel "Mandalay Bay" mieten, außerdem prüfen die US-Ermittler Hinweise, wonach der Rentner vor rund einer Woche 100.000 US-Dollar (knapp 90.000 Euro) auf ein philippinisches Bankkonto überwiesen habe. Dort, in ihrer Heimat, machte die Lebensgefährtin des Schützen kürzlich Urlaub. Inzwischen ist sie zurück in den Vereinigten Staaten und wird von der Polizei als Zeugin befragt.

Einen Teil seines Vermögens gab Paddock für Waffen aus. Insgesamt 47 aus seinem Besitz stellten die Ermittler nach der Wahnsinnstat sicher, dazu Tausende Schuss Munition und Sprengstoff - zu spät für die 58 Opfer des angeblichen Multimillionärs.