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Taifun "Chanchu": Eine "Perle" wütet über China

Mit Wind in Orkanstärke und sintflutartigen Regenfällen ist der Taifun "Chanchu", übersetzt "Perle", auf die chinesische Küste getroffen. Acht Menschen starben, in Vietnam werden 27 Fischer vermisst.

Der Tropensturm "Chanchu" hat China erreicht und dort mindestens acht Menschen in den Tod gerissen, unter ihnen zwei Kinder. Mehr als eine Million Einwohner der südlichen Provinzen Guangdong und Fujian waren auf der Flucht vor dem Sturm. Zuvor hatte "Chanchu" bereits auf den Philippinen 37 Menschen das Leben gekostet und tausende Häuser zerstört.

Wie die Wetterwarte in Hongkong bekannt gab, erreichte der Sturm mit Winden von 170 Kilometern pro Stunde in der Spitze das Festland zwischen den Städten Shantou und Xiamen und nahm Kurs in nordöstlicher Richtung. Der Taifun war damit der stärkste Sturm, der je in einem Mai im Südchinesischen Meer gemessen wurde.

Zwei Kinder starben in Häusertrümmern

Die beiden Kinder kamen ums Leben, als die Häuser ihrer Eltern nahe Shantou im Norden von Guangdong einstürzten, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. 192 Häuser in dem Gebiet standen unter Wasser, der Strom fiel aus. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie gewaltige Wellen an die Südküste schlugen. Laut Berichten wurden mehrere Deiche zerstört und zahlreiche Bäume entwurzelt.

Die Metropole Hongkong verschonte der Sturm, für Schanghai wurde heftiger Regen angekündigt. Vor der Küste wurden 27 vietnamesische Fischer vermisst, die mit ihren Booten in "Chanchu" geraten waren. 67 weitere Seeleute konnten sich auf die Insel Dong Sha retten, wie die vietnamesische Küstenwacht mitteilte. Vietnam bat China um Hilfe bei der Suche nach den Vermissten.

Von den Wassermassen mitgerissen

In Taiwan kostete der Sturm zwei Frauen das Leben, wie die Behörden mitteilten. Die Opfer seien während heftiger Regenfälle in der südlichen Region Pingtung von Wassermassen mitgerissen worden. In den Schulen auf der vorgelagerten Insel Kinmen fiel wegen "Chanchu" der Unterricht aus. Nahe der südtaiwanischen Hafenstadt Kaohsiung lief ein Öltanker auf Grund. Die 13-köpfige Besatzung wurde mit Hubschraubern gerettet.

"Chanchu" war am Morgen vom Taifun zum Tropensturm herabgestuft worden. Am Mittag legte er jedoch wieder an Stärke zu und zog mit Geschwindigkeiten bis 45 Kilometer pro Stunde in Richtung Nordosten weiter. Sein Zentrum befand sich rund 30 Kilometer nordöstlich von Fozhou, der Hauptstadt von Fujian. Meteorologen erwarteten, dass der Sturm sich bis Freitag wieder abschwächen und auf das Südchinesische Meer ziehen wird.

AP/Reuters/DPA / AP / DPA / Reuters