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Anschläge in Paris: Tote Polizisten, gefälschte Fotos: Diese Gerüchte kursieren im Netz

Nach den Anschlägen in Paris brodelt die Gerüchteküche im Netz: Polizisten sollen getötet und ein Flüchtlingscamp angezündet worden sein. Solche Falschmeldungen verbreiten sich wie ein Lauffeuer. 

Im Netz verteilen sich absurde Gerüchte rund um die Anschläge in Paris.

Im Netz verteilen sich absurde Gerüchte rund um die Anschläge in Paris.

Nie war es einfacher, sich schnell und verlässlich zu informieren. Dank des Internets sind Informationen in Echtzeit verfügbar - doch dieser Segen ist auch ein Fluch. Denn die Quellen der Infos sind häufig kaum zu überprüfen. Und eigentlich müsste sich jeder User permanent fragen: Wie verlässlich sind diese Infos? Kann das stimmen?

Gerade solche extremen Situationen wie die Anschläge in lassen die Gerüchteküche im Netz hochkochen. Geschmacklose Falschmeldungen geistern durchs Internet und werden unzählige Male geteilt. 

Diese Gerüchte sind inzwischen widerlegt worden:

1. Der Eiffelturm ist nicht von Banksy

In den sozialen Netzwerken zeigen User ihre Solidarität mit Paris durch Bilder. Gern genommenes Motiv: Ein flüchtig gemalter Eiffelturm als Friedenssymbol - immerhin getwittert von "@therealbanksy". Aber das stimmt nicht, der Account ist ein Fake. Gemalt hat das Bild Jean Jullien.

2. Brennendes Flüchtlingsheim hat nichts mit Paris zu tun

In der Nacht von Freitag auf Samstag brannte in Calais eine Flüchtlingsunterkunft, berichtet der "Independent". Schnell kamen Gerüchte auf, der Brand stünde im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris. Inzwischen gehen die Ermittler offenbar davon aus, dass eine Kerze oder ein Kocher und starker Wind den Brand ausgelöst haben. Bereits Anfang des Monats gab es in der Flüchtlingsheim eine Gasexplosion - auch diese Bilder werden mit der aktuellen Situation vermischt. 

3. Die Anschläge wurden nicht über die Sozialen Medien angekündigt

Kurz nach den Attentaten in Paris sorgte ein Tweet (genauer: Ein Screenshot davon) vom 5. November für Aufregung. Darin wurde angekündigt, dass "in ein paar tagen" mehr als 100 Menschen in Paris sterben werden. Doch laut Buzzfeed France ist der Tweet-Screenshot nachträglich verändert worden - im ursprünglichen text findet sich nichts von angekündigten Morden. Allerdings erzählte ein Geheimdienstexperte der "Bild am Sonntag", dass die Attentäter Twitter genutzt haben, um zu kommunizieren. "Sie nutzen Social Media als eine Form des Gefechtsstandes", sagte er der "BamS". 

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4. Die leeren Straßen von Paris

Die französische Regierung hatte alle Pariser nach den Anschlägen aufgefordert, das Haus nicht zu verlassen. Auch die stern-Reporter berichten von leer gefegten Straßen in Paris. Doch nicht alle Bilder aus der Stadt sind auch wirklich aktuell. So geistern ein Bild durch die sozialen Netzwerke - doch das stammt aus dem Jahr 2008 un wurde im Zuge eines Kunstprojekts gemacht.

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5. Uber hat keine saftigen Preis in der Anschlagsnacht verlangt

Die Nachfrage regelt den Preis - diese alte Wirtschaftsweisheit trifft auch auf Taxi- und Hotelpreise zu. In der Anschlagsnacht soll der Taxisdienst Uber ordentlich an der Preisschraube gedreht haben. Fahrer sollen das Fünffache der normalen Preise verlangt haben. Doch bestätigen ließ sich diese Behauptung nicht. Das Unternehmen reagierte promt: Es habe keine höheren Preise gegeben, so Uber via Twitter. 

6. Diese Aufnahme entstand nicht vor dem Konzert im Bataclan

Ein Konzertsaal und die Band Eagles of Death Metal - und dennoch ist das Bild nicht kurz vor dem Terrorangriff auf das Bataclan in Paris ausgenommen worden. Das Foto entstand bei einem Gig der Band in Dublin einige Tage zuvor. 

7. Polizisten sind nicht getötet worden

Einige Seiten im Netz haben gestreut, dass bei den Anschlägen vier Polizisten ums Leben gekommen seien. Doch die Behörden sprechen lediglich von einem verletzten Polizisten. Darüber hinaus wurde ein Zivilpolizist, der nicht im Dienst war, in der Rue de Charonne getötet. Ein Kommissar, der das Konzert der Eagles of Death Metal privat besucht hat, ist verletzt worden. 

kg