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Tham-Luang-Höhle: Warum die Rettungsaktion in Thailand fast im Desaster geendet hätte

Taucher, Helfer und der Einsatzleiter haben kurz nach der gefährlichen Rettungsmission über die Risiken des Einsatzes gesprochen. Um ein Haar hätte die Rettung weitere Todesopfer gefordert.

Helfer tragen einen Jungen, der auf einer Liege liegt, aus der Tham-Luang-Höhle

Helfer tragen einen Jungen, der auf einer Liege liegt, aus der Tham-Luang-Höhle

AFP

Wenige Tage nach der riskanten Rettung von zwölf Jungs und ihrem Fußballtrainer aus einer Höhle im Norden Thailands sind nun neue Details der Rettung bekannt geworden. Der britische "Guardian" hat unter anderem mit drei Tauchern, die an der Rettung beteiligt waren, gesprochen. Was die Helfer berichten, klingt nach Dramatik pur. 17 Tage haben hunderte Helfer erst nach den in einer mit Regenwasser gefüllten Höhle eingeschlossenen Kindern und ihrem Trainer gesucht und sie anschließend befreit. Bei der Vorbereitung der Rettungsaktion kam ein Rettungstaucher wegen Sauerstoffmangels ums Leben.

Sauerstoffmangel und heftiger Regen: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Thailändische Offizielle stellen die Rettung als Kampf gegen die Elemente dar: steigendes Regenwasser, verbrauchte Luft und durch Erde verschlammtes Höhlenwasser. Die vom " " zitierten Taucher berichten, dass sie das, was sie in der Höhle vorfanden, so noch nie zuvor gesehen hätten. Das Wasser sei total schlammig und in der Höhle sei es dazu auch noch stockfinster gewesen, so Apakorn Youkongkaew, Mitglied der thailändischen Navy Seals. Ein Video der Rettung wurde gerade auf Facebook veröffentlicht.

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Gepostet von Thai NavySEAL am Mittwoch, 11. Juli 2018

Das erste Mal kam Unruhe auf, als die Navy Seals für 23 Stunden den Kontakt zu zwei Teams, die weiter im Innern der Höhle waren, verloren hatten. Zum Glück war den Rettern aber nichts zugestoßen. Doch die Zeit drängte. Die Rettungsmission musste schnell durchgeführt werden.

Plötzlich fallen die Pumpen aus

Selbst als die Taucher das Fußballteam und ihr Trainer gefunden hatten, war die Sorge groß, dass die Eingeschlossenen wegen des sinkenden Sauerstoffgehalts ins Koma fallen könnten. Als die Jungs und ihr Trainer entdeckt wurden, habe der Sauerstoffgehalt nur noch bei 15 Prozent gelegen. Üblich seien 21 Prozent. Wäre der Sauerstoffgehalt auf unter zwölf Prozent gesunken, wären die Eingeschlossenen wahrscheinlich bewusstlos geworden. Doch damit nicht genug. Der für die Jahreszeit typische Monsunregen wurde immer intensiver. "Der Regen im Norden Thailands ist so heftig wie in keiner anderen Region", wird Einsatzleiter Narongsak Osatanakorn im "Guardian" zitiert. Wäre das Wasser noch weiter angestiegen, hätten die Kinder wohl auch in ihrem rettenden Unterschlupf keine Überlebenschancen mehr gehabt. Zum Glück funktionierten zum Zeitpunkt der Rettung die Pumpen noch. Ein gefährliches Ansteigen des Wasserpegels konnte so vorerst verhindert werden.

Kurz vor Ende des Rettungseinsatzes sei in der Höhle plötzlich Panik unter den Helfern ausgebrochen. Die Pumpen, die außerhalb der Höhle standen und permanent Wasser aus der Höhle pumpten, fielen auf einmal aus. Drei australische Taucher schildern im "Guardian" die dramatische Situation. Als sie weit im Innern der Höhle gerade Equipment einsammelten, hörten sie plötzlich laute Schreie. Helfer mit Stirnlampen seien auf sie zugerannt gekommen, um sich vor den steigenden Wassermassen in Sicherheit zu bringen. Dem Bericht nach seien rund 100 Helfer zum Ausgang der Höhle gerannt. Knapp eine Stunde hätten sie für den Weg aus dem Innern der Höhle bis zum Ausgang gebraucht.

Das "Wunder von Thailand"

Die Schilderungen der Beteiligten zeigen, wie die Rettungsaktion beinahe in einem Desaster geendet wäre. Hätte die Pumpe bei dem heftigen Monsunregen früher den Geist aufgegeben, wäre nicht nur das Leben der Eingeschlossenen, sondern auch das Leben hunderter Helfer gefährdet gewesen. So aber bleibt die Rettungsmission ein großer Erfolg und wird zu Recht als "Wunder von Thailand" gefeiert.

hh