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Trauer um 239 Insassen: Passagierflugzeug aus Malaysia abgestürzt

Zwei Stunden nach dem Start verschwindet ein Flugzeug in Südostasien vom Radar. Nun gibt es die traurige Gewissheit: Die Boeing 777 der Malaysia Airlines ist abgestürzt. 239 Menschen waren an Bord.

Ein Flugzeug mit 239 Menschen an Bord ist am Samstag vor der Küste von Vietnam abgestürzt. Der Kontakt zu der Maschine sei eine Minute vor Eintritt in den vietnamesischen Luftraum abgebrochen, sagte der Sprecher der Nationalen Rettungskräfte, Generalleutnant Pham Hoai Giang, der DPA. Er sagte der Zeitung "VTC News": "Ich kann bestätigen: die Maschine ist abgestürzt. Sie gilt nicht als vermisst." Die Absturzstelle befindet sich vor der Insel Tho Chu südwestlich von Ho Chi Minh Stadt.

Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war kurz nach Mitternacht (00.41 Uhr Ortszeit, 19.41 Uhr MEZ) in der malaysischen Hauptstadt abgehoben und hätte laut Plan um 6.30 Uhr morgens (Ortszeit, 23.30 Freitagabend MEZ) in Peking landen sollen. An Bord waren überwiegend chinesische Passagiere sowie drei Franzosen, ein Italiener, ein Niederländer und ein Österreicher.

Der Funkkontakt brach nach Angaben der Fluggesellschaft zwei Stunden nach dem Start ab. Es habe keinerlei Anzeichen gegeben, dass die Maschine in Schwierigkeiten war, sagte Malaysia-Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Der Pilot sei seit 1981 für die Gesellschaft geflogen und mit fast 20.000 Flugstunden höchst erfahren. Auch das Wetter könne nicht die Absturzursache gewesen sein. "In der Region, in der die Maschine verschwand, wurde zu dem Zeitpunkt keine ungewöhnliche Wetterlage gemeldet", sagte der stellvertretende vietnamesische Verkehrsminister Pham Quy Tieu.

Malaysische Regierung dementiert Absturz

Sowohl malaysische als auch vietnamesische Such- und Rettungstrupps seien derzeit auf dem Weg zur Unglücksstelle. Die vietnamesische Marine alarmierte nach Medienberichten Fischer in der Region, um bei der Ortung des Wracks zu helfen. Boeing stellte ein Expertenteam zusammen, um bei der Aufklärung des Unglücks zu helfen, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte. "Wir drücken den Familien der Menschen an Bord unser tiefstes Mitgefühl aus", hieß es dort.

Die malaysische Regierung hat jedoch vietnamesische Medienberichte über den Absturz dementiert. Es seien bislang keine Trümmerteile gefunden worden, erklärte Verkehrsminister Hishamuddin Hussein. Er habe keine neuen Informationen.

Malaysia Airlines ist die nationale Fluggesellschaft. Sie gilt als zuverlässige Airline. Das von einem früheren amerikanischen Flugsicherheitsanalysten gegründete Portal AirSafe.com führt seit 1970 nur zwei tödliche Zwischenfälle auf.

1977 seien 100 Menschen ums Leben gekommen, als eine entführte Maschine in der Nähe von Johor an der Grenze zu Singapur explodierte. 1995 sei eine Maschine bei der Landung in Tawau verunglückt. 34 der 53 Insassen kamen um. Bei einer missglückten Landung einer Maschine der Malaysia-Airlines-Tochter MASWings kamen im Oktober auf Borneo zwei Menschen um.

Malaysia Airlines fliegt mit Boeing- und Airbus-Maschinen - darunter auch mit dem Airbus A380 - nach eigenen Angaben täglich 37.000 Passagiere zu 80 Zielen im In- und Ausland.

kgi/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters