Tropensturm "Agatha" "Wir haben viele Tote und die Notunterkünfte sind überfüllt"


In Mittelamerika ist die Zahl der Toten nach dem ersten Tropensturm dieses Jahres auf mindestens 150 gestiegen.

In Mittelamerika ist die Zahl der Toten nach dem ersten Tropensturm dieses Jahres auf mindestens 150 gestiegen. Zahlreiche Bewohner wurden am Dienstag noch vermisst, Tausende wurden obdachlos. Mehrere Ortschaften waren nach Erdrutschen und Überschwemmungen infolge des Sturms "Agatha" von der Außenwelt abgeschnitten. Am schwersten betroffen war Guatemala, wo nach Behördenangaben 123 Menschen ums Leben kamen. Mindestens 90 weitere wurden vermisst. Rund 110.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Im Westen der Hauptstadt Guatemala-Stadt hätten Erdrutsche etliche Dörfer unter sich begraben und dabei mindestens 60 Menschen in den Tod gerissen, sagte der Gouverneur der Provinz Chimaltenango, Erick de Leon. "Wir haben viele Tote. Die Straßen sind blockiert. Die Notunterkünfte sind überfüllt. Wir brauchen Wasser, Nahrung, Kleidung, Decken und mehr als alles andere Geld", sagte er.

Auch in El Salvador und Honduras hinterließ "Agatha" eine Spur der Verwüstung, in allen drei Ländern wurde der Notstand ausgerufen. In Honduras wurden 17 Todesopfer gemeldet. Nach heftigen Regengüssen führen die Flüsse Hochwasser und Meteorologen können noch keine Entwarnung geben. Die Regenfälle sollen noch drei weitere Tage anhalten. Die Behörden forderten die Menschen auf, sich von den Gewässern fern zu halten. Tausende haben bereits ihre Häuser verlassen.

Im Nachbarland El Salvador trat der Fluss Lempa bereits über die Ufer und überflutete mindestens 20 Dörfer. Nun bedrohen die anhaltenden Regenfälle die Hauptstadt San Salvador. Behörden haben bereits gewarnt, der Fluss Acelhuate könnte die Hauptstadt überfluten. Vorsorglich wurde der Unterricht an allen Schulen und Universitäten ausgesetzt. Über 11.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Bisher kamen in El Salvador zehn Menschen durch die Unwetter ums Leben. Die Zahl könnte allerdings noch steigen, zwei Personen werden noch vermisst.

Der Tropensturm war am Samstag mit einer Geschwindigkeit von 75 Stundenkilometern auf die Küste getroffen.

APN APN

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