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Extrem-Hochwasser in Nordengland: Briten befürchten noch mehr Regen

Mit so viel Regen über die Weihnachtstage hatte in England keiner gerechnet: Städte und Dörfer stehen unter Wasser, Tausende sitzen in Notunterkünften. Der Polizei fehlt es an Warnschildern. Das Militär muss helfen.

Mitglieder des Rettungsdienstes im Boot in York

Mitglieder des Rettungsdienstes in York: Fortbewegung nur noch per Boot möglich

Nach starkem an den Weihnachtstagen bringen Überschwemmungen Tausende Menschen im Norden Englands in Not. Viele Betroffene bei York und Leeds mussten ihre Häuser verlassen. Sie fanden in Notunterkünften Schutz. Tausende waren alleine in der Region Manchester am Sonntag ohne Strom.

"Wir haben entschieden, mehr Mittel des und mehr Militärangehörige einzusetzen", sagte Premierminister David Cameron am Sonntag nach einer telefonischen Krisensitzung. Die Regierung werde weiter in den Hochwasserschutz investieren. 

Nach Angaben von Umweltministerin Elizabeth Truss sind manche Flüsse stärker über die Ufer getreten als je zuvor. Aktuell sei am wichtigsten, Leben und Wohnungen der Menschen zu retten, sagte sie dem Sender BBC, die Lage sei "beispiellos". Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst keine. 

Auch im vergangenen Winter hatte es in Teilen Großbritanniens Hochwasser gegeben, besonders heftig waren die Überschwemmungen im Februar 2014. Regelmäßig wird die Regierung für Versäumnisse in der Vorsorge kritisiert. Die Labour-Partei forderte die konservative Regierung auch am Sonntag auf, mehr zu investieren. 

Weitere Regenfälle und Wind vorhergesagt

"Es wird immer deutlicher, dass sogenannte beispiellose Wetterlagen von Dauer sind", sagte die umweltpolitische Sprecherin der Oppositionspartei, Kerry McCarthy. Für die kommende Woche sagte der Wetterdienst weitere Regenfälle und Wind voraus.

Der 200 Jahre alte Waterside Pub in Manchester hat mit den Fluten des River Irwell zu kämpfen

Wasserschaden: Der 200 Jahre alte Waterside Pub in Manchester hat mit den Fluten des River Irwell zu kämpfen

Nicht nur das Militär, sondern auch das Rote Kreuz, Polizei und Feuerwehr sowie Helfer der Bergwacht waren rund um die Uhr im Einsatz, um Sandsäcke aufzuschichten und Menschen aus ihren Häusern zu holen. Mancherorts stießen die Behörden bereits an ihre Grenzen: "Haben keine 'Straße geschlossen'-Schilder mehr", schrieb etwa die Polizei North Yorkshire auf Twitter. "Fahren Sie nicht ins Hochwasser, vermeiden Sie überschwemmte Straßen."

Bewohner der Hochwassergebiete klagten in der britischen Presse über einen Mangel an Sandsäcken und überlastete Rettungsdienste. In anderen Regionen hatten nach tagelangen Regenfällen am Sonntag bereits die Aufräumarbeiten begonnen.

tim / DPA