Tropensturm "Jeanne" wütet auf Haiti


Der Tropensturm "Jeanne" hat mindestens 90 Menschen das Leben gekostet. Dutzende werden noch vermisst. Die Stadt Gonaives wurde im Schlamm begraben.

Der Tropensturm "Jeanne" hat in Haiti nach Angaben von Hilfsorganisationen und Regierung mindestens 90 Menschen das Leben gekostet. Der Nordwesten des Karibikstaats war weitgehend überschwemmt. Dutzende von Familien harrten auch am Sonntag noch auf den Dächern ihrer Häuser aus. Da etliche Menschen auch weiterhin vermisst werden, könnte sich die Zahl der Opfer noch weiter erhöhen. Mindestens 380 Menschen sind verletzt worden. Die benachbarte Dominikanische Republik meldete elf, Puerto Rico drei Todesopfer.

Haiti war besonders schwer betroffen, weil es dort kaum noch Wälder gibt, die die Fluten zurückhalten könnten. Am Samstagabend überschwemmten Springfluten die Küstenstadt Gonaives im Nordwesten Haitis. Allein dort zählte die Hilfsorganisation Caritas Internationalis 80 Tote. Die ganze Stadt war mit Schlamm bedeckt. Das Wasser stand nach Angaben von Bewohnern bis zu vier Meter hoch, ganze Viertel wurden von den Wassermassen weggerissen. In der Umgebung der Stadt seien mindestens zehn weitere Menschen ums Leben gekommen, teilte das Innenministerium mit.

Latortue bittet um Hilfe

Übergangsministerpräsident Gerard Latortue, der mit einem UN-Fahrzeug das Gebiet besuchen wollte, konnte viele Orte nicht erreichen. "Wir wissen nicht, wie viele Tote es gibt", sagte Latortue. "2004 war ein schlimmes Jahr." Er bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Latortue sagte, er werde den Notstand ausrufen. Die Weltgesundheitsorganisation habe ein Mitarbeiterteam entsandt, das Pakete mit Medikamenten verteilen sollte.

"Jeanne" verschont Florida

"Jeanne" hatte bereits im Nachbarstaat Dominikanische Republik elf Menschen das Leben gekostet und hunderte Häuser zerstört. In Puerto Rico riß der Tropensturm drei Menschen in den Tod. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA befindet sich der Sturm etwa 230 Kilometer nordöstlich von San Salvador, einer Insel im Zentrum der Bahamas. Mit Windgeschwindigkeiten von 80 Kilometern in der Stunde bewege er sich weiter in Richtung Norden. Die Experten rechneten damit, dass sich "Jeanne" am späten Montag nach Nordosten hin weiter von den Bahamas entfernen würde. Auch Florida würde dann von dem Sturm verschont bleiben. In dem US-Bundesstaat hatten in den vergangenen fünf Wochen bereits drei Hurrikans erheblichen Schaden angerichtet.

AP/Reuters AP Reuters

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