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Unwetter auf den Philippinen: Super-Taifun "Haiyan" bringt Tod und Verwüstung

Nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" zeigt sich auf den Philippinen ein Bild des Grauens: Leichen liegen in den Straßen, einige Orten sind vollständig zerstört. Nun zittert Vietnam vor dem Sturm.

Der gewaltige Taifun "Haiyan" hat auf den Philippinen Chaos und Verwüstung hinterlassen. In Tacloban auf der Insel Leyte lägen die Leichen auf den Straßen, sagte John Andrews, Vize-Direktor der Zivilluftfahrtbehörde, im Fernsehen. Er bezog sich auf Angaben seines Stationsmanagers vor Ort. Die Armee sei inzwischen vor Ort und berge die Leichen, sagte ein Sprecher. Energieminister Jericho Petilla sagte dem Sender ABS-CBN, womöglich seien in der Region hunderte Menschen gestorben.

Rote-Kreuz-Mitarbeiter berichten von massiver Zerstörung in . "Es dürften 80 Prozent der Stadt zerstört sein", sagte Bernd Schell, Koordinator des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Hauptstadt Manila. Niemand habe bislang eine Übersicht über das Ausmaß der Katastrophe, betonte er. "Wir hören von Dutzenden Toten", sagte er. "Die ganze Stadt liegt voller Trümmer."

Auch der Sprecher der Behörde für Katastrophenschutz, Balido, berichtet von massiven Schäden in der Region: "Es steht fast kein Haus mehr." Viele Menschen seien umgekommen. Konkrete Angaben über Schäden und Opfer waren nicht möglich, weil die Region noch immer keine Strom- und Telefonverbindungen hat und der Zugang durch Erdrutsche und ungestürzte Bäume erschwert wird.

Meterhohe Sturmfluten

Die Behörden mobilisierten tausende Soldaten und Helfer, um die Menschen im Katastrophengebiet in den Zentralphilippinen zu versorgen. Mancherorts kamen sie nach Medienberichten nur zu Fuß weiter, weil die Straßen durch Erdrutsche und umgestürzte Bäume versperrt sind. Die Armee war auch mit Hubschraubern im Einsatz. " " war mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern in der Stunde einer der gewaltigsten Taifune, die je Land erreicht haben.

"Wir haben von unserem Stationsmanager in Tacloban gehört und er spricht von mindestens 100 Toten und mindestens 100 Verletzten", sagte Andrews. "Sie haben Hilfsgüter und Hilfe für Verletzte angefordert." Das Flughafengebäude der Hafenstadt mit 220.000 Einwohnern sei zerstört, sagte er dem Sender ABS-CBN. und Telefon funktionierten dort nicht. Der Stationsmanager habe über Funk kommuniziert.

"Das letzte Mal, dass ich Zerstörung in diesem Ausmaß gesehen habe, war nach dem Tsunami im Indischen Ozean", berichtete Sebastian Rhodes Stampa, Nothilfe-Koordinator der Vereinten Nationen, an seine Zentrale. "Die Verwüstung hat gewaltige Ausmaße. Autos liegen überall verstreut und die Straßen sind voller Schutt und Trümmer." Tacloban liegt an der San Pedro und San Pablo-Bucht auf der Insel Leyte, genau in der Region, über die das Auge des Taifuns zog.

"Haiyan" nimmt Kurs auf Vietnam

Taifun "Haiyan" tobte am Samstag wieder über dem offenen Meer und nahm Kurs auf Vietnam. Dort sollte er nach Angaben von Meteorologen als gefährlicher Kategorie 4- Sturm am Sonntag Land erreichen. Das entspräche Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern in der Stunde. Zum Vergleich: Das Orkantief "Christian" vor einigen Wochen in Deutschland brachte Windgeschwindigkeiten von 190 km/h in Böen.

In Vietnam lief eine große Evakuierungsaktion an, um die Bevölkerung in Sicherheit zu bringen. Rund 100.000 Menschen wurden von den Behörden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen und in Gemeinschaftsunterkünften Zuflucht zu suchen. Der vietnamesische Regierungschef Ngyuen Tan Dung sagte angesichts der Schäden auf den Philipinen "komplizierte Entwicklungen" für seine Landsleute voraus. Vor allem in den zentralvietnamesischen Provinzen Danang und Quang Nai wurden Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

cjf/AFP/DPA / DPA