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Schweres Unwetter in NRW: Tankstelle kracht zusammen, Menschen sollen Häuser nicht verlassen, Zugverkehr eingestellt

Extremer Niederschlag und schwere Gewitter setzen vielen Städten in Nordrhein-Westfalen zu. Wegen des Unwetters wurde der Zugverkehr teilweise eingestellt, die Rettungskräfte sind im Großeinsatz.

Wuppertal

Den dritten Tag in Folge halten schwere Unwetter Teile Deutschlands im Griff. Während im Norden bereits mancherorts Dürre herrscht und Wasserwerke zum Wassersparen aufrufen (lesen Sie dazu hier im stern: "Hitzewelle: Der Norden fällt trocken - in Stade kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn"), erleben die Menschen in Nordrhein-Westfalen sintflutartige Regenfälle.

Die Deutsche Bahn stellte im Raum Wuppertal den Zugverkehr komplett ein. Teilweise seien Gleise vom Regen überspült worden, so ein Sprecher des Unternehmens. Die Züge seien an den Bahnhöfen abgestellt worden oder würden umgeleitet. Wie lange die Störungen, die auch die Region um Hilden betreffen, andauern werden, sei unklar.

Auch der Betrieb der Wuppertaler Schwebebahn wurde eingestellt, wie die Stadtwerke mitteilten. Das Dach einer Tankstelle ist unter den Wassermassen eingestürzt, ein Gebäude der Uni ist beschädigt. Zahlreiche Straßen sind laut Augenzeugen überschwemmt, die Autos stehen bis zu den Seitenfenstern im Wasser. "In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Die Feuerwehr ist im Großeinsatz und kümmert sich um abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und unterspülte Straßen. Die Helfer riefen die Bevölkerung auf, Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen.

Schwere Unwetter auch in Duisburg und Aachen

Auch andere Städte der Region wurden von dem Unwetter stark betroffen. In Duisburg ist der Führungsstab der Feuerwehr zusammengekommen, um die Hilfs- und Rettungseinsätze zu koordinieren. Dort ist nach Angaben der Verkehrsgesellschaft unter anderem die Verknüpfungshalle am Hauptbahnhof überschwemmt.

In Aachen floss die Tiefgarage eines Einkaufszentrums voll Wasser, die Rettungskräfte wurden zu hunderten Einsätzen gerufen. Der Strom fiel an einigen Orten der Stadt aus.

Die Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag des rechtsextremen Brandanschlags in Solingen musste wegen eines Wolkenbruchs abgebrochen werden. Hunderte Besucher suchten unter Bäumen Schutz vor den Wassermassen, wurden aber vom Veranstalter zum Verlassen des Ortes aufgefordert.

Deutscher Wetterdienst veröffentlicht Warnungen

Ob es durch das Unwetter Verletzte oder gar Tote gab, war am Abend zunächst noch nicht bekannt. Auch zur Höhe der Sachschäden gibt es bislang keine Angaben.

Der Deutsche Wetterdienst verbreitete eine Unwetterwarnung für viele Regionen in Nordrhein-Westfalen. Eine stets aktuelle Übersicht bieten die Meteorologen auf ihrer Internetseite an. Mit einem Abklingen der Gewitter rechnen sie erst für die Nacht.

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