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Feuer bei Bordeaux "Unglaublich, was hier passiert": 16.000 Menschen fliehen vor Waldbrand an der Dune du Pilat

Ein quadratisches, weißes Schild mit blauem Pfeil steckt im Sand und weist den Weg zu einem Camping an der Dune de Pilat
Die Campingplätze an der berühmten Dune de Pilat wurden schon vergangene Woche evakuiert. Nun sind sie zum Großteil niedergebrannt
© Thibaud Moritz / AFP
Trotz des Einsatzes von fast 1700 Feuerwehrleuten sind die Waldbrände an der französischen Atlantikküste noch nicht unter Kontrolle. Rund um die berühmte Dune du Pilat vernichten die Flammen auch Existenzen.

Rund um die Dune du Pilat an der französischen Atlantikküste spielen sich noch immer dramatische Szenen ab. Die Waldbrände rund um die höchste Wanderdüne Europas haben nach Angaben der Behörden fünf Campingplätze "zu 90 Prozent" abgebrannt. 6000 Urlauber waren schon in der vergangenen Woche von dort evakuiert worden. Die Regionalzeitung "Sud Ouest" schildert die Lage vom gestrigen Montag so: Nach der Aufforderung, Le Pyla wegen des Rauchs und des sich nähernden Feuers zu evakuieren, habe sich eine lange Autoschlange in Bewegung gesetzt. "Der Rauch fing wirklich an, unangenehm zu werden", sagte ein Urlauber namens Yves der Zeitung. Von einem Nachbarn habe er von der Evakuierungsanordnung erfahren.

Ein Angestellter eines Hotels in Pyla findet es "unglaublich, was hier passiert", sagte er laut der Zeitung und kritisiert das Tempo der Evakuierung. "Ich glaube, wir werden stundenlang festsitzen, und ich verstehe nicht, warum es nicht schneller geht".

16.000 Menschen vor Waldbränden evakuiert

Fast 1700 Feuerwehrleute aus ganz Frankreich waren gegen zwei große Feuer in der Nähe von Bordeaux im Einsatz, die nach Angaben der Behörden vom Montagabend rund 17.000 Hektar Wald zerstörten. In den umliegenden Gebieten mussten rund 16.000 Menschen am Montag in Sicherheit gebracht werden. In Zusammenhang mit einem der beiden Brände wurde ein Mann wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen.

Laut "Sud Ouest" war in der Nähe der Düne auch eine Serie von Explosionen zu hören. "Einige Minuten später wird klar, dass sie von den Gasflaschen der Campingplätze stammen, die brennen", schreibt die Zeitung. Der Wind habe mit bis zu 80 km/h geweht und das Feuer in Richtung der Düne getrieben. Auf dem Parkplatz der Touristenattraktion seien Feuerwehrautos aufgereiht gewesen. Am Nachmittag hätte die Feuerwehr mit einem Bulldozer angefangen, Bäume am Parkplatz zu roden, um eine Schneise gegen das Feuer zu schaffen.

Wie "Sud Ouest" berichtet, sind in der Nacht zu Dienstag bei La Teste weitere 1800 Hektar Wald ein Raub der Flammen geworden, bei Landiras 800.

Campingplatz von Ex-Fußballer zerstört

Der französische Ex-Fußball-Nationalspieler Mathieu Valbuena war Mitbesitzer eines der zerstörten Campingplätze an der Dune du Pilat. Er schildert in einem Interview mit "Le Parisien" seine Gefühlslage: "Es sind schreckliche Bilder und es ist sehr traurig, diese Hektar und Hektar Wald in Rauch aufgehen zu sehen. Es sei aber, dass die Menschen in Sicherheit seien. Angesichts der Zerstörung seines Campingplatzes verspüre er eine große Traurigkeit. "Es fällt mir sehr schwer zu realisieren, dass es ihn heute nicht mehr gibt. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es so weit kommen würde", sagte Valbuena der Pariser Tageszeitung. "Das tut weh..."

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Trotz seines Verlustes zollt Valbuena den Feuerwehrleuten Respekt: "Sie setzen ihr Leben aufs Spiel, weil das Feuer immer weiter voranschreitet, und ich möchte ihnen von ganzem Herzen danken und ihnen sagen, dass wir hinter ihnen stehen." Er zeigt sich vorsichtig optimistisch, den Campingplatz wieder aufbauen zu können: "Die Zeit wird kommen, sich neu aufzustellen. Und wir hoffen, dass die Franzosen weiterhin so zahlreich kommen werden, denn wir haben eine sehr schöne Region."

Noch allerdings müssen erst einmal die Feuer zwischen Bordeaux und Atlantik unter Kontrolle gebracht werden.

Quellen:"Sudouest.fr" zur Lage am Montag, "Sudouest.fr" zur Lage am Dienstag, "Le Parisien"-Interview mit Valbuena, DPA.

mit DPA

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