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Am Sonntag wird die Zeit umgestellt: "Wer hat an der Uhr gedre..." "Ach, hör doch auf!"

In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt - Winterzeit. Die Zeitumstellung ist bei vielen Menschen extrem unbeliebt - und ihren eigentlichen Zweck verfehlt sie auch.

In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit: Um drei Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde auf die mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt. Dass der Sonntag so eine Stunde länger ist, dürfte die meisten Menschen zwar nicht stören. Dennoch ist die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr und auf Normalzeit im Herbst unbeliebt. Denn viele Menschen leiden gesundheitlich darunter, weshalb seit Einführung der Sommerzeit 1980 auch regelmäßig über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert wird.

Fast drei Viertel der Deutschen plädieren nach einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse DAK dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen. Immerhin mehr als jeder fünfte - 22 Prozent - der rund 3500 Befragten hatte wegen der Umstellung schon einmal körperliche oder psychische Probleme. Frauen haben mit 28 Prozent dabei im Vergleich zu Männern mit 16 Prozent fast doppelt so oft Schwierigkeiten damit. 

Zeitumstellung: Man wollte Energie sparen

Drei Viertel derjenigen, die unter der Zeitumstellung leiden, fühlen sich müde und schlapp. 60 Prozent haben Einschlafprobleme, und mehr als ein Drittel kann sich schlechter konzentrieren. Zwölf Prozent gaben sogar an, depressive Verstimmungen wahrgenommen zu haben. Jeder fünfte Berufstätige kam wegen der Umstellung schon einmal nicht pünktlich zur Arbeit.

Kritiker der Zeitumstellung führen außerdem ins Feld, dass diese ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Eigentlich sollte das Vorstellen der Uhr im Frühjahr zum Energiesparen in der hellen Jahreszeit beitragen. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorn "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht.

Nach Ansicht von Kritikern sind dadurch entstehende Energiespareffekte aber kaum nachweisbar. Auch das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kam im vergangenen Jahr in einer Analyse zu dem Schluss, dass die energetischen Aspekte kaum ins Gewicht fallen.

Deutsche Bahn lässt Züge eine Stunde ruhen

Ab Sonntag jedenfalls wird es nun morgens wieder früher hell und dafür nachmittags eher dunkel. Technisch ist die Zeitumstellung unproblematisch. Taktgeber für die Zeit sind in Deutschland die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Die PTB ist durch das Zeitgesetz von 1978 damit beauftragt, die für den "amtlichen und geschäftlichen Verkehr" in Deutschland maßgebende Uhrzeit anzugeben und zu verbreiten.

Auch für die Deutsche Bahn (DB) ist die Zeitumstellung längst Routine. Die DB-Nachtzüge halten in der Nacht zum Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke. Damit schließt die Bahn den ungewöhnlichen Fall aus, dass ihre Züge zu früh ankommen könnten - und das gleich um eine ganze Stunde. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Am 25. März wird die Zeit wieder vorgestellt

Übrigens war die Bundesrepublik - neben Dänemark - 1980 das letzte Land der damaligen Europäischen Gemeinschaft, das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Zeitumstellung anpasste. Die nun ab Sonntag wieder einsetzende Normalzeit gilt bis zum 25. März 2018. Dann werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt.

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pg / AFP
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