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Zugunglück von Hordorf: Neue Vorwürfe gegen Lokführer

Nach dem schweren Zugunglück in Sachsen-Anhalt steht der Lokführer des beteiligten Güterzugs immer mehr in der Kritik. Einem Zeitungsbericht zufolge hat er vor dem Unfall gleich zwei Haltesignale übersehen. Unterdessen will Bahnchef Grube die Sicherheit von Deutschlands Schienennetz überprüfen.

Nach dem schweren Zugunfall in Sachsen-Anhalt mit zehn Toten verschärfen sich die Vorwürfe gegen den Lokführer des Güterzuges. Laut "Bild"-Zeitung steht fest, dass der 40-Jährige vor dem Zusammenstoß mit einem Regionalzug zwei Haltesignale missachtete. Das gehe aus einem Bericht von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an den Verkehrsausschuss des Bundestages hervor, der dem Blatt nach eigenen Angaben vorliegt. Sprecher der Bundespolizei und der Magdeburger Polizei wollte dazu in der Nacht zum Dienstag nichts sagen.

Die Deutsche Bahn zieht derweil ihre Konsequenzen aus dem Unglück und will schnellstmöglich mehr eingleisige Strecken mit moderner Sicherungstechnik ausstatten. "Da ist Handlungsbedarf", sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann". Dies gelte vor allem für Ostdeutschland. Der Konzern wolle alle eingleisigen Strecken analysieren und wo nötig den Einbau eines automatischen Bremssystems aus eigenen Mitteln finanzieren. Er wolle nicht auf Bundesministerien warten, sagte Grube. Vom knapp 34.000 Kilometer langen Schienennetz, das die Bahn betreibt, sind etwa 15.000 Kilometer eingleisig.

Zwei Verletzte schweben noch in Lebensgefahr

Am Samstagabend war der Harz-Elbe-Express (HEX) auf eingleisiger Strecke frontal in den Güterzug gerast und von den Schienen geschleudert worden. Dabei starben zehn Menschen, 23 wurden schwer verletzt, zwei von ihnen schweben noch in Lebensgefahr. Grube erläuterte, an der Unglücksstelle sei der Einbau der "Punktförmigen Zugbeeinflussung" (PZB) für März vorgesehen gewesen. Das Sicherungssystem, das Züge bei der Fahrt über ein Haltesignal automatisch stoppt, sei dort nicht vorgeschrieben.

Derweil gerät der 40 Jahre alte Lokführer des Güterzugs immer mehr in die Kritik. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wird gegen ihn ermittelt. Es gebe einen Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Bahnverkehrs. Schon am Wochenende hatte es Hinweise gegeben, der 40-Jährige sei möglicherweise nicht im Führerhaus gewesen.

Signal für Personenzug "auf Fahrt"

Laut "Bild" standen die Weichen dem Ramsauer-Bericht zufolge für die Durchfahrt des HEX bereit. Entsprechend war das Signal für den Regionalzug "auf Fahrt" eingestellt. "Die Fahrstraße für den Güterzug war nicht eingestellt und das Einfahrsignal sowie das dazugehörige Hauptsignal zeigten Haltstellung."

Weiter heißt es: "Der Fahrdienstleiter im Stellwerk Hordorf hat ausgesagt, dass er darauf hin noch über Zugbahnfunk einen Nothaltauftrag abgegeben hat." Der HEX-Lokführer habe per Schnellbremsung die Geschwindigkeit von 98 auf 66 Kilometer pro Stunde gedrosselt. Vielleicht verhinderte der bei dem Unfall getötete 35 Jahre alte Mann so noch mehr Opfer.

Bei der Aufklärung des Unglücks erwartet die Polizei Ergebnisse der Auswertung der beiden Fahrtenschreiber frühestens im Verlauf der Woche. Der Lokführer des Güterzugs soll in den nächsten Tagen befragt werden. Die gesperrte Strecke soll nach Bahn-Angaben von diesem Dienstagmorgen wieder befahrbar sein. Zum Gedenken an die Opfer wurden am Unglücksort ein Holzkreuz und Kerzen aufgestellt.

kng/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.