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Wetter: Schneechaos legt den Verkehr lahm

Der Wintereinbruch hat in weiten Teilen Deutschlands für Chaos im Berufsverkehr gesorgt und vorübergehend sogar den Düsseldorfer Flughafen lahmgelegt. Teilweise fielen bis zu 15 Zentimeter Neuschnee, auf vielen Autobahnen gab es Unfälle und Staus. Nach dem Schnee soll nun arktische Kälte folgen.

Viel Schnee und eisglatte Straßen haben den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands massiv behindert. Zigtausende Autofahrer standen auf gesperrten Autobahnen stundenlang in Staus. Allein in Nordrhein-Westfalen, wo in der Nacht rund 15 Zentimeter Schnee fielen, stauten sich die Fahrzeuge auf bis zu 220 Kilometern Länge. Auch der Flugverkehr in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin sowie der Bahnverkehr waren zum Teil stark beeinträchtigt. Zwei Menschen kamen bei Unfällen ums Leben. Die meisten Kollisionen gingen aber glimpflich ab.

Weil die Streufahrzeuge nicht mehr durchkamen und es keine Umleitung gab, stauten sich in der Nacht zum Montag auf der A2 in Niedersachsen in Fahrtrichtung Nordrhein-Westfalen bei klirrender Kälte Autos und Lkw auf 35 Kilometer Länge. "Das war heute Nacht ziemlich gruselig", meinte Polizeisprecher Olaf Bode. Weil zahlreiche Fahrer von Autos und Lkw in dem mitternächtlichen Stau eingeschlafen waren, mussten sie von Polizisten geweckt werden.

Sehr stark betroffen von dem Wetterchaos war auch Nordrhein-Westfalen. Die A43 zwischen Münster und Wuppertal war stundenlang gesperrt, weil sich ein Laster auf eisglatter Fahrbahn querstellte. Auf der A44 bei Marsberg verlor ein Lkw-Fahrer bei Schneeglätte die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab, worauf der Anhänger umkippte. Darin verendeten Tausende Hühner. Die längsten Staus bildeten sich auf der A1 bei Bergheim mit etwa 25 Kilometern und auf der A57 zwischen Köln und Neuss mit etwa 20 Kilometern, wie ein Sprecher der Landesleitstelle in Duisburg sagte

In der Nähe von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein verunglückte in der Nacht ein Lastwagen und blockierte wegen der schwierigen Bergung für Stunden die Strecke. Querstehende Lastwagen sorgten auch in Thüringen auf der A71 bei Suhl, in Bayern auf der A6 bei Lichtenau und in Mecklenburg-Vorpommern auf der A24 zwischen Suckow und Parchim für Behinderungen.

Im mittelfränkischen Treuchtlingen wurde am Vormittag ein Fußgänger auf einem Gehweg von einem ins Schleudern geratenen Auto überfahren und getötet. Im hessischen Main-Kinzig-Kreis starb ein 44-jähriger Mann, der am Morgen mit seinem Auto auf der Landesstraße zwischen Niederdorfelden und Maintal auf schneeglatter Fahrbahn ins Schleudern kam und mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenprallte.

Flughafen Düsseldorf gesperrt

Wegen starker Schneefälle kam es zu Behinderungen auf den Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt und Berlin. Der Düsseldorfer Flughafen musste sogar zeitweilig geschlossen werden. Weil die Räumdienste nicht mehr nachkamen, konnten zwischen 6 und 9 Uhr keine Maschinen mehr starten oder landen, wie ein Sprecher sagte. Vier Flugzeuge wurden bis 11.00 Uhr zu anderen Airports umgeleitet, unter anderem nach Köln/Bonn. Zudem wurden insgesamt 47 Flüge von und nach Düsseldorf gestrichen. Im Laufe des Vormittages normalisierte sich der Flugbetrieb dem Sprecher zufolge dann wieder. Es könne aber weiterhin zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen. Passagiere sollten sich für Informationen an ihre Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften wenden.

Auch die Deutsche Bahn hatte Probleme mit dem Wetter. Nach Angaben von Unternehmenssprechern gab es etliche Verspätungen.

Mitte Deutschlands wird zum europäischen Kältepol

Die Schneewolken zogen am Montag nach Süden. Ihnen folgt Hoch "Angelika" mit viel Sonne und großer Kälte. Über der Schneedecke, die sich am Montag in vielen Regionen gebildet hat, lässt arktische Luft die Temperaturen vor allem nachts bei klarem Himmel drastisch sinken. "Mit Tiefstwerten bis zu minus 20 Grad wird die Mitte Deutschlands in den kommenden Nächten zum europäischen Kältepol", teilte der Wetterdienst meteomedia mit. In Tälern könne es stellenweise sogar noch kälter werden, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Auch tagsüber bleibt es vorerst frostig, nur an der Küste kann es etwas milder werden.

DPA/AP / AP / DPA