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Blitze, Regen, Sturm: Schwere Unwetter toben über Deutschland - Chaos am Hamburger Flughafen

Hitze, Blitze und Regen - das Wetter sorgte in einigen Teilen Deutschlands für Großeinsätze von Polizei und Feuerwehr. Am Hamburger Flughafen ging zeitweise gar nichts, etwa 400 Menschen mussten dort sogar die Nacht verbringen.

Schwere Unwetter zogen über Deutschland: Hier ein Bild aus der Nähe von Jena

Schwere Unwetter zogen über Deutschland: Hier ein Bild aus der Nähe von Jena

Erst Hitze, dann Donnerwetter: Heftige Unwetter haben in für Großeinsätze der Rettungskräfte gesorgt. Am Hamburger Flughafen saßen am Freitagabend etwa 400 Reisende fest. Ihre Flieger konnten bei dem schlechten Wetter nicht abheben. "Die Leute werden gut versorgt. Das Rote Kreuz ist die ganze Zeit im Einsatz", sagte ein Sprecher der Polizei. Helfer bauten Feldbetten auf, in denen die erschöpften Menschen die Nacht verbrachten. Viele Maschinen konnten Hamburg zudem nicht ansteuern, mussten für die Landung nach Bremen oder Berlin ausweichen.

"15 Abflüge und 14 Ankünfte von Maschinen mussten gestrichen werden", bilanzierte Flughafensprecherin Stefanie Harder. Von den am Freitagabend gestrichenen Abflügen waren demnach rund 1500 Passagiere betroffen, die meisten seien aber wieder nach Hause gegangen oder hätten in Hotels übernachtet, sagte Harder.

Ausharren in gelandeten Maschinen

Zeitweise mussten Passagiere während des Gewitters auch in gerade gelandeten Maschinen ausharren. "Wenn wir Blitzwarnungen haben, dürfen unsere Mitarbeiter nicht aufs Rollfeld und weiter abfertigen und die Fluggäste dürfen auch nicht aussteigen. Das ist zu gefährlich", sagte Harder.

Die Stimmung unter den im Terminal gestrandeten Passagieren sei ruhig gewesen, beschrieb Harder die Situation am Abend. "Jeder hat verstanden, warum es nicht weitergeht. Viele waren auch positiv überrascht, dass sie mit Feldbetten, Decken, Essen und Trinken versorgt wurden - der einzelne Reisende war aber bestimmt nicht begeistert." 

Der U-Bahn-Verkehr in der Hansestadt war ebenfalls beeinträchtigt. Ein Blitzschlag löste eine Stellwerksstörung aus, danach wurde auf der Linie der U3 ein Ersatzverkehr eingerichtet, wie die Hamburger Hochbahn mitteilte.

Regionalzug entgleist


Die war am Abend fast pausenlos im Einsatz. "Wir verzeichnen 118 wetterbedingte Einsätze", sagte ein Sprecher. Zwei Blitzeinschläge hätten zu Schwelbränden geführt, die rasch gelöscht wurden. "Etwas wirklich Dramatisches war aber nicht dabei", so der Sprecher. In der Nacht zum Samstag ebbten die Einsätze wieder ab und die Feuerwehr kehrte in die Wachen zurück.

In Ostthüringen entgleiste am Abend ein Regionalzug. Er fuhr bei Stadtroda - zwischen Jena und Gera - in eine Schlammlawine, die nach einem Unwetter auf die Gleise gerutscht war, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Nach Angaben des Lagezentrums der Thüringer wurden sieben Menschen leicht verletzt. Der Regionalexpress RE 1 war von Glauchau (Sachsen) nach Göttingen (Niedersachsen) unterwegs.


Wetter: 30 Grad im Osten, 15 bis 20 im Westen

Auch in anderen Teilen Thüringens sowie regional in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern oder auch dem Osten Niedersachsens gab es viel , wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Abend berichtete. Mitunter seien bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, auch Hagel. In der Nacht zum Samstag hob der DWD die Unwetterwarnungen auf.

Insgesamt war das Wetter in Deutschland am Freitag zweigeteilt: Im Westen wurden nur etwa 15 bis 20 Grad erreicht, in der Osthälfte herrschten bei strahlendem Sonnenschein bis zu 30 Grad.

Fragen, die sich jeder stellt: Was machen Enten eigentlich, wenn's gewittert?
feh/ikr / DPA