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Hitzewelle in Deutschland Klimaforscher warnt vor Jahren der Trockenheit: "43 bis 45 Grad im Sommer" werden normal

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STORY: Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland soll ihren Höhepunkt am kommenden Wochenende erreichen. Eigentlich passend zur hochsommerlichen Saison, Mitte August. Doch der Meteorologe und Klimaforscher Karsten Brandt geht davon aus, dass es in Zukunft noch höhere Temperaturen geben wird. O-TON METEOROLOGE UND KLIMATOLOGE KARSTEN BRANDT "Wir sind mitten im Klimawandel. Also da kann ich nur sagen, guten Morgen, wir sind im Steppensommer angekommen. Das ist so das, was die Klimamodelle auch zeigen. Man hat ja immer so ein bisschen die Hoffnung gehabt, dass Deutschland und Mitteleuropa das dann vielleicht erst später so abbekommen, dass wir hier sozusagen so ein bisschen geschützt sind. Wir sind auch geschützt, aber es kommt jetzt doch schneller und kräftiger als erwartet. Und das ist ein Klima, also häufig viele Jahre sehr trocken. Nicht jedes Jahr haben wir letztes Jahr zum Beispiel ein feuchtes Jahr gehabt, im Sommer aber immer häufiger. Diese Frequenz wird höher." Der Experte stellt fest, dass die aktuell schwierige Lage besonders durch zwei Faktoren bestimmt wird. O-TON METEOROLOGE UND KLIMATOLOGE KARSTEN BRANDT "Zwei Dinge: Wir haben extrem niedriges Wasser, wir haben also sehr wenig Wasser im Rhein durch diese extreme Trockenheit. Wir haben zudem sehr hohe Wassertemperaturen. Wir haben zudem sehr hohe Wassertemperaturen und beides zusammen wirkt toxisch auf die Bewohner im Rhein, auf die Fische, auf das gesamte Ökosystem. Teilweise 28 Grad und mehr haben wir hier gemessen, aber bei den Nebenflüssen sind sogar zum Teil noch höhere Werte zu verzeichnen. Ein Beispiel in Hessen, die Nidda, die hat fast 30 Grad gestern gehabt. Wir haben gerade eine Hitzewelle, also wenig Wasser, große Wärme, Lufttemperaturen über 35/36 Grad. Und das zusammen ist für so ein Ökosystem sehr problematisch." Problematisch wird die Temperaturzunahme auch für Wald, Landwirtschaft, Industrie und Kühlprozesse. Egal, ob es ein Kohlekraftwerk ist, oder die Chemieindustrie, wo etwas transportiert werden muss. Man braucht die Flüsse. Aber in diesem heißen Sommer funktioniert das zurzeit nur noch eingeschränkt. Die Vorhersage von Karsten Brandt lautet: Grundsätzlich werde man wahrscheinlich mit 43 bis 45 Grad im Sommer in Deutschland leben müssen. Und der Klima-Experte plädiert daher zum Beispiel für mehr Flexibilität für Berufstätige und unterschiedliche Arbeitszeitmodelle.
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Die extrem Hitze in Deutschland soll ihren Höhepunkt am kommenden Wochenende erreichen. Der Meteorologe und Klimaforscher Karsten Brandt geht davon aus, dass es in Zukunft noch höhere Temperaturen geben wird.

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