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Wetter Sturmtief Egon - Schulen und Flüge fallen aus - Bahn drosselt ICE-Tempo

Auto mit Schneepflug räumt Schnee weg
Das Sturmtief "Egon" sorgte in der Nacht für Sturmböen und Schnee.
© Uwe Zucchi/DPA
In Deutschland ist es ungemütlich: Das Sturmtief "Egon" bereitet Probleme im Straßenverkehr, teilweise sind sogar die Schulen geschlossen. Es bleibt stürmisch. Alle Nachrichten zur Wetterlage im Newsticker.

Sturmtief "Egon" hat in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr lahm gelegt und mit Schneeregen und ersten Windböen erst den Süden und inzwischen auch den Nordosten erreicht. Laster stellten sich quer, Autos rutschten in Gräben, vereinzelt bleiben Schulen geschlossen. Alle News zur Wetterlage im Überblick:

+++ 15.16 Uhr: Noch keine Entwarnung für Fahrgäste der Bahn +++

Nach dem Sturmtief werden immer mehr Strecken der Deutschen Bahn wieder frei. "Die Kollegen sind mit Hochdruck dabei, die umgestürzten Bäume aus den Gleisen zu holen, die Oberleitungen zu reparieren und die Strecken wieder befahrbar zu machen", sagt ein Bahnsprecher. "Wir können noch nicht komplett Entwarnung geben für die Fahrgäste, weil die Schneefront noch unterwegs ist." Verglichen mit dem Flug- und Autoverkehr sei die Bahn aber ziemlich stabil unterwegs. Die Höchstgeschwindigkeit der ICE bleibt nach Bahnangaben vorerst weiter auf 200 Kilometer pro Stunde gedrosselt. Sonst sind es 230 bis 300. Die Bahn empfahl ihren Kunden, sich vor der Fahrt zum Bahnhof auf www.bahn.de zu informieren.

+++ 13.53 Uhr: Reichlich Schnee, viel Wind +++

Am Wochenende gibt es weiter viel Schnee in Deutschland. Zwar zieht Sturmtief "Egon" nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes langsam ab, doch schon für den Nachmittag werden in vielen Regionen Schneefälle erwartet. Im Nordwesten sollen sie sogar schauerartig sein. Meteorologen sagen Schneeverwehungen voraus. In der Nacht zum Samstag komme es in Staulagen des Berglands zu bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Auch mit Glätte müsse gerechnet werden. Am Samstag tragen schauerartige Schneefälle vor allem in den Mittelgebirgen und den Alpen zu einem weiteren Anstieg der Schneedecke bei. Doch auch wenn sich vorübergehend die Sonne blicken lässt - trotz reichlich vorhandenen Schnees sind die Voraussetzungen für Schlittenfahrten und Schneespaziergänge angesichts der eher feuchten Luft und starken Windes nicht optimal - ein längerer Aufenthalt im Freien könnte daher nicht besonders angenehm werden.

Besser sind die Aussichten für Sonntag, wenn die Windstärken nachlassen und vielerorts leichter Dauerfrost oder im Norden und in der Mitte Deutschlands bei bis zu vier Grad herrschen. Nur an der Küste sorgt ein starker Nordwind für kühle Luft. In der Nacht zu Montag muss über Schneeflächen erneut mit strengem Frost gerechnet werden.

+++ 13.11 Uhr: Hohe Wellen gefährden britische Küstenorte +++

Der Schnee, starke Regen und Sturm führen auch in großen Teilen Großbritanniens zu Behinderungen. Die Behörden warnen vor Überschwemmungen an der Ostküste des Landes. Mehrere Orte an der Nordsee wurden evakuiert, darunter Jaywick mit über 4500 Einwohnern. Viele weigerten sich aber, ihre Häuser zu verlassen. "Das hatten wir doch alles schon mal gehabt. Da wurde an der Tür geklopft und man früh morgens aufgeweckt - und dann passierte beim letzten Mal nichts", zitierte der britische Sender Sky News eine 62-Jährige. Eine andere Frau gab an, Angst vor Plünderungen zu haben. Ein Polizeisprecher erklärte, dass die Menschen nicht gezwungen werden könnten, ihr Zuhause zu verlassen. Der Ort, der etwa 100 Kilometer nordöstlich von London liegt, hat viele marode Häuser.

+++ 12.01 Uhr: Warnung vor Gefahren im Wald nach Sturmtief +++

Nach dem Sturmtief droht auch in den kommenden Tagen in den Wäldern noch Gefahr. Der hessische Waldbesitzerverband fordert deshalb dazu auf, den Wald zu meiden. Beschädigte Bäume könnten in den kommenden Tagen jederzeit umstürzen. In den Baumkronen hänge zudem nasser und schwerer Schnee, unter dessen Last immer wieder Äste abbrächen. Herabstürzende Baumteile seien lebensgefährlich. Die Aufräumarbeiten in den Wäldern können den Angaben zufolge einige Tage dauern. Aus Sicherheitsgründen könnten Wege mit Schildern und Bändern gesperrt werden. Diese Sperrungen sollten unbedingt beachtet werden, erklärte der Verband.

+++ 11.28 Uhr: Frau in Frankreich von Baum erschlagen +++

In Frankreich ist in mehr als 330.000 Haushalten der Strom ausgefallen. Betroffen sind vor allem nordfranzösischen Regionen, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilt. Heftige Winde fegten mit Geschwindigkeiten von teilweise mehr als 130 Stundenkilometern über das Land, entwurzelten Bäume, rissen Stromkabel herunter und beschädigten zahlreiche Dächer. In Südfrankreich wurde eine Frau von einem Baum erschlagen. Tausende Feuerwehrleute und Techniker rückten zu zahlreichen Einsätzen aus.

+++ 10.46 Uhr: Wintereinbruch bremst Prozess gegen junge IS-Sympathisantin Safia aus +++

Der Wintereinbruch bremst auch den Prozess gegen die 16-jährige IS-Sympathisantin Safia S. am Oberlandesgericht Celle aus. Die Verhandlung, bei der eigentlich Staatsanwaltschaft und Nebenklage im Fall der Messerattacke auf einen Polizisten plädieren sollten, wurde wegen Schneefalls und Verkehrsbehinderungen abgesagt, teilt das Gericht mit. Fast alle Prozessbeteiligten und Bediensteten müssen für den Prozess von außerhalb nach Celle anreisen.

+++ 10.29 Uhr: Schulbusse kommen in Bayern wegen Sturms nicht zu Schulen +++

Einige Schulbusse in Unterfranken konnten die Kinder nicht zum Unterricht bringen. Ein Sprecher der Regierung von Unterfranken betont jedoch, dass es keinen flächendeckenden Unterrichtsausfall gebe. An fünf Orten in den Landkreisen Bad Kissingen, Main-Spessart und Aschaffenburg hätten Busse aber Schulen nicht erreichen können. Zumeist brachten sie die Schüler daraufhin zu nahegelegenen, erreichbaren Schulen. "Die Betreuung der Schüler in einer Schule war immer sichergestellt", sagt der Sprecher.

+++ 10.22 Uhr: Mehr als 120 Ausfälle am Flughafen Frankfurt +++

Am Frankfurter Flughafen bringt das Sturmtief den Flugplan durcheinander: 125 der rund 1100 Flüge seien annulliert worden, sagt ein Sprecher des Betreibers Fraport. "Der Sturm war so stark, dass die Flugzeugabfertigung zeitweise eingestellt werden musste." Später am Vormittag entspannte sich die Lage am größten deutschen Flughafen wieder etwas. Durch die Ausfälle müsse aber im Laufe des Tages mit weiteren Verzögerungen gerechnet werden.

+++ 10.10 Uhr:  "Egon" legt in der Schweiz Züge und Fähren lahm +++

Auch in der Schweiz hat "Egon" teilweise den Verkehr lahmgelegt. In der Region Basel fielen Züge aus, am Bodensee Fähren, wie die Schweizer Bahnen mitteilen. Die Windböen erreichten in Cressier 50 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bern Geschwindigkeiten von 117 Kilometern in der Stunde, berichtet der Wetterdienst MeteoGroup. Auf dem 2500 Meter hohen Säntis 50 Kilometer Luftlinie westlich von Zürich erreichte der Wind mit 154 Kilometern in der Stunde Orkanstärke. Auf der Autobahn Richtung Basel krachten zehn Autos ineinander. Ein Mensch wurde leicht verletzt. Die Schweizer Bahn musste einige Strecken wegen der Unwetter schließen, darunter bei Montreux am Genfer See und bei Weissbad südlich des Bodensees. Auf dem See selbst wurde der Fährdienst von Romanshorn nach Friedrichshafen wegen Unwettern eingestellt. Bei Kriens nahe dem Vierwaldstättersee fiel eine Luftseilbahn wegen starker Winde aus. Am Gotthard-Tunnel behinderte Schneefall den Verkehr in beiden Richtungen.

+++ 9.51 Uhr: Lufthansa streicht Flüge +++

Aufgrund der Witterung musste die Lufthansa bis zum Vormittag allein in Frankfurt am Main 80 Starts und Landungen absagen. Für den Tagesverlauf erwartet die Lufthansa noch weitere Flugausfälle.

+++ 9.10 Uhr: Lastwagen sollen in Sauerland und Eifel auf Parkplätzen warten +++

Der Schneefall in Sauerland und Eifel bereitet Lastwagenfahrern erhebliche Probleme. Auf der Autobahn 45 sollten Lastzüge mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht den nächstgelegen Parkplatz ansteuern, empfahl die Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen. Zwischen Lüdenscheid und Freudenberg bei Siegen liege eine geschlossene Schneedecke auf der Fahrbahn. Die Auffahrten seien für Lastwagen nicht mehr passierbar. Die Unfallsituation sei "zurzeit zwar unkritisch, es ist jedoch mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen", warnt die Polizei. Verschneite Straßen gibt es auch in der Eifel.

+++ 9.09 Uhr: Lawinengefahr in Hochlagen der deutschen Alpen +++

Die Lawinenlage in den deutschen Alpen bleibt angespannt. Oberhalb der Waldgrenze herrsche weiterhin erhebliche Lawinengefahr und damit die dritte der fünf Warnstufen, teilt der Lawinenwarndienst Bayern mit. Schon einzelne Skifahrer könnten Schneebrettlawinen auslösen, warnen die Experten. Eine nur geringe Gefahr gibt es dagegen in den tieferen Lagen - abgesehen von den Allgäuer Alpen, wo unterhalb der Waldgrenze mäßige Lawinengefahr herrscht. Am Wochenende werde sich die Lage nur langsam entspannen, hieß es.

+++ 8.43 Uhr: Stromausfall in Teilen Bayerns +++

In Mittelfranken und Unterfranken führt "Egon" zu Stromausfällen. In den Landkreisen Fürth, Nürnberger Land und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim beschädigten umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste Stromleitungen. Zahlreiche Haushalte seien von den Störungen betroffen, teilt der Energieversorger N-Ergie mit. Auch im Landkreis Aschaffenburg waren mehrere Ortschaften zunächst ohne Strom.

+++ 8 Uhr: Bahn drosselt ICE-Tempo +++

Vom Schneechaos betroffen ist neben dem Straßen- auch der Bahnverkehr: Die Strecke zwischen Hannover und Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden, wie die Bahn mitteilt. Auch in anderen Bundesländern waren Gleise zwischenzeitlich gesperrt und es kam zu Verspätungen. Die Bahn drosselte die Höchstgeschwindigkeit der ICE bis auf weiteres auf Tempo 200. Seit Betriebsbeginn fahren die Züge langsamer. Das soll Verspätungen und Ausfälle durch Schotter und Eisklumpen verhindern. Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken verlängere sich die Fahrtzeit um zehn bis 20 Minuten, hieß es. In der Regel fahren die ICE-Züge mit Spitzengeschwindigkeiten von 230 bis 300 Kilometern pro Stunde.

+++ 7.19 Uhr: Stürmische Nacht lässt Polizei im Südwesten über 400-mal ausrücken +++

Sturmböen und zum Teil glatte Straßen haben in der Nacht in Baden-Württemberg zu über 400 Polizeieinsätzen geführt. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien mitteilen, ging es überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss. Die meisten Einsätze wurden am Freitagmorgen aus dem Polizeipräsidium Heilbronn gemeldet. Laut einem Sprecher mussten die Beamten seit 0.00 Uhr 126-mal ausrücken. Er sprach von zum Teil "chaotischen Zuständen" auf den Straßen. Bei den Unfällen wurden meist keine Menschen verletzt. Im Schwarzwald-Baar-Kreis kamen in der Nacht mehrere Lastwagen wegen Eisglätte zum Stehen.

+++ 7.17 Uhr: Schulausflläe in Niedersachsen +++

In Niedersachsen wurde der Straßenverkehr in Teilen des Bundeslandes lahm gelegt. Laut bild.de führte der Wintereinbruch sogar dazu, dass einige Schulen geschlossen bleiben. 

+++ 7.07 Uhr: Im Westen vor allem Regen +++

Im Flachland, insbesondere in Ostwestfalen-Lippe, regnet es sehr viel und stark, wie Meteorologe Gerd Budilovsky vom Deutschen Wetterdienst mitteilt. Von den leichten Schneefällen würden maximal zwei Zentimeter liegen bleiben. "Das Meiste wird wohl als Schneematsch enden", sagte Budilovsky. Grund dafür seien die mit null Grad vergleichsweise milden Temperaturen.

+++ 6.57 Uhr: Sturm deckt Dach über Containersiedlung für Flüchtlinge ab +++

Über einer Containersiedlung für Flüchtlinge in Waghäusel im Kreis Karlsruhe deckt der Sturm ein Dach ab. Die rund 150 Bewohner der Container mussten in ein Haus umziehen, teilte die Polizei mit. Starker Wind hatte das Dach oberhalb der Container beschädigt. Weil Reste des Dachs herunterfallen könnten, wurden die Bewohner aus der Siedlung gebracht. Sie konnten in einem unbelegtes Haus in der direkten Nachbarschaft untergebracht werden, wo laut Polizei Feldbetten und Matratzen bereitgestellt wurden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 80.000 Euro. Wann die Container wieder bewohnbar sind, konnte die Polizei noch nicht sagen.

+++ 2.47 Uhr: Umgestürzte Bäume in Rheinland-Pfalz +++

In Rheinland-Pfalz hielten sich die Sturmschäden zunächst in Grenzen. Ein Sprecher des dortigen Lagezentrums spricht bislang lediglich von "vereinzelt umgestürzten Bäumen".

+++ 2.31 Uhr: Stromausfälle im Saarland +++

Tief "Egon" ist in Deutschland angekommen und führt mit starkem Sturm zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen im Saarland. "Wir haben seit Mitternacht massive Probleme mit dem Sturm", sagt ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken. Bäume seien auf Straßen und Leitungen gestürzt. Größere Unfälle habe es aber zunächst nicht gegeben. Von Westen soll der Sturm im Laufe der Nacht weiter über Deutschland ziehen und vielerorts starken Schneefall bringen.

+++ 0.06 Uhr: Mindestens 190.000 französische Haushalte ohne Strom +++

In Nordfrankreich führt der Wintersturm zu schweren Beeinträchtigungen der Bevölkerung. Mindestens 190.000 Haushalte seien ohne Strom, berichtet der Radio-Nachrichtensender Franceinfo mit Verweis auf den Netzbetreiber Enedis. Besonders betroffen seien die küstennahen Regionen Normandie und Picardie. Der Wetterdienst Météo-France hatte vor dem Sturm gewarnt - Böen könnten bis zu 140 Stundenkilometer erreichen. Für fünf Départements nördlich von Paris gibt Méteo-France eine besondere Starkwind-Warnung heraus - dies bedeutet, dass die Bürger möglichst zu Hause bleiben und sehr vorsichtig sein sollen.

jen mit Agenturen

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