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Sommer im Herbst Freibadwetter hält noch an - doch dann kommt "Stefanie"

Die fünfjährige Aylin genießt im Volksbad Limmer in Hannover das schöne Wetter
Die fünfjährige Aylin genießt im Volksbad Limmer in Hannover das schöne Wetter. Mehrere Freibäder in Deutschland verlängerten angesichts der Hitze ihren Betrieb.
© Julian Stratenschulte/DPA
Der Spätsommer zeigt, dass er ein Spätsommer ist - und eben kein "meteorologischer Herbst", der ja nur eine statistische Größe ist. Trotzdem ist das beste Badewetter bei ersten fallenden Blätter ungewöhnlich. Noch herrscht eitel Sonnenschein. Doch der Herbst ist schon in Sicht.

Der September bleibt sonnig: Das Sommerwetter wird weiten Teilen Deutschlands noch einige Tage erhalten bleiben. Am Dienstag und Mittwoch seien bundesweit Höchsttemperaturen von erneut bis zu 32 Grad keine Seltenheit. Für Teile Ostdeutschlands gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) sogar eine Hitzewarnung aus.

Für Berlin sowie einige Regionen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen warnte der DWD vor Temperaturen deutlich über 30 Grad. Der Wetterdienst gibt eine Hitzewarnung, wenn die gefühlte Temperatur zwei Tage in Folge über etwa 32 Grad liegt und es nachts vergleichsweise wenig abkühlt. In Brandenburg stieg die Waldbrandgefahr. 

Überhitzter Reisebus ruft Feuerwehr auf den Plan

Zu heiß wurde es am Montag auch in einem Reisebus auf der A3 im Rheinland: Mehrere Jugendliche hatten dort mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Der Bus stand mit wohl defekter Klimaanlage im Stau. Zwei 15-Jährige wurden in Krankenhäuser gebracht. Den anderen Jugendlichen und ihren Betreuern ging es besser, als sie den Bus verlassen konnten. Sie wurden bis zum Eintreffen eines Ersatzbusses von Feuerwehrleuten mit Getränken versorgt - und bekamen eine improvisierte, eigens aufgebaute Dusche.

Mehrere Freibäder - etwa in Braunschweig und Tübingen - verlängerten angesichts der Hitze ihren Betrieb. Dabei fallen bereits die ersten Blätter auf die Wasserbecken, wie das Freibad Tübingen schon vor einigen Tagen auf Facebook zeigte.

DWD meldet mehrere Temperaturrekorde

Bisher sei der September, der ja meteorologisch den Herbst einleite, rund fünf Grad wärmer als in Durchschnittsjahren gewesen, erklärte DWD-Meteorologin Johanna Anger. Dafür gebe es ein "deutliches Niederschlagsdefizit". "Die Sonnenscheinbilanz hat schon jetzt zwei Drittel des Normalwerts erreicht, dabei ist der Monat noch nicht mal halb um", sagte Anger.

Am Montag habe sich das auch einmal mehr mit einer Reihe von Temperaturrekorden gezeigt. So sei in Bernburg an der Saale mit 34,4 Grad ein neuer Septemberrekord erreicht worden. So genannte Dekadenrekorde gab es unter anderem in Rostock-Warnemünde, Chemnitz und Saarbrücken. Dort wurden die bisherigen Höchstwerte im zweiten September-Drittel getoppt. Die allgemeinen September-Höchstwerte seien aber nicht gebrochen worden.

Tief "Stefanie" bringt Abkühlung

Ein Ende der Sonnentage ist aber abzusehen, wie der DWD-Meteorologe Uwe Baumgarten erklärte. Aus Westeuropa ziehe Tief "Stefanie" heran - dieser Wetterwandel werde sich in der Nacht zum Freitag deutlich bemerkbar machen. Die höchsten Temperaturen betragen dann nur noch etwa 20 Grad. "Das geht dann in Richtung normal", sagte Baumgarten.

Global gesehen war es von Juni bis August 2016 so warm wie nie zuvor in diesem Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen. Das meldeten deutsche Experten am Montag. "Wir stecken mitten im Klimawandel", sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker. In Deutschland seien die Temperaturen allerdings nicht besonders auffällig gewesen.

mad DPA AFP

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