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Sintflutartige Regenfälle, enorme Hitze: Der Mensch verursacht Wetterextreme

Sintfluten und Dürren setzen dem Menschen schon seit langer Zeit zu. Doch jetzt sind solche Wetterextreme mehr denn je "hausgemacht“: Schuld ist der Klimawandel.

Der Mensch als Wettermacher: Der Klimawandel sorgt für Dürren, wie zuletzt in Kalifornien, als Teile des "Camanche Reservoirs" austrockneten

Der Mensch als Wettermacher: Der Klimawandel sorgt für Dürren, wie zuletzt in Kalifornien, als Teile des "Camanche Reservoirs" austrockneten

Sintflutartige Regenfälle sorgen für Schlammlawinen, während anderswo auf der Erde bei anhaltender Dürre Seen austrocknen: Wetterkapriolen nehmen zu - und Wissenschaftler haben jetzt die Gründe dafür erforscht. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben verschiedene Klimamodelle unter die Lupe genommen und den menschlichen Einfluss auf Wetterextreme berechnet. Das Ergebnis: Die vom Menschen verursachte Erderwärmung soll für 75 Prozent der weltweit auftretenden Hitzeextreme verantwortlich sein - und knapp ein Fünftel der Niederschlagsextreme auslösen.

Grundsätzlich bestätigen die Forscher den Trend, dass durch die Klimaerwärmung - abhängig von ihrem Ausmaß - die Wetterkapriolen zunehmen. "Kleine Unterschiede im Temperaturanstieg machen viel aus", sagte Studienleiter Erich Fischer. Die Nordhalbkugel bekäme vor allem die vermehrten Tage mit sintflutartigem Regen zu spüren. In anderen, ohnehin schon heißen Regionen, würden die Hitzetage zu einer noch größeren Herausforderung, berichten die Forscher im Fachjournal "Nature Climate Change".

Vergangenes Jahr war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

So könnte bei einer Erwärmung der Erde um zwei Grad Celsius - im Vergleich zum vorindustriellen Niveau - die Wahrscheinlichkeit von Hitzetagen gegenüber heute um das Fünffache steigen. Ähnlich dramatische Folgen habe die Erwärmung für die extremen Regentage. Bei einem Plus von zwei Grad könnten dann 40 Prozent der Niederschlagsextreme vom Menschen verursacht sein, heißt es in der Studie.

Bereits jetzt habe sich die Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits um 0,85 Grad erwärmt. Es fehlten also nur noch 1,15 Grad zur Zwei-Grad-Marke. Der britische Klimatologe Peter Stott betonte in einem Begleitartikel, dass noch mehr Forschung nötig sei, um regionale Auswirkungen zu berechnen. Mehr Wissen sei auch wichtig, um natürliche von menschengemachten Einflüssen auf das Klima besser unterscheiden zu können.

Das vergangene Jahr war das bisher wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In einem Bericht hielt die #link;https://royalsociety.org/;Londoner Wissenschaftsgesellschaft Royal Society# fest, dass es künftig viel öfter zu Flutkatastrophen, Dürren und Hitzewellen kommen könnte.

ikr/DPA / DPA