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Flug wird zur Geduldsprobe: Start der ersten privaten US-Raumkapsel verzögert sich

Der Start des ersten privaten US-Raumtransporters verzögert sich. Statt Ende April soll die Reise der Kapsel zur Internationalen Raumstation ISS nun am 7. Mai beginnen.

Der erste Start einer privaten Raumkapsel zur Internationalen Raumstation ISS soll am 7. Mai stattfinden. Auf dieses Datum hätten sich SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa geeinigt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstag (Ortszeit) mit. Auch die Nasa bestätigte den Termin. Am Vortag hatte das Privatunternehmen den für den 30. April geplanten Start verschoben, um mehr Tests mit den Computercodes für das Andockmanöver vornehmen zu können.

Die Raumkapsel "Dragon" soll sich der ISS zunächst auf eine Distanz von 2,5 Kilometern nähern. Das Andockmanöver ist dann so geplant, dass sich die wiederverwendbare Raumkapsel der Raumstation weiter nähert und dann von den Astronauten an Bord der ISS mit einem Roboterarm an die Station herangezogen wird. Die "Dragon" soll 521 Kilogramm Fracht zur ISS liefern und drei Wochen später 660 Kilogramm Ladung wieder mit zur Erde zurücknehmen.

Vertrag sieht 12 Versorgungsflüge vor

Im Dezember 2010 hatte SpaceX als erstes Privatunternehmen eine Raumkapsel ins All und zur Erde zurückbefördert. Der Vertrag mit der Nasa sieht vor, dass das US-Unternehmen für 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) zwölf Versorgungsflüge zur ISS gewährleistet und rund 20 Tonnen Material dorthin verfrachtet. Die "Dragon" wiegt sechs Tonnen. Sie ist 5,20 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 3,60 Metern. Bei der Rückkehr soll sie vor der Küste Kaliforniens im Pazifik landen.

Der Einsatz kommerzieller Transporter war von der US-Regierung im Zeichen des Sparens beschlossen worden: Dahinter steht die Annahme, dass von Privatfirmen entwickelte Vehikel billiger seien. Die Nasa schloss mit SpaceX einen Milliardenvertrag über zwölf Flüge ab, die Ladung zur ISS bringen sollen.

Seit dem Ende des Shuttle-Programms der Nasa im vergangenen Jahr verfügen die USA über keine eigenen Raumtransporter mehr. Sie sind auf "Mitfahrgelegenheiten" in russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen.

kave/AFP/DPA / DPA
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