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Schlechtes Wetter: "Discovery" kann nicht landen

Wegen schlechter Wetterbedingungen dreht die "Discovery" vor der Landung Extra-Runden. Dazu musste die Raumfähre während der Rückkehr von der ISS einem seltsamen Stück Weltraumschrott ausweichen.

Die US-Raumfähre "Discovery" kehrt frühestens in der Nacht zum Samstag (MESZ) auf die Erde zurück. Wegen Gewittern und heftigen Winden ließ das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag (Ortszeit) zwei Zeitfenster für die Landung in Florida verstreichen. Auf dem Rückweg zur Erde musste der Shuttle noch im All einem Stück Schrott ausweichen, das womöglich von der "Discovery" selbst stammte.

"Wir wissen, dass jeder sein Möglichstes getan hat und wir werden es am Freitag von neuem versuchen", sagte "Discovery"-Kommandant Rick Sturckow, nachdem das Kontrollzentrum in Houston die Landung am Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida verschoben hatte. Den sieben Astronauten an Bord der Raumfähre könnte allerdings noch ein Umweg bevorstehen: Sollte sich das Wetter in Florida nicht bessern, ist laut Nasa auch eine Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien möglich.

Die "Discovery" verfügt über genügend Verpflegung und Strom, um noch bis Sonntag in der Erdumlaufbahn zu bleiben. Solange will die Nasa jedoch nicht mit der Landung warten. Allein für Freitag (Ortszeit) gibt es vier Zeitfenster, in denen die Raumfähre auf der Erde aufsetzen könnte - jeweils zwei in Kalifornien und Florida. Bei einer Landung in Kalifornien muss die Nasa allerdings mit Kosten in Höhe von rund zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) für den Rücktransport der Raumfähre zum Kennedy Space Center rechnen.

Ausweichmanöver wegen eines " mysteriösen Objekts"

Auf ihrem Weg zur Erde musste die "Discovery" am Donnerstag einem Stück Weltraummüll ausweichen. Nach Angaben der Bodenkontrolle flog die Raumfähre auf Anordnung der US-Raumfahrtbehörde Nasa das Ausweichmanöver, um nicht zu nah an das "mysteriöse Objekt" zu gelangen. Das Trümmerteil könnte sich demnach während des dritten Außeneinsatzes an der Internationalen Raumstation ISS von der "Discovery" gelöst haben. Es stammt laut Nasa jedoch nicht vom Hitzeschild der Raumfähre.

Die "Discovery" hatte ein neues Labor, einen Gefrierschrank zur Aufbewahrung wissenschaftlicher Proben und ein neues Schlafabteil für das japanische Forschungsmodul Kibo zur ISS gebracht. Während des knapp neuntägigen Aufenthalts auf der ISS hatten Astronauten drei Außeneinsätze unternommen. Unter anderem installierten sie ein Tragkraft-System und zwei GPS-Antennen, bauten einen Kühltank an der ISS an und bugsierten den zuvor abmontierten bisherigen Tank in den Laderaum der Raumfähre.

Die "Discovery"-Mission war die vierte von fünf für dieses Jahr geplanten. Im November soll das Shuttle noch einmal ins All fliegen. Im September 2010 will die Nasa die Shuttle-Flotte dann endgültig außer Betrieb nehmen.

Nachschub aus Japan

Inzwischen ist schon ein japanischer Raumtransporter dem Weg zur Raumstation. Er bringt 4,5 Tonnen Nachschub zur ISS. Per Trägerrakete gelangte das unbemannte Raumfahrzeug am Freitag vom japanischen Raumfahrtzentrum Tanegashima aus ins All. 15 Minuten nach dem Start habe sich der Transporter planmäßig von der Rakete getrennt, teilte die Raumfahrtbehörde Jaxa mit. An Bord sind Lebensmittel und Ausrüstung für das japanische Labormodul "Kibo" auf der ISS. Der Transporter soll am Freitag nächster Woche an der Raumstation andocken.

AFP/AP / AP