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Weltraumteleskop: "Kepler" erfolgreich gestartet

Eine Delta-II-Rakete hat das neue Weltraumteleskop "Kepler" planmäßig ins All gebracht. Das Teleskop soll in den nächsten dreieinhalb Jahren in einem entlegenen Winkel der Milchstraße nach erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten suchen.

Das US-Teleskop Kepler ist zu einer großangelegten Suche nach einer "zweiten Erde" außerhalb unseres Sonnensystems gestartet. Die Sonde hob pünktlich am Freitagabend (Ortszeit) mit einer Delta-II-Rakete in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Aufgabe des Teleskops ist es, über drei Jahre nach erdähnlichen Planeten Ausschau zu halten, auf denen Voraussetzungen für Leben herrschen könnten.

"Das Team ist zufrieden mit dem Verlauf der Mission", sagte ein Nasa-Sprecher nach dem Start. Die US-Weltraumbehörde Nasa spricht von einer entscheidenden Etappe bei der Suche nach "neuen Welten" in der Region der Sternbilder Leier und Schwan in unserer Milchstraße. "Kepler" soll mehr als 100.000 sonnenähnliche Sterne ins Auge fassen und diese nach umkreisenden Planeten absuchen, die Ähnlichkeit mit der Erde haben könnten.

Das Teleskop ist nach dem deutschen Astronomen benannt, der vor 400 Jahren die Bewegungsgesetze der Planeten entdeckte. Das Unternehmen kostet nach rund 550 Millionen Dollar (435 Millionen Euro). Nach Schätzungen von Astronomen enthält unsere Milchstraße mindestens 100 Milliarden Sterne.

Die Urfrage der Astronomen

Die Mission sei der erste Schritt zur Beantwortung der Urfrage aller Astronomen: "Gibt es andere Welten als unsere?", heißt es bei der Nasa. Zwar haben die Forscher bisher etwa 350 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Doch diese "Exoplaneten" sind entweder Jupiter-ähnliche Gasriesen oder es handelt sich um Planeten, die entweder viel zu heiß oder zu kalt sind, um Leben hervorzubringen.

Wichtigster Teil der rund drei Meter hohen Sonde ist eine 95-Megapixel-Digitalkamera. Es handelt sich laut Nasa um die stärkste Kamera, die jemals ins Weltall befördert wurde. Die Suche nach erdähnlichen Himmelskörpern ist allerdings schwierig. Die Planeten können zunächst nicht direkt in Augenschein genommen werden, stattdessen arbeiten die Wissenschaftler mit der "Transitmethode": Ein Planet, der vor seiner Sonne vorbeifliegt, verringert für eine kurze Zeit die Helligkeit dieses Sterns - diese Veränderung der Helligkeit soll "Kepler" messen. Erst später könnten Größe und Beschaffenheit des Planeten bestimmt werden.

DPA / DPA