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Weltraumtouristin: Eine Miss auf der ISS

Anousheh Ansari ist am Ziel ihrer Reise angekommen. Die erste Weltraumtouristin wurde in der ISS herzlich begrüßt. Ihre Ankunft löste sogar in ihrem Heimatland Iran Begeisterung aus.

Die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari (40) ist am Mittwoch in der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Wenige Stunden nach dem erfolgreichen Andocken der russischen Sojus-Kapsel an der ISS öffneten die professionellen Astronauten Michael Lopez-Alegria und Michail Tjurin die Luken zur Station. Dort wurden die drei Neuankömmlinge von der bisherigen Besatzung begrüßt. Alle sechs Raumfahrer, darunter der Deutsche Thomas Reiter, blickten freudig in die Kamera, die erste Bilder des Treffens zur Erde funkte.

"Anousheh, die ganze Welt schaut auf Dich"

Die Sojus dockte nach Angaben der russischen Flugleitzentrale bei Moskau wenige Minuten früher als geplant um 7.21 Uhr MESZ an der ISS an. Nach dem Hinüberschweben der Raumfahrer in die Station durfte als erster Ansaris Ehemann Hamid seiner Frau per Videoverbindung gratulieren. "Glückwunsch zum Start und zum erfolgreichen Andocken! Anousheh, die ganze Welt schaut auf Dich", sagte er. "Du hast es möglich gemacht", erwiderte die amerikanische Unternehmerin persischer Abstammung.

Ansari und ihre Kollegen waren am Montag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Zu Beginn des Fluges habe die Amerikanerin in der Schwerelosigkeit unter Unwohlsein gelitten, das sich dann aber durch Medikamente gebessert habe, berichtete ein Freund Ansaris in ihrem Weblog.

Sogar Begeisterung im Iran

Nach drei Männern hatte Ansari als erste Frau für mehr als 20 Millionen US-Dollar (15,9 Millionen US-Dollar) ein Touristenticket für die ISS gelöst. Sie verwirklichte damit einen Kindheitstraum. Nicht nur in den USA, sondern auch in ihrem Heimatland Iran löste ihr Raumflug Begeisterung aus. "Wir sind stolz auf dich. Jeder Moment Deines Fluges ist atemberaubend", schrieben iranische Ansari-Fans im Internet. Ansari trug auf ihrem Raumanzug die Flaggen ihrer verfeindeten Heimatländer Iran und USA. Sie wird auf der ISS an wissenschaftlichen Experimenten für die Europäische Raumfahrtagentur Esa teilnehmen.

Die Neuankömmlinge Tjurin und Lopez-Alegria sollen als neue Langzeitbesatzung ein halbes Jahr auf der ISS arbeiten. Ansari wird mit der abgelösten Besatzung, Pawel Winogradow und Geoffrey Williams, am 29. September zur Erde zurückkehren. Der deutsche Esa-Astronaut Reiter soll mit dem nächsten Flug eines US-Shuttles im Dezember die ISS verlassen.

DPA / DPA