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Kopfwelten: Endgültige Empörung

Dominique Strauss-Kahn ist frei - kein Prozess und keine Anklage drohen ihm. Sein Ruf ist trotzdem ruiniert, denn Moralpsychologen wissen: Wir ordnen Menschen in Schubladen ein, aus denen sie nur schwer wieder rauskommen.

Von Frank Ochmann

Kein Prozess, keine Verurteilung: Trotzdem ist der Ruf von Dominique Strauss-Kahn ruiniert

Kein Prozess, keine Verurteilung: Trotzdem ist der Ruf von Dominique Strauss-Kahn ruiniert

Keinesfalls möchte ich Ihnen zu nahe treten. Darf ich trotzdem fragen, wie viel Sie über Leben und Person von Dominique Strauss-Kahn wussten, als es zur unvergesslichen Verhaftung auf dem New Yorker Flughafen "John F. Kennedy" und später zur Vorführung bei der Haftrichterin kam? Gut, wer sich für Politik und Wirtschaft interessiert, wusste natürlich, dass der bullige Franzose Chef des Weltwährungsfonds war. Vielleicht auch, dass er ein ernst zu nehmender Gegenkandidat für den amtierenden Präsidenten im Élysée-Palast werden konnte. Aber sonst? Familienstand? Hobbys? Da hätte ich wenig bis gar nichts zusammengebracht. Und ich vermute - hoffentlich ohne allzu starke Vereinnahmung -, dass es vielen von Ihnen auch so gegangen ist.

Nach etwa drei Monaten nun wird die Vergewaltigungsanklage gegen Strauss-Kahn fallen gelassen, weil die Aussagen des vermeintlichen Opfers einer juristischen Prüfung nicht standhalten. Kein Prozess, keine Verurteilung. Ändert das etwas? Ist er jetzt wieder "rein"? Halten wir ihn für integer und würdig, ein hohes politisches Amt zu bekleiden? Wenn ich noch einmal von mir auf andere schließen darf: Da regt sich ein diffuser innerer Widerstand, oder nicht? Es ist ein ungutes Gefühl, dass viele in der Magengegend spüren dürften, wenn sie sich einen wie Strauss-Kahn als Präsidenten in Paris, vielleicht auch als hohen EU-Politiker vorstellen. Oder einen wie Christian von Boetticher nach seiner "Lolita-Affäre" als Ministerpräsidenten in Kiel.

Schaden bleibt

Gerade dieses jüngste Beispiel macht klar, dass es schweren Schaden auch da geben kann, wo bei genauem Hinsehen gar kein Schaden auszumachen ist. Die Beziehung von Boettichers war rechtlich einwandfrei. Zudem war der Altersunterschied zwischen ihm und seiner damaligen Freundin nur etwa halb so groß wie der von Simone Rethel und Johannes Heesters. Hätte über die beiden deshalb ein moralisches Bühnen- und Bildschirmverbot verhängt werden sollen?

Da wird einer wie ein Täter behandelt, der gar keiner ist. Trotzdem trifft ihn öffentliche Empörung und Ablehnung. Warum? Weil dass, was diese Menschen getan haben oder das Umfeld, in dem sie auftauchen, eine moralische Botschaft sendet, für die wir ein feines Sensorium haben. Damit kein Missverständnis entsteht: Auch mit feinem Sensorium aufgenommene Botschaften können falsch oder gelogen sein. Doch selbst dann, so scheint es, entfalten sie in der öffentlichen Wahrnehmung eine Wirkung, die kaum noch neutralisiert werden kann. Das genau ist die Crux, wenn einer mutig oder gedankenlos überschreitet, was nun mal so Sitte ist oder vielleicht auch nur den Anschein erweckt, er habe diese Grenze verletzt.

Spießbürgerliches Igitt-Gefühl

Moralpsychologen wissen inzwischen auch ungefähr, was in solchen Fällen passiert. Wonach wir im Gewirr der sozialen Botschaften suchen, ist nicht so sehr, was einer getan hat und was nicht. Was wir herauszufinden versuchen ist vielmehr, was für ein Typ einer ist. Darum geht es, um Typisierung, Kategorisierung, um die passende "Schublade". Und das ist auch verständlich. Denn für unser eigenes Verhalten, für das, was uns womöglich von einem anderen droht, ist es allein wichtig, wer einer ist. Diese Information gewinnen wir zwar auch aus dem, was einer getan hat. Aber entscheidend ist der Typ, mit dem wir es zu tun bekommen.

Und darum dürfte die moralische Klassifizierung wohl auch so zählebig sein. Würden wir einem trauen, der unser Vertrauen nicht verdient hat oder gar missbraucht, droht uns schwerer Schaden. Darum aber lassen wir innerlich wie in der öffentlichen Meinung lieber einen zuviel über die moralische Klinge springen als einen zu wenig. Sicher ist sicher.

Vertrauen ist eben wie eine Wette. Und die schließt man nicht auf ein Pferd ab, bei dem man nicht mal sicher sein kann, ob es überhaupt ins Ziel kommt. So ist das auf der Rennbahn. So ist das auch bei der öffentlichen Moral und der Entrüstung, die sie aus manchmal fast banalem Anlass auslösen kann. Natürlich ist eine Vergewaltigung, wie sie Strauss-Kahn vorgeworfen wurde, keine Bagatelle. Aber was, wenn beim Sex im Sofitel gar keine Gewalt im Spiel war? Wir werden nie wissen, was wirklich war. Was, wenn sich von Boetticher und seine Freundin wirklich geliebt haben bei allem Altersunterschied? Und selbst wenn nicht - wen geht das außer den Beteiligten etwas an? Ist ein spießbürgerliches Igitt-Gefühl schon Grund genug, eine Karriere zu beenden? Offenbar.

Wer die öffentliche Empörung schürt, muss jedenfalls wissen und gegebenenfalls verantworten, was die anrichten kann. Denn ein Rufmord ist fast immer so endgültig wie sein physisches Gegenstück.

Literatur:

  • Anderson, C. & Shirako, A. 2007: Are Individuals' Reputations Related to Their History of Behavior? Journal of Personality and Social Psychology 94, 320-333
  • Goffman, E. 1967: Stigma - Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. Frankfurt/M.: Suhrkamp
  • Goodenough, W. H. 1997: Moral Outrage: Territoriality in Human Guise. Zygon 32, 5-27
  • Grattet, R. 2011: Societal Reactions to Deviance. Annual Reviews of Sociology 37, 185-204
  • Pagliaro, S. et al. 2011: Sharing Moral Values: Anticipated Ingroup Respect as a Determinant of Adherence to Morality-Based (but Not Competence-Based) Group Norms. Personality and Social Psychology Bulletin 37, 1117-1129
  • Prinz, J. 2006: The Emotional Basis of Moral Judgments. Philosophical Explorations 9, 29-43
  • Tannenbaum, D. et al. 2011: Moral signals, public outrage, and immaterial harms. Journal of Experimental Social Psychology (im Druck, online vorab: doi:10.1016/j.jesp.2011.05.010)
Betruf beim Autokauf
ich habe letztem September ein gebrauchtes Auto gekauft und nach einem Monat habe ich wegen Servolenkung mein Auto bei ADAC abgescleppt lassen. (Damals hat die Servolenkung plötzlich ausgefallen und ich hätte mit Straßenbahn einen Unfall bekommen. Damals habe ich versuchte mit meinem Verkäufer zu kontaktieren. Leider hat er 3 Wochen Urlaub gemacht und habe ich mein Auto bei einer Werkstatt repariert hat und das kostet ungefähr 90 Euro und musste ich für ADAC mehr bezahlen. (Da meinte Meister, dass wegen Betteriepol meine Servolenkung ausgefallen hat.) aber nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und Bremeschalter auch kaputt gegangen ist und habe ich dafür 252 Euro bezahlt. Da war der Verkäufer imemrnoch im Urlaub. Nach seinem Urlaub habe ich mein Auto mitgebracht und er hat mir gesagt, dass wenn ich für Erstazteil(Servolenkung) bezahle, dann kann er mein Auto reparieren. (Das kostet ungefähr 50 Euro). Aber er konnte eine Teil von meinem Auto nicht finden und mit anderer Teil(verschidenen Artikelnummer) mein Auto repariert und er meinte, dass wenn ich wieder dieses Problem hätte, repariert er wieder mit richtiger Teil und wieder nach 1 Tag ist dieses Problem wieder passiert und habe ich mein Auto wieder mitgebracht. Aber er hat noch nicht die Servolenkung für mein Auto gefunden und er meinte, dass ich auch bei Ebay oder irgendwie die Teil suchen soll. Aber wenn ich wieder darüber telefoniert habe(weil ich leider nicht richtige Artikelnummer von meinem Auto kenne), hat er mir einfach gesagt, dass er einfach damals gar nicht repariert hat und d.h mein Auto wurde immernoch meine richtige ausfallende Teil eingebaut und er meinte, dass ich selber die Teil finden muss... Das ist echt scheiße. Deswegen habe ich die Servolenkung selber gekauft(200 Euro) und selber ausgetauch. Da ich nicht mehr dem Verkäufer vertrauen konnte. jzt alles wieder in Ordnung. Und letzte Woche habe ich Bremseleläge selber gewechselt da habe ich anderes Problem gefunden. Als ich hinten Bremsbeläge ausgebaut habe, habe ich ganz viel Problem gemerkt. Die Korben war festgeklebt im Zylinder deshalb Bremsbeläge einfach abgebrochen hat. Ich denke das ist sehr gefährlich.. Und Nach dem Rapatur von Hintenbremse kann ich nicht mehr schlechte Geräuch hören.. Dieses Geräuch hat auch als ich dieses Auto erstes Mal mitgenommen habe gehört, dachte ich, wegen ABS. Aber das war auch nicht.. Ich denke er hat total kaupttes Auto verkauft und gar nicht verantwortlich.. villeicht hat er mich ganz einfach unterschätzt weil ich ein Ausländer bin nicht so fließend Deutsch sprechen kann... In dem Fall was kann ich machen? Soll ich einfach anzeigen?
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?