Neurobiologie Bei Angst ticken zwei Hirnregionen gleich

Forscher der Universität Magdeburg beschrieben erstmals die Mechanismen im Gehirn von Mäusen, die Reaktionen wie Schreckstarre, Herzrasen und erhöhten Blutdruck auslösen.

Mit der Erforschung der Gehirnaktivität bei Furcht eröffnen deutsche Wissenschaftler neue Ansätze zur Behandlung von Angsterkrankungen. Die Forscher der Universität Magdeburg beschrieben erstmals die Mechanismen im Gehirn von Mäusen, die beim Abruf des so genannten Furchtgedächtnisses einsetzen und Reaktionen wie Schreckstarre, Herzrasen und erhöhten Blutdruck auslösen.

Amygdala und Hippocampus synchron aktiv

Konfrontierten die Forscher Mäuse mit einem furchtauslösenden Reiz, wurde die elektrische Aktivität der Nervenzellen zweier verschiedener Hirnregionen in einem bestimmten Frequenzbereich gleichgeschaltet. Diese Synchronizität trat in den für Erinnerungen zuständigen Regionen Amygdala und Hippocampus im Frequenzbereich von vier bis sieben Hertz auf, der so genannten Theta-Frequenz. Dies ist der erste Hinweis darauf, dass beim Abruf emotionaler Gedächtnisinhalte eine zeitliche Synchronisation verschiedener Hirnareale eine Rolle spielt.

Schmerzhafte Erfahrungen werden lange gespeichert

Generell werden bei Säugetieren schmerzhafte Erfahrungen außerordentlich schnell und lange gespeichert, Forscher sprechen vom Furchtgedächtnis. Wiederkehrende und unkontrollierbare Erinnerungen an diese Erfahrungen können beim Menschen zu neuropsychiatrischen Problemen wie Angst- oder Zwangserkrankungen führen.

Neue Anst-Therapieansätze möglich

Die Forscher vermuten, dass sich ihre Entdeckung auf erlernte Furchtreaktionen beim Menschen übertragen lässt und so künftig zu neuen gezielten Therapieansätzen für diese Beschwerden beitragen könnte.


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