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PISA-Studie: Deutschlands Schüler werden besser

Die deutschen Schüler holen im internationalen Vergleich langsam auf. Die 15-Jährigen wurden im Lesen in den vergangenen Jahren stärker, im Vergleich mit den übrigen OECD-Staaten sind sie aber weiter Mittelmaß. Das ergab die jüngste PISA-Studie von 2009.

Deutschlands Schüler haben sich beim internationalen PISA-Schultest verbessert. Bei der Lesekompetenz als Schwerpunkt der aktuellen Studie schnitten die 15-Jährigen besser ab als zuvor, liegen aber im internationalen Vergleich weiter im Mittelfeld, wie die verantwortliche OECD am Dienstag in Berlin mitteilte. In Mathematik und Naturwissenschaften erzielen sie sogar überdurchschnittliche Ergebnisse.

Beim Lesen verbesserte sich Deutschland laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) seit dem Jahr 2000, als die Lesekompetenz erstmals im Mittelpunkt der PISA-Tests stand, von 484 auf 497 Punkten. Damit lagen die deutschen Schüler im OECD-Mittelfeld. Spitzenreiter waren Südkorea (539 Punkte) und Finnland (536 Punkte). Werden auch einzelne Regionen betrachtet, schneidet Shanghai (556 Punkte) klar am besten ab. Ähnliche Leseleistungen wie Deutschland verzeichneten die USA, Schweden, Frankreich und Großbritannien.

Als positiv bewertete die OECD bei der Entwicklung in Deutschland vor allem, dass der Anteil der Schüler mit ungenügenden Resultaten beim Lesen deutlich verringert wurde. Dieser sank von 2000 bis 2009 von 22,6 auf 18,5 Prozent. Deutschland gehört international auch zu den wenigen Staaten, die sich in den vergangenen Jahren klar verbessern konnten. In vielen anderen Ländern gingen die Leistungen sogar zurück.

In Mathematik und Naturwissenschaften, die bei der aktuellen PISA-Studie weniger umfangreich getestet wurden, schneiden deutsche Schüler wie bereits in vorherigen Untersuchungen gut ab. In beiden Fächern zählt Deutschland zu den Ländern mit Leistungen über dem OECD-Durchschnitt. In Mathematik verbesserten sich die Schüler nochmals. In den Naturwissenschaften waren keine statistisch signifikanten Fortschritte messbar.

International lagen jeweils asiatische Länder und Regionen vorne. Spitzenreiter in Mathematik waren Shanghai, Singapur und Hongkong, danach folgten Südkorea, Taiwan und als bestes europäisches Land Finnland. In den Naturwissenschaften bildeten Shanghai, Finnland und Hongkong das Spitzentrio. Auf den weiteren Plätzen folgten Singapur, Japan und Südkorea.

In Deutschland besteht insgesamt nach wie vor ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg. Kritik übte die OECD in dem Zusammenhang vor allem an dem starken Einfluss des Schulumfelds. "In keinem anderen Land hat ein sozial ungünstiges Schulumfeld einen derart starken Einfluss auf die Leistungen von Kindern aus sozial schwachen Familien", erklärte die Organisation. Die Leistungsdefizite von Schülern mit Migrationshintergrund konnten der Studie zufolge verringert werden, sind aber weiterhin vorhanden.

Die Veröffentlichung der ersten PISA-Studie im Jahr 2001 hatte wegen des mittelmäßigen Abschneidens deutscher Schüler in Deutschland den sogenannten PISA-Schock ausgelöst. Seither wurden zahlreiche Reformen angestoßen. Die internationalen PISA-Tests finden alle drei Jahre statt. An der jüngsten Untersuchung nahmen 65 Länder teil. Es wurden eine halbe Million Schüler im Alter von 15 Jahren getestet.

AFP/APN