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"Pro Wildlife": Walfleisch oft zu giftig zum Verzehr

Trotz internationaler Proteste werden immer noch Wale gejagt und ihr Fleisch gegessen. Doch in der vermeintlichen Delikatesse stecken Quecksilber, Chlorverbindungen und andere Umweltgifte, berichten Naturschützer. Ob die Erkenntnis dem Walfang ein Ende setzt?

Das Fleisch von Walen und Delfinen ist nach einem Report der Schutzorganisation "Pro Wildlife" oft zu giftig zum Verzehr. Die nationalen Grenzwerte für Quecksilber, die krebserregenden Chlorverbindungen PCB oder das Insektengift DDT würden zum Teil 5000-fach überschritten, berichtet die Organisation. Dennoch würden Behörden mancher Staaten den Verzehr von Meeressäugerfleisch sogar empfehlen, kritisierte eine Sprecherin von "Pro Wildlife".

Der Report soll auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) vom 22. bis 26. Juni auf Madeira vorgestellt werden. Laut der Untersuchung leiden Volksgruppen, die Wal- und Delfinfleisch essen, häufiger an Gedächtnisstörungen, der Schüttellähmung Parkinson und Immunschwächen. Inuit in Kanada, Grönland und Alaska seien besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan oder auf den dänischen Färöer-Inseln sei gefährdet.

Die oberste Gesundheitsbehörde der Färöer Inseln hat nach Angaben von "Pro Wildlife" im vergangenen Jahr die Gefahr erkannt und ihre Bevölkerung gewarnt. In Kanada und Grönland habe es einen solchen Appell nicht gegeben. Dort werde der Verzehr aus kulturellen Gründen oft noch empfohlen. In Japan werde Walfleisch sogar als Schulnahrung serviert.

DPA / DPA