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ASTRONOMIE: Neuer Mini-Planet entdeckt

Der größte Himmelskörper seit Entdeckung des Pluto heißt »Quaoar« und umrundet alle 288 Jahre die Sonne. Wissenschaftler zweifeln jetzt den Planeten-Status des Pluto an.

US-Wissenschaftler haben das bisher größte Objekt in der Umlaufbahn der Sonne seit Entdeckung des Planeten Pluto vor über 70 Jahren gefunden. Mit einem Durchmesser von 1250 Kilometern ist der Himmelskörper am Rand des Sonnensystems halb so groß wie Pluto. Die Mitarbeiter des California Institute of Technology, die das Objekt bereits im Juni ausfindig machten, stellten ihre Forschungsergebnisse am Montag auf einer Konferenz der American Astronomical Society in Birmingham (Alabama) vor.

Indianische Schöpfungskraft

Der Himmelskörper, der nach der indianischen Schöpfungskraft »Quaoar« benannt wurde, befindet sich jenseits der Umlaufbahn des Pluto im Kuiper-Gürtel, mehr als sechs Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. In dieser Region am Rand des Sonnensystems befinden sich unzählige vereiste Felsbrocken, die als Überbleibsel von der Entstehung des Sonnensystems vor rund fünf Milliarden Jahren angesehen werden. Rund 500 dieser planetenartigen Objekte wurden in den vergangenen Jahren aufgespürt.

Pluto eigentlich kein Planet

Nach Angaben der Forscher braucht Quaoar 288 Jahre, um die Sonne auf seiner Umlaufbahn zu umrunden. Der sonnennähere Planet Pluto benötigt dazu 248 Jahre. Die Ähnlichkeit zwischen dem neu entdeckten Himmelskörper und dem Planeten lässt die Wissenschaftler an Plutos Zuordnung zu den neun Planeten unseres Sonnensystems zweifeln. Astronom Mike Brown vom California Institute of Technology stuft Pluto - wie Quaoar - als ein riesiges Kuiper-Gürtel-Objekt ein. Würde Pluto, der kleinste der neun Planeten, heute entdeckt werden, würde er nicht als Planet bezeichnet werden, glaubt Brown.