Ausstellung Das Gold der Inka


Fort Knox im Saarland: Wertvolle Goldschätze der Inka- und Vorinka-Hochkulturen aus dem peruanischen Larco Museum sind in Deutschland zu sehen. Der Sicherheitsaufwand ist enorm.

Ein Hauch von Fort Knox im Saarland: Wer die Gasgebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte betritt oder verlässt, wird diskret digital verfilmt; das Budget der am Wochenende eröffneten Ausstellung "InkaGold" bleibt ungenannt, um keine Rückschlüsse auf den Versicherungswert zuzulassen. Die Sicherheitsmaßnahmen haben ihren Grund: Zum ersten Mal sind Goldschätze der Inka- und Vorinka-Hochkulturen aus dem peruanischen Larco Museum in Deutschland zu sehen.

Eine Mumie überstand den Transport nicht

120 glänzende Kronen, Diademe, Ohrpflöcke, Opferschalen und Nasenringe, aber auch einige Gefäße, Keramiken mit erotischen Szenen und Stoffobjekte wurden aus der weltweit größten Privatsammlung altperuanischer Kunstwerke an sie Saar geschickt, ergänzt von 50 ebenfalls herausragenden Stücken des Linden-Museums Stuttgart. Lediglich eine Mumie überstand den Transport über den Ozean nicht: sie zerfiel und wurde durch ein Exemplar aus dem Saarbrücker Abenteuer-Museum ersetzt.

"Wunderbar" so der erste Eindruck des aus Lima angereisten Museums-Leiters Andres Alvarez-CalderOn Larco. Die "feinen Schmuckstücke vor dem Hintergrund gigantischer Industrieanlagen" faszinieren ihn ebenso wie der perfekte Ansatz, 3.000 Jahre Kultur vorzustellen. In der Tat verleiht der Kontrast zu der abgedunkelten Halle mit ihren riesigen Schwungrädern und rostigen Zeugnissen des vor 18 Jahren stillgelegten Eisenwerkes den in beleuchteten Vitrinen präsentierten Gold-Schätzen besonderen Glanz.

Unermessliche Goldmengen eroberten Pizarros Konquistadoren

Zunächst überqueren die Besucher, von einer Klanginstallation begleitet, einen hölzernen Steg. Er soll den Weg von Europa nach Südamerika erfahrbar machen, erklärt der Generaldirektor der Völklinger Hütte, Meinrad Maria Grewenig. Nach Video-Eindrücken des Regenwalds und der Bergwelt Perus tritt man dann durch eine Nachbildung des Sonnentors vom Titicacasee in den Bereich der Schatzkammern.

Chronologisch aufgebaut führen die dreisprachig beschrifteten Meisterwerke durch mehrere aufeinander folgende Kulturen Südamerikas, die im Inka-Reich ihren Höhepunkt und zugleich ihr Ende fanden. Mit nur 200 Begleitern eroberte 1532 der Spanier Francisco Pizarro das mächtigste Imperium Altamerikas. "Nie zuvor und danach in der Geschichte der Menschheit ist einem solch kleinen Heer eine solche Beute zugefallen", resümiert Grewenig. Monatelang wurde das für Rituale bestimmte Gold eingeschmolzen und tonnenweise nach Europa transportiert. Seither blieb der Mythos und die Faszination des Inka-Goldes lebendig, zumal nur wenige Original-Stücke erhalten blieben.

Michael Kuderna, AP


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