Beobachtungstipps So wird die Sonnenfinsternis ein Erlebnis


Beobachtungstipps

Die Sonnenfinsternis am frühen Morgen des 31. Mai bevorzugt Beobachter im Norden. «In Hamburg oder Flensburg sind die Aussichten am besten, noch besser wäre Island», sagte Wolfgang Steinicke von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) in einem dpa- Gespräch in Freiburg. Von Mitteleuropa aus ist das Schauspiel nur als Teilfinsternis zu sehen, wobei der Mond die Sonnenscheibe zwischen 76 Prozent in Wien und 84 Prozent in Amsterdam abdunkelt. Die Sonne geht erst während der Finsternis auf, wie Steinicke erläuterte: «Im Südwesten erscheint sie mancherorts sogar erst nach dem Maximum der Finsternis über dem Horizont.» So beginnt das Schauspiel in Deutschland je nach Standort zwischen 4.43 Uhr (in Stralsund) und 5.35 Uhr (in Freiburg).

Die aufgehende Sonne sei dann an einigen Orten nur als Sichel zu sehen. Dunkel wie im schmalen Schattenpfad der totalen Sonnenfinsternis von 1999 wird es laut Steinicke dabei allerdings nicht. «Beobachter müssen zwei Dinge bedenken: Sie müssen einen klaren Blick nach Osten haben, der nicht durch Berge oder Gebäude verstellt sein darf. Und es dürfen natürlich keine Wolken oder dichter Dunst am Osthimmel sein.» Die gesamte Finsternis spiele sich in unmittelbarer Horizontnähe ab, die Sonne steige währenddessen kaum höher als zehn Grad. «Das entspricht in etwa einer Faust, die Sie am ausgestreckten Arm beobachten», erläuterte Steinicke. Am besten lasse sich die Finsternis daher von einer Anhöhe aus verfolgen.

Das Naturschauspiel dürfe über längere Zeit nicht ohne Vorsichtsmaßnahmen beobachtet werden, betonte Steinicke. «Wichtig ist eine Schutzbrille mit einer speziellen Filter-Folie.» Diese gebe es für wenig Geld in Optikerläden zu kaufen. Es mache keinen Sinn, mehrere Sonnenbrillen übereinander zu setzen, bleibende Augenschäden könnten unter Umständen die Folgen sein. Tückisch sei, dass diese Schädigungen schmerzlos verliefen und anfangs gar nicht bemerkt würden. «Auf keinen Fall dürfen Hilfsmittel wie Feldstecher ungeschützt zur Beobachtung genutzt werden», sagte Steinicke. Sie verstärkten die schädigende Wirkung der Sonnenstrahlen auf der Netzhaut.


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