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Golf von Mexiko: Ölschmiere erreicht Küsten von Mississippi

Von der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko ist nun ein weiterer US-Bundesstaat betroffen. Die rostbraune Ölschnmiere aus dem offenen Bohrloch hat nun auch die Küsten von Mississippi erreicht. BP kostet die Katastrophe inzwischen 100 Millionen Euro am Tag.

Knapp zehn Wochen nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die rostbraune Schmiere erstmals auch die Küste des US-Staates Mississippi erreicht. Ein Lichtblick im anhaltenden Desaster: Tropensturm "Alex" zog am Montag in sicherem Abstand von der Öl-Unfallstelle über das Meer in Richtung Mexiko. Damit blieben die Absaug- und Reinigungsarbeiten weiter unbeeinträchtigt.

Die Kosten für den Kampf gegen die Umweltkatastrophe steigen derweil für den Ölkonzern BP immer schneller an. In den vergangenen drei Tagen habe das Unternehmen 300 Millionen US-Dollar (243 Millionen Euro) gezahlt, teilte BP am Montag in London mit. Erstmals erreichten die Kosten pro Tag damit die 100-Millionen-Marke. Insgesamt hat der Konzern inzwischen für die Beseitigung der Umweltschäden, für Ausgleichszahlungen an Betroffene und die Rettungsmaßnahmen 2,65 Milliarden US-Dollar gezahlt.

Tropemsturm bisher fernab der Unglücksstelle

Bisher war das meiste Öl an die Küste von Louisiana gespült worden, vereinzelt sind aber auch Strände in Alabama und in Florida betroffen. Nun wurden auch die ersten größeren zähflüssigen Ölflecken an zwei Urlauberstrände in Mississippi entdeckt. Führende Staatspolitiker riefen BP auf, mehr zum Schutz ihrer Küste zu tun.

Immerhin zeigt sich "Alex" anscheinend gnädig. Er hielt sich am Montag auf seinem nordwestlichen Kurs, weit genug von der Stelle entfernt, an der die Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 22. April nach einer Explosion gesunken war. Bleibt es dabei, was als zunehmend wahrscheinlich gilt, könnte das Absaugen von Öl aus dem Bohrloch am Meeresboden auch dann fortgesetzt werden, wenn der Sturm möglicherweise in zwei Tagen Hurrikan-Stärke erreicht. "Alex" wird vermutlich am Donnerstag im texanisch-mexikanischen Grenzgebiet am Golf das Festland erreichen.

Furcht vor Auswirkungen von Unwettern

Heftige Unwetter könnten die Arbeiten zum Eindämmen der Ölpest bis zu zwei Wochen lahmlegen. Menschen, Schiffe und Ausrüstung müssten aus der Gefahrenzone gebracht werden. Damit würden auch die Verbindungen des Auffangtrichters über dem Ölleck zu Schiffen an der Oberfläche gekappt, das Öl würde dann wieder fast ungehemmt ins Meer fließen. Bislang fängt der Deckel über der defekten Quelle mehr als 2000 Tonnen Öl pro Tag ab.

DPA/dho / DPA