Irrtum Atlantis doch nur Schlamm


Ein amerikanischer Forscher glaubte, die mythische Stadt Atlantis auf dem Boden des Mittelmeeres entdeckt zu haben. Nach Ansicht eines deutschen Geophysikers sind die Hügel jedoch nur Schlammvulkane.

Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe). Christian Hübscher vom Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften in Hamburg hatte im Sommer das Seegebiet zwischen Zypern und Syrien vermessen, dabei fand er auch die Meereserhebungen, die der US-Forscher Robert Sarmast am Wochenende als Akropolis von Atlantis gedeutet hatte.

Es handele sich dabei um einige etwa 100 000 Jahre alte Schlammvulkane, die entstehen, weil der unter dem Salz liegende Schlamm durch Risse und Brüche in die Salzschicht dringt und dabei den Meeresboden aufwölbt. Solche "Schlammdiapire" gibt es laut Hübscher auf dem Grund vieler Meeresgebiete.

Wie Robert Sarmast der zyprischen Presse sagte, habe er nach mehrmonatigen Forschungen "zahlreiche Überreste von Straßen, von Kanalisation und gewaltigen Mauern," auf dem Meeresboden östlich von Zypern gefunden. Das berichtete das staatliche zyprische Fernsehen am Montagmorgen.

Die Funde seien "identisch" mit der Beschreibung des antiken Philosophen Platon. Sogar die von Platon erwähnte "mächtige Burg auf der atlantischen Akropolis" habe der Forscher auf einer Anhöhe auf dem Meeresboden gesichtet. Um wissenschaftliche Beweise vorzulegen, bräuchte er noch Zeit und vor allem 250 000 US-Dollar, hieß es.

Die Legende von Atlantis hat in den vergangenen Jahrzehnten dutzende Forscher dazu bewegt, nach der angeblich bei einem gewaltigen Erdbeben untergegangenen Insel zu suchen. Manche wollen sie im Atlantischen Ozean, andere in Südgriechenland oder in Asien entdeckt haben. Wissenschaftliche Beweise sind bislang nicht vorgelegt worden.

DPA


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