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Ewige Streitfrage: Wer ist schlauer: Hunde oder Katzen? Eine Studie hat nun die Antwort

Kaum etwas spaltet viele Menschen so emotional in zwei Lager, wie die Liebe zu Hunden beziehungsweise zu Katzen. Ein Team von Neurobiologen hat sich ihre Gehirne von genauer angesehen - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Studie: Hunde sind schlauer als Katzen

Kaum etwas spaltet die Menschheit so emotional in zwei Lager, wie die Liebe zu Hunden beziehungsweise zu Katzen

Katzenbesitzer müssen jetzt ganz stark sein: Auf die alte Streitfrage, ob Hunde oder Katzen schlauer sind, haben Wissenschaftler nun eine Antwort gefunden - Hunde haben mehr als doppelt so viele Neuronen ihn ihrer Hirnrinde als Katzen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die nun in der Fachzeitschrift "Frontiers in Neuronanatomy" veröffentlicht wurde.

Eine Gruppe von Neurobiologen aus sechs verschiedenen Universitäten in den USA, Brasilien, Dänemark und Südafrika hatten die Gehirne verschiedener Fleischfresser auf der ganzen Welt untersucht - darunter auch Hunde und Katzen. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hunde die biologischen Voraussetzungen dafür haben, sehr viel komplexere und flexiblere Dinge zu tun als Katzen“, wird die Neurologin und Studienleiterin Suzana Herculano-Houzel, selbst ein hundertprozentiger Hundemensch, in einer Mitteilung der US-amerikanischen Vanderbilt Universität zitiert.

Studie: Wer hat mehr Neuronen im Gehirn?

Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Leistungsfähigkeit des menschlichen und tierischen Gehirns. Um die möglichst genau darzustellen, genügt es nicht, das Gehirn einfach zu wiegen – selbst wenn Hirn und Körpergröße des Tieres zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Daher haben die Forscher die Anzahl der in den jeweiligen Tier-Hirnen gezählt. Das sind eine besondere Art von Nervenzellen, die im Gehirn Botschaften übermitteln.

"Ich glaube, dass die Summe der Neuronen, über die ein Tier verfügt - vor allem auf der Großhirnrinde - bestimmt, wie gut es um dessen Geisteszustand bestimmt ist", sagt Herculano-Houzel. "Außerdem zeigt sie, wie stark die Fähigkeit ausgeprägt ist, abzuschätzen, was als nächstes passieren wird. Dazu werden Erfahrungen in der Vergangenheit herangezogen."

Eine "Hirn-Suppe" für die Wissenschaft

Neuronen zählen? Das klingt ungefähr so aufregend wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Sehr viel handfester sieht da die wissenschaftliche Realität aus. "Man nimmt das Hirn und macht daraus eine Suppe", erklärt sie dem "National Geografic". Bei einer Probe werden die Zellen gezählt und dann überschlagen und daraus die durchschnittliche Neuronenanzahl des Gehirns ermittelt. Für die "Hirn-Suppe" haben die Wissenschaftler allerdings nur die Großhirnrinde, also die äußere Schicht, in der besonders viele Neuronen sind, verwendet.

Das Ergebnis: verfügen über rund 530 Millionen Neuronen, Katzen nur über 250 Millionen. Überhaupt hätten Hunde die meisten Neuronen aller untersuchten Tierarten, obwohl sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße nicht das größte Gehirn hätten.

Oder vielleicht doch lieber ein Waschbär?

Wer nun ein gern ein intelligentes Haustier hätte, sich mit einem Hund aber nicht anfreunden kann: Waschbären haben eine ähnlich große Neuronen-Anzahl wie Hunde und das, obwohl sie ein deutlich kleineres Gehirn haben.

Und eine weitere Überraschung: Fleischfresser haben nicht mehr Neuronen als Pflanzenfresser. Bisher gingen Forscher immer davon aus, dass Fleischfresser intelligenter seien, da das Jagen eine so anspruchsvolle intellektuelle Leistung ist. Doch dem ist nicht so. Die Wissenschaftler erklären sich das so, dass pflanzenfressende Beutetiere eine ähnliche Gehirnleistung für die Flucht benötigen.

tyr