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Evolution: Warum Otter die cleversten Handwerker des Tierreichs sind

Otter sind besonders niedliche Geschöpfe. Aber wer sie darauf reduziert, tut ihnen Unrecht. Otter sind nämlich nicht nur putzig, sondern auch noch überdurchschnittlich schlau. Eine neue Studie liefert überraschende Erkenntnisse.

Ein Bild von Kurzkrallenottern.

Otter haben noch viel mehr drauf als nur niedlich auszusehen.

Alle lieben Otter! Wer kann schon widerstehen, wenn ein flauschiges Otterbaby, entspannt auf dem Bauch der Mutter schlummernd, über den Ozean schippert? Das Fell von Seeottern ist übrigens so dicht, dass die possierlichen Tierchen Luft hinein blasen können, die dort auch bleibt. Dadurch können sie auf der Wasseroberfläche entspannen, ohne unterzugehen. Mit ihren Pfoten halten sie sich die Kulleraugen zu, um in Ruhe dösen zu können, und die Haut liegt so locker an, dass sie Falten und Taschen bildet, in denen die Otter Futter verstauen können. Wer immer noch nicht von der Großartigkeit dieser Spezies überzeugt ist, sollte sich dieses Video anschauen - es wird die restliche Arbeit leisten.


Otter sind aber weit mehr als einfach nur süß. Schon lange war bekannt, dass Otter eine besonders kluge Spezies sind. Das liegt vor allem daran, dass sie in der Lage sind, Werkzeuge herzustellen und diese sinnvoll zu benutzen. Das bekommen im Tierreich ansonsten nur Affen, Krähen und Delfine hin. Seeotter, auch Meerotter genannt, suchen Amboss-förmige Steine, um Muscheln während des Schwimmens öffnen zu können. Dabei liegen sie lässig mit dem Rücken auf der Wasseroberfläche, platzieren den Stein auf ihrem Bauch und schlagen Krebse und Muscheln daran auf. Außerdem sammeln sie Seetang, um mit dessen Fäden Beute festzubinden oder um ihre Jungen an Gegenständen zu sichern. Okay, man könnte es auch fesseln nennen. Trotzdem süß.

Seeotter

Gegenstand der Studie: der Seeotter.


Wir halten fest: Seeotter sind also sehr klug. Dass ihre Intelligenz aber noch viel außergewöhnlicher ist, als bisher angenommen, zeigt eine neue Studie von Forschern der University of Wyoming.

Clever mit Werkzeug

Sie haben untersucht, wie Verwandtschaftsverhältnisse Einfluss auf die Fähigkeiten im Werkzeug-Gebrauch nehmen. Sprich: Wie prägt die Familie den schlauen Seeotter?

Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Seeotter sein Werkzeug-Verhalten von den Eltern oder von anderen Seeottern aus seinem familiären Umfeld beigebracht bekommt. So ist das nämlich auch bei Delfinen, genauer gesagt bei indopazifischen großen Tümmlern, die sich bei ihrer Mutter abgucken, wie man Schwämme beim Jagen zum Schutz der eigenen Schnauze einsetzt.

Das Wissen über den Werkzeuggebrauch unterscheidet sich dadurch auch von Delfin-Familie zu Delfin-Familie und ist vor allem bei Delfinen, die in der Shark Bay im westlichen Australien leben, zu beobachten. Es kommt sogar vor, dass eine Tümmler-Generation mal gar nichts mit Schwämmen anzufangen weiß, weil das Wissen nicht weitergegeben wurde.

Otter sind schon von Geburt an schlau

Die US-amerikanischen Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass das bei Seeottern anders ist. Sie beobachteten 100 nicht miteinander verwandte Seeotter und erkannten, dass alle Tiere die Taktik mit dem Stein-Amboss zum Muschelknacken in gleicher Weise anwenden. Besonders erstaunlich: Sogar Otterwaisen, die von Geburt an auf sich allein gestellt waren, unterscheiden sich in ihrem Werkzeug-Gebrauch nicht von anderen, ohne jegliches Training oder Erfahrung, so die Forscher. Sie schließen daraus, dass Seeotter schon wesentlich länger mit Werkzeugen arbeiten als Delfine. Während Delfine erst seit weniger als 200 Jahren mit Schwämmen jagen, könnte der Stein-Amboss-Gebrauch bereits seit Tausenden oder sogar Millionen von Jahren zum Otter-Alltag gehören. Seeotter sind also schon wesentlich länger als Delfine zu einem klugen Werkzeug-Gebrauch in der Lage.

Eine Frechheit, dass Seeotter in den gängigen Bestenlisten der klügsten Tiere der Welt keine Erwähnung finden, während Delfine durchweg den ersten Platz belegen. Was wir uns merken sollten: Unterschätze niemals einen Otter. Hinter der knuffigen Fassade schlummert ein ziemlich leistungsfähiges Hirn, und wer weiß, welche Werkzeuge die Wassermarder in den nächsten Millionen Jahren für sich entdecken.


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.