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Wissenschaftler entsetzt: Tyrannosaurus-Jungtier: Warum ein seltenes Dinosaurierskelett auf Ebay angeboten wird

In den USA will ein Privatmann das Skelett eines jungen Tyrannosaurus Rex im Internet verkaufen. Es ist sein gutes Recht – gesetzlich ist das erlaubt. Doch Forscher äußern sich empört über die Entscheidung.

Knochen eines kleinen Tyrannosaurus Rex werden bei Ebay angeboten

Knochen eines kleinen Tyrannosaurus Rex werden bei Ebay angeboten

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Paläontologen weltweit sind oft nicht gut auf Steven Spielbergs Film "Jurrassic Park" zu sprechen. Und das nicht nur, weil Hollywood und wissenschaftliche Fakten nicht immer ganz übererinstimmen – sondern auch, weil seit dem Kinohit von 1998 die ganze Welt verrückt nach Dinosauriern ist. Diese Begeisterung treibt leider manchmal Blüten, die so gar nicht im Sinne der Allgemeinheit sind.

Es ist nämlich gar nicht so selten, dass Dinosaurierskelette und Fossilien privat gehandelt und von den Findern an finanzstarke Dino-Liebhaber verkauft werden. Das ist nicht überall auf der Welt möglich – in Ländern wie Deutschland beansprucht etwa der Staat archäologische Funde. In anderen Ländern aber gehören Funde wahlweise dem Grundbesitzer, dem Finder oder beiden zu gleichen Teilen. Und denen ist es dann auch möglich, die Dino-Knochen gewinnbringend zu veräußern. Über einen solchen Fall wird gerade in den USA diskutiert.

Knochen junger Tyrannosaurier sind sehr selten

Ein privater US-Sammler verkauft nämlich aktuell auf der Auktionsplattform Ebay Skelett-Teile eines Baby-Tyrannosaurus – und bekommt dafür viel Kritik von Wissenschaftlern. Alan Leon Detrich verlangt für die Knochen des einst rund 4,80 Meter großen Tieres mit 50 Zentimeter großem Schädel 2,95 Millionen Dollar (2,62 Millionen Euro). Die Auktion wurde bereits Ende Februar online gestellt, am Donnerstag wurden aber noch keine Gebote öffentlich angezeigt.

Forscher sind entsetzt darüber, dass die seltenen Knochen – es gibt kaum Überbleibsel junger Tyrannosaurus Rex – Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollen. "Fossilien von Wirbeltieren sind so selten, dass die meisten von ihnen auf einzigartige Art zu unserem Wissen über die Geschichte des Lebens beitragen", erklärte die Gesellschaft für Wirbeltier-Paläontologie (Society of Vertebrate Paleontology) in Bethesda (USA) in einem offenen Brief. "Jedes Fossil, das aus der Öffentlichkeit verschwindet, ist Teil einer jetzt schon zerstreuten Geschichte, die wir nie im Gesamtbild rekonstruieren können."

Das Fossil wurde nach Angaben des Fachmagazins "Science" 2013 auf einem Privatgrundstück im Bundesstaat Montana entdeckt. Es war seit rund einem Jahr als Leihgabe im Naturkundemuseum der University of Kansas in Lawrence (USA) ausgestellt. Auf Twitter stellte das Museum klar, keine Verbindung zum aktuellen Verkauf zu haben und diesen nicht gutzuheißen.

Quellen: "Spiegel Online" / dpa

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wt