HOME

UN-Artenschutzkonferenz in Nagoya: Gipfel schafft Durchbruch in letzter Minute

Es war ein zähes Ringen bis zuletzt: Die UN- Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt ist doch noch mit einer umfassenden Einigung zu Ende gegangen. Sie sieht neben Maßnahmen zum Artenschutz auch Zahlungen an Länder vor, mit deren biologischem Reichtum Industrienationen Geld machen.

Die UN-Artenschutzkonferenz in Nagoya hat sich nach fast zwei Wochen intensiver Verhandlungen auf ein internationales Abkommen zum Schutz gefährdeter Pflanzen und Tiere geeinigt. Japans Umweltminister Ryu Matsumoto bezeichnete das Ergebnis zum Abschluss des Treffens am Freitag als Erfolg. Die rund 190 Teilnehmerländer verständigten sich auf 20 Ziele, die bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen, um das Artensterben aufzuhalten. Demnach sollen unter anderem die Schutzgebiete zu Wasser und zu Land ausgeweitet werden.

"Das ist ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft, die Artenvielfalt und damit die eigene Lebensgrundlage zu sichern", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, in Nagoya. "Es haben sich alle positiv bewegt." Wegen der teils festgefahrenen Gespräche in den vergangenen Tagen hatten Umweltschützer vor einem "zweiten Kopenhagen" gewarnt - in der dänischen Hauptstadt war der Weltklimagipfel vor knapp einem Jahr gescheitert.

Teilnehmer nehmen ABS-Protokoll an

Streitpunkt bei den Verhandlungen war vor allem das sogenannte Acces and Benefits Sharing Protocol (ABS), um das seit acht Jahren gerungen wird. Es regelt die Aufteilung von wirtschaftlichen Gewinnen aus der Nutzung ökologischer Ressourcen zwischen deren Ursprungsländern und der Industrie. Die Entwicklungsländer forderten eine Art "Gensteuer", wenn Firmen aus ihren biologischen Ressourcen gewonnene Wirkstoffe, etwa in Form von Arzneien oder Kosmetika, vermarkten. Die meisten Industrieländer lehnten das ab. In Nagoya gelang die Einigung. Danach sollen künftig Gewinne aus biologischen Rohstoffen gerecht zwischen Ursprungsländern und Nutzern aufgeteilt werden.

Neben dem ABS-Protokoll ging es auf der Konferenz vor allem um die Finanzierung von zukünftigen Artenschutzmaßnahmen. Japan hatte am Mittwoch zusätzliche zwei Milliarden US-Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro) für den Artenschutz bis 2013 zugesagt.

Das nächste Treffen der 193 Vertragsstaaten der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) soll 2012 in Indien stattfinden.

mad/AFP/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel