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+++ Jahrhundertkatastrophe in Japan +++: Liveticker: AKW-Betreiber wollen neue Explosionen verhindern

Die Betreiber des Katastrophen-AKW Fukushima versuchen, weitere Explosionen zu vermeiden. Unterdessen wird allein in der Region Iwate mit mehr als 18.000 Toten durch Erdbeben und Tsunami gerechnet.

Dies ist der Live-Ticker zu den Ereignissen vom 15. März, dem vierten Tag nach dem Erdbeben und dem Tsunami. Den Live-Ticker vom 16. März finden Sie hier.

+++ 21.40 Uhr: Raffinerien stellen ihren Betrieb ein +++

Wegen der Folgen des Erdbeben und des Tsunamis am vergangenen Freitag haben sechs von 27 Erdlöraffinerien des Landes ihren Betrieb eingestellt. Damit sind nun 31 Prozent der normalen Kapazität lahmgelegt.

+++ 21.18 Uhr: USA schicken weitere Experten nach Japan +++

Als Reaktion auf die fortschreitende Atomkatastrophe haben die USA weitere Nuklearexperten nach Japan geschickt. Damit sind nun 34 Spezialisten im Katastrophengebiet im Einsatz. "Die Teams haben die Fertigkeiten, das Fachwissen und die Ausrüstung, um die Situation zu beurteilen, zu begutachten und Tests durchzuführen", sagte ein Sprecher der US-Regierung.

+++ 20.24 Uhr: Drohen weitere Explosionen? +++

Die Betreiber des Katastrophen-Atomkraftwerks Fukushima befürchten allem Anschein nach Explosionen auch in den letzten beiden unbeschädigten Reaktoren. Nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde zog die Betreiberfirma Tepco in Erwägung, Platten von den Reaktoren 5 und 6 zu entfernen, um dort mögliche Wasserstoff-Staus zu verhindern. Auf diese Weise sollen neuerliche Detonationen verhindert werden. Ob das Vorgehen Erfolg verspricht, ist unklar.

+++ 19.37 Uhr: Bisher keine erhöhte Strahlenbelastung in Lebensmitteln +++

Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums keine Erkenntnisse zu radioaktiv belasteten Lebens- oder Futtermitteln aus Japan in Deutschland. Zudem sei nicht bekannt, dass sich diese auf dem Weg in die Europäische Union befinden, teilte das Ministerium in Berlin mit. Wissenschaftler des Instituts für Fischereiökologie würden außerdem eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch radioaktiv kontaminierten Fisch aus Japan zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen. Die Lage in Japan werde sehr aufmerksam beobachtet, hieß es. Ein Frühwarnsystem sei eingerichtet.

+++ 17.56 Uhr: Region Iwate rechnet mit 18.500 Toten +++

Die Zahl der Todesopfer im japanischen Katastrophengebiet steigt immer weiter. Die Behörden rechnen jetzt mit mehr als 10.000 Toten, die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Allein in Iwate, der Partnerregion von Rheinland-Pfalz, wird laut Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) mit 18.500 Toten gerechnet. Demnach hätte nur ein Drittel der Einwohner überlebt.

Die Zeitung "Japan Times" berichtete, die Behörden hätten offiziell 3373 Tote registriert, rund 6700 Menschen würden vermisst. Damit handele es sich um die schlimmste Katastrophe seit einem Erdbeben aus dem Jahr 1923.

+++ 17.24 Uhr: Japanische Regierung warnt auf Facebook vor Hamsterkäufen +++

Japanische Nutzer des Internetdienstes Facebook finden derzeit oben auf ihrer Seite die Bitte der Regierung, nicht alle Läden im Großraum Tokio leerzukaufen. Es wird gewarnt, dass Hamsterkäufe in Tokio zu Engpässen in den Erdbebengebieten führen könnten. Gleichzeitig versichert die Regierung, es seien genug Lebensmittel vorhanden. "Bitte handeln Sie ruhig und mit Geduld", heißt es. Facebook informiert auch über die nächsten geplanten Stromabschaltungen und über Einschränkungen im regionalen Zugverkehr.

+++ 17.04 Uhr: EU-Staaten wollen all ihre AKW überprüfen +++

Die EU-Staaten unterziehen europaweit Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach einem Treffen mit EU-Energieministern in Brüssel an. Bei dem "Stresstest" werde es um die Neubewertung aller Risiken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser gehen.

+++ 16.24 Uhr: In den USA werden Jodtabletten knapp +++

Die Bilder aus Japan versetzen die Menschen weltweit in Panik. In den USA werden bereits die Vorräte an Jodtabletten knapp: Zahlreiche besorgte Amerikaner kaufen die Pillen, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, ist die Nachfrage zurzeit so groß, dass einige Präparate bereits ausverkauft sind. "Diejenigen, die keine Jodtabletten mehr bekommen, brechen in Tränen aus. Die Menschen haben Angst", sagte der Präsident der führenden Herstellerfirma Anbex, Alan Morris.

+++ 15.39 Uhr: Hubschrauber sollen Wasser auf AKW abwerfen +++

Die Betreiberfirma von Fukushima I erwägt nach eigenen Angaben, per Hubschrauber Wasser auf das Abklingbecken von Reaktor Vier abzuwerfen.

+++ 15.05 Uhr: Aufbewahrungsbecken für Brennstäbe kann nicht mehr befüllt werden +++

Das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 des japanischen Kernkraftwerks Fukushima Eins kann nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Das habe die Betreiberfirmer Tepco mitgeteilt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagabend. Eine weitere Eskalation der Situation drohe.

+++ 14.54 Uhr: Starkes Nachbeben erschüttert Tokio

Die Erde in Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein starkes Nachbeben hat am Dienstagabend (Ortszeit) den Großraum Tokio erschüttert. Laut japanischer Wetterbehörde hatte das Beben eine Stärke von 6,0, wie der Sender NHK berichtete. Das Epizentrum lag demnach in der Nähe des Berges Fuji in der Präfektur Shizuoka, etwa 120 Kilometer südwestlich der japanischen Hauptstadt, in einer vergleichsweise geringen Tiefe von zehn Kilometern.

+++ 14.26 Uhr: Zahl der Todesopfer in Japan auf 3373 gestiegen +++

Die offizielle Zahl der bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan ums Leben gekommenen Menschen ist auf 3373 gestiegen. Nach Angaben der japanischen Polizei vom Dienstagabend (Ortszeit) handelte es sich um eine vorläufige Opferzahl. Insgesamt belaufe sich die Zahl der Toten und Vermissten auf mehr als 10.000. 6746 Menschen würden vermisst, erklärte die Polizei. Weitere 1897 Menschen wurden verletzt.

+++ 14.16 Uhr: Medien bereiten Japaner auf Verstrahlung vor +++

Feuchte Lappen ins Gesicht und häufig Kleidung wechseln: Experten geben in den japanischen Medien Tipps für den Fall einer radioaktiven Verstrahlung. Der Fernsehsender NHK riet seinen Zuschauern in gefährdeten Gebieten am Dienstag, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wer raus müsse, solle seine Haut bedecken und durch einen feuchten Lappen atmen. Fachleute warnten davor, Wasser aus der Leitung zu trinken, da ein hohes Strahlungsrisiko bestehe.

Gegen verstrahlte Partikel könne Schutzkleidung helfen, wie etwa wasserdichte Regensachen. Damit ließen sich die Strahlen zwar nicht abwehren, aber so werde zumindest verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Auch häufiges Händewaschen helfe, hieß es bei NHK.

+++ 14.05 Uhr: Auswärtiges Amt spricht Teilreisewarnung aus

Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat das Auswärtige Amt am Dienstag eine "Teilreisewarnung" für den Nordosten des Landes erlassen. Es riet außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab. "Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen in der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und im Großraum Tokyo/Yokohama zu prüfen, ob ein Aufenthalt in Japan weiterhin erforderlich ist", hieß es in der im Internet veröffentlichten Teilreisewarnung. Falls dies nicht gegeben sei, sollte eine Ausreise außer Landes in Erwägung gezogen werden, insbesondere von Familien mit Kindern.

+++ 13.40 Uhr: Japan weitet Stromsperren auf den Nordosten aus +++

Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco am Dienstag nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden.

Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren Einschränkungen gerechnet werden.

+++13.28 Uhr: Fische vor Japans Küste offenbar verseucht +++

Die Fische vor Japans Küste sind vermutlich nach den Havarien im japanischen Kernkraftwerk Fukushima kontaminiert. "Größe und Strömungen des Pazifiks machen eine Belastung im gesundheitsgefährdenden Bereich zum jetzigen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich", sagte Ulrich Rieth, zuständig für Fischereiökologie beim staatlichen Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI). "Eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch Fisch aus Japan kann zum jetzigen Zeitpunkt aber ausgeschlossen werden." Sollte noch mehr Cäsium freigesetzt werden, würde die lokale Fischerei vor den Küsten Japans jedoch vermutlich große Probleme bekommen.

+++13.00 Uhr: Radioaktivität sinkt offenbar +++

Die internationale Atomenergiebehörde IAEA teilt mit, die Daten aus Japan deuten darauf hin, dass die Radioaktivität rund um das AKW wieder sinkt. 150 Menschen sind unter Beobachtung, bei 23 Menschen wurden Maßnahmen zur Dekontaminierung eingeleitet.

+++12.54 Uhr: Kontrollraum in Reaktorblock 4 unbrauchbar +++

Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima I einem Medienbericht zufolge so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Im Block vier hatte es zuvor gebrannt; zudem war es zu einer Explosion gekommen.

+++ 12.38 Uhr: Atomunfall auf zweithöchster Stufe der Ines-Skala +++

Die Katastrophe von Fukushima hat nach Einschätzung aus Frankreich die zweithöchste Stufe in der Internationalen Bewertungsskala (Ines). Das Geschehen sei mit Stufe 6 von 7 zu bewerten, teilte der Präsident der Französischen Atomsicherheitsbehörde (ASN), André-Claude Lacoste, in Paris mit. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte die Stufe 7 auf der Ines-Skala.

+++ 11.42 Uhr: Nachbeben vor Japans Ostküste mit Stärke 6,3 +++

Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

+++ 11.36 Uhr: Lufthansa fliegt Tokio vorerst nicht mehr an +++

Die Lufthansa fliegt Tokio wegen der möglichen radioaktiven Strahlung vorerst nicht mehr an. Die zwei Flüge, die am Dienstag planmäßig aus München und Frankfurt starten, würden stattdessen die japanischen Städte Osaka und Nagoya südwestlich von Tokio ansteuern, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Zudem gebe es zwei weitere planmäßig Flüge nach Osaka und Nagoya. "Wir gehen davon aus, dass wir diesen Sonderflugplan bis zum Wochenende fliegen können." Am Montag hatte die Lufthansa in München und Frankfurt Maschinen überprüfen lassen, die aus Tokio zurückgekehrt waren. Dabei sei keine radioaktive Strahlung festgestellt worden, erklärte der Sprecher weiter.

+++ 11.09 Uhr: Winde treiben Strahlung aufs Meer +++

Die UN-Wetterbehörde World Meteorological Organization (WMO) erklärt, dass die Winde über Japan die radioaktiv verseuchte Luft aufs offene Meer treiben. Es bestünde derzeit keine Gefahr für Japan.

+++ 10.42 Uhr: Löcher am Reaktor 4 +++

In der Wand von Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima 1 klaffen zwei acht Quadratmeter große Löcher. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet. In dem Reaktor hatte es zwischenzeitlich gebrannt.

+++ 10.31 Uhr: Zwei Überlebende gerettet +++

Vier Tage nach der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan haben die Rettungskräfte zwei Überlebende geborgen. Wie der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK berichtete, wurde in der Stadt Otsuchi eine 70 Jahre alte Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. Sie litt unter Unterkühlung und wurde in ein Krankenhaus gebracht, befand sich aber nicht in Lebensgefahr.

In der Stadt Ishimaki in der besonders betroffenen Präfektur Miyagi an der Nordostküste Japans wurde zudem ein Mann aus den Trümmern gerettet. Die Chancen, in dem Gebiet noch Überlebende zu finden, waren vier Tage nach dem Beben und dem folgenden Tsunami vom Freitag erheblich gesunken. Die offizielle Opferzahl durch das schwerste Erdbeben in Japans Geschichte liegt derzeit bei 2414.

+++ 10.25 Uhr: Japanische Regierung hilft mit 265 Millionen Euro +++

Die japanische Regierung stellt in einem ersten Schritt rund 265 Millionen Euro als Notfallhilfe für die Bürger in Katastrophengebieten bereit. Das Geld sei für Essen, Wasser, Decken und Medizin, wie der Regierungssprecher Noriyuki Shikata im Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt gab.

+++ 10.08 Uhr: Israelischer Atomexperte wirft Japan Verschleierung vor +++

Ein israelischer Atomexperte verdächtigt Japan, die große Gefahr einer nuklearen Katastrophe zu verschleiern. "Die Japaner verheimlichen Tatsachen über das Atomunglück und den vermutlich sehr großen Schaden", sagte der Chemieprofessor und ehemalige Abgeordnete Uzi Even der israelischen Zeitung "Maariv". Even hat in der Vergangenheit im israelischen Atomreaktor in Dimona gearbeitet.

"Wenn es ein Fallout von Plutoniumoxid gibt - eine hochgiftige Substanz, die in dem explodierten Reaktor verwendet wird - dann wird für Tausende von Jahren niemand mehr die Stätte betreten können", sagte der 70-Jährige. "Die Japaner sagen aus Scham nicht die Wahrheit, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann ihnen alles ins Gesicht explodiert."

+++ 10.06 Uhr: Wind droht Schadstoffe nach Tokio zu wehen +++

In Japan dreht der Wind vorübergehend auf Nord und droht, radioaktive Partikel aus den havarierten Reaktoren Richtung Tokio zu wehen. Einige Stunden lang wehe der Wind am Dienstag (Mitteleuropäischer Zeit) in Bodennähe aus Norden, sagte Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst (DWD). In Höhen von über 1000 Metern bleibe es bei der kräftigen Westströmung von der japanische Küste auf den Pazifik. Am Dienstagabend soll auch in tieferen Lagen der Wind wieder auf West drehen. Schadstoffe würden dann wieder auf das offene Meer geweht.

+++ 9.36 Uhr: Wasser im Abklingbecken kocht vermutlich +++

Nach Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte das Wasser im Abklingbecken des Reaktors 4 im AKW Fukushima kochen. Der Pegelstand des Wassers geht demnach zurück. In einem Abklingbecken werden die abgebrannten Brennstäbe aufbewahrt.

+++ 9.28 Uhr: Strahlenwerte gehen offenbar wieder zurück +++

Nach dem vorläufigen Anstieg der Radioaktivität am japanischen Kernkraftwerk Fukushima 1 in Folge mehrerer Explosionen sind die Werte inzwischen wieder gesunken. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag.

Auch in Tokio gingen die Strahlenwerte am Nachmittag (Ortszeit) wieder zurück. Am Morgen war leicht erhöhte Radioaktivität gemessen worden, die nach Angaben der Behörden aber die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtigen sollte.

+++ 9.22 Uhr: Präfekturen bereiten Evakuierung vor +++

In drei Präfekturen um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen. Die Regierung der Präfektur Yamagata stelle eine Liste mit Schutzräumen für die Flüchtenden zusammen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. "Wir arbeiten daran festzustellen, wie viele Evakuierte wir aufnehmen und welche Einrichtungen wir als Unterschlupf nutzen können", sagte ein Sprecher der Präfektur Tochigi.

+++ 9.14 Uhr: IAEA - Japan hat über direkten Austritt von Strahlen informiert +++

Japan hat die Internationale Atomenergiebehörde IAEA über den "direkten" Austritt von Radioaktivität in die Atmosphäre informiert. Dies teilte die UN-Atombehörde am Dienstag mit. Die Belastung rund um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans betrage bis zu 400 Millisievert pro Stunde, teilte die Behörde unter Berufung auf Angaben aus Japan mit. Die IAEA nannte keine "zulässigen Grenzwerte". Die Radioaktivität breitet sich zudem offenbar aus. Bereits rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio war die Strahlenbelastung nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo um bis zu zehnmal höher als normal. Auch Russland berichtet von erhöhten Strahlenwerten in östlichen Teilen des Landes. In Wladiwostock rund 800 Kilometer nordwestlich von Fukushima wurden erhöhte Werte gemessen.

+++ 8.59 Uhr: Kühlung in Reaktor 5 und 6 offenbar ebenfalls fehlerhaft+++

Neue Hiobsbotschaft aus Fukushima: Auch die Kühlung der Reaktoren 5 und 6 funktioniere offenbar nicht mehr einwandfrei, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Die Kühlung in den Reaktoren 1 und 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 sei hingegen stabil. Ob Kühlwasser in Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten, sagte Edano.

Im Reaktor 2 war es am Morgen (Ortszeit) zu einer neuen Explosion gekommen, wobei laut Regierung erstmals eine innere Reaktorhülle beschädigt wurde.

+++ 8.46 Uhr: IAEA: Feuer in Block 4 war gebrauchter Brennstoff +++

Im Reaktorblock 4 des Unglückskraftwerks Fukushima Eins brennt oder brannte nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein Becken mit gebrauchtem Brennstoff. Radioaktivität entweiche von dort direkt in die Atmosphäre, teilten japanische Behörden der UN-Behörde am Dienstag mit. Nach Informationen aus Japan ist der Brand inzwischen gelöscht. Die IAEA bestätigte das bisher nicht.

+++ 8.36 Uhr: Panikartige Reaktionen in Tokio +++

Die Eskalation der Atomkrise in Japan in der Hauptstadt Tokio teilweise panikartige Reaktionen ausgelöst. Bewohner deckten sich mit Überlebens-Utensilien und Lebensmitteln wie Radios, Taschenlampen, Kerzen und Schlafsäcke ein. Einige Unternehmen erwägen inzwischen offenbar, ihren Sitz vorübergehend nach außerhalb von Tokio zu verlegen.

+++ 8.24 Uhr: Japans Börse bricht ein +++

Tokios Börse hat mit dramatischen Kursverlusten auf die neuen Hiobsbotschaften vom Atomkraftwerk Fukushima reagiert. Am zweiten Handelstag nach der Naturkatastrophe in Japan stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 10,55 Prozent ins Minus. Für den breiter gefassten Topix ging es um 9,47 Prozent nach unten. Im Handelsverlauf hatten beide Indizes sogar über 14 Prozent verloren. Bereits am Montag hatte der Nikkei über sechs Prozent eingebüßt.

+++ 8.19 Uhr: Regierung warnt vor Hamsterkäufen +++

Die japanische Regierung hat die Bevölkerung aufgefordert, keine Hamsterkäufe aus Sorge wegen des Atomunfalls in der Anlage Fukushima 1 zu tätigen. Sollten sich die Menschen mit großen Vorräten an Grundnahrungsmitteln eindecken, könne dies die Versorgung der Menschen in dem von der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe betroffenen Gebiet gefährden, sagte Verbraucherministerin Renho.

+++8.18 Uhr: IAEA: Feuer nahe einem Abklingbecken +++

Nahe eines der Brennelemente-Abklingbecken in Fukushima soll ein Feuer ausgebrochen sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien.

In der Nacht hatte es eine erneute Explosion in dem Kraftwerk gegeben. Dabei wurde nach Regierungsangaben erstmals auch die innere Schutzhülle eines Reaktorblocks beschädigt. Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco sprach von einer "sehr schlimmen" Lage. Die Strahlung in der Umgebung steige dramatisch.

Die Anwohner im Umkreis von 30 Kilometern wurden aufgefordert, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Von der neuerlichen Explosion war Reaktor 2 betroffen. In Block 4 brach zudem ein Feuer aus.

+++ 8.15 Uhr: Ministerpräsident kritisiert AKW-Betreiber +++

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat die den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima scharf kritisiert. "Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt", zitierte ihn die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung und die Öffentlichkeit seien unzufrieden mit der Informationspolitik.

Kan verlangte von der Betreibergesellschaft Tepco, ihre Mitarbeiter nicht aus der Anlage abzuziehen. Die Zahl der Mitarbeiter wurde inzwischen von 800 auf 50 reduziert.

+++ 7.57 Uhr: Erhöhte Strahlenwerte bei US-Soldaten +++

Bei Angehörigen der US-Marine sind nach einem Einsatz im japanischen Erdbeben- und Tsunami-Gebiet leicht erhöhte radioaktive Strahlenwerte festgestellt worden. Bei 17 Mitgliedern von drei Helikopterbesatzungen sei eine "niedrige" Radioaktivität gemessen worden, teilte die 7. US-Marineflotte am Montag (Ortszeit) auf ihrer Internetseite mit. Ursache seien Schwaden aus dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1.

Die höchsten gemessenen Werte lägen aber unter denen, denen Marineangehörige zusammengenommen im Laufe eines Monates durch natürliche Quellen ausgesetzt seien, erklärte die US-Marine. Die erhöhte Radioaktivität habe von den Soldaten mit Seife und Wasser weggewaschen werden können. Eine weitere Kontaminierung sei dann nicht mehr gemessen worden.

+++ 7.30 Uhr: Extrem hohe Strahlenwerte um Fukushima +++

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beziffern japanische Behörden die Strahlenbelastung beim Atomkraftwerk Fukushima auf bis zu 400 Millisievert pro Stunde. Laut der deutschen Strahlenschutzverordnung von 2001 liegt der Dosisgrenzwert für die Bevölkerung bei ein Millisievert im Kalenderjahr.

+++ 7.18 Uhr: Greenpeace: Neue Dimension der Katastrophe +++

Die Angaben der japanischen Regierung über einen beschädigten Reaktorbehälter deuten nach Einschätzung eines Greenpeace-Experten auf eine "neue Dimension der Katastrophe" hin. Sollten die Informationen stimmen, könnten große Mengen von Radioaktivität freigesetzt werden, sagte Energieexperte Tobias Münchmeyer. "Wie schnell sich die Radioaktivität weiterverbreitet, ist nicht einzuschätzen."

Die Regierung warnte zudem vor Gesundheitsschäden wegen deutlich gestiegener Strahlenbelastung. "Wenn diese Angaben korrekt sind, muss man vermuten, dass tatsächlich eine neue Dimension der Katastrophe erreicht ist", sagte Münchmeyer. Gestiegene Messwerte zeigten, dass mehr radioaktive Stoffe austreten.

Münchmeyer erklärte weiter, in dem Reaktor 2 seien zwar keine Plutonium-Brennstäbe wie im Reaktor 3. Dennoch sei darin das hochgiftige Plutonium enthalten. "Durch das Abbrennen der Elemente wird Plutonium gebildet." Das sei auch in Tschernobyl freigesetzt worden.

+++ 6.57 Uhr: Strahlung in der Nähe von Tokio steigt +++

Nach einer neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima ist die radioaktive Strahlung auch in der Nähe der japanischen Hauptstadt Tokio angestiegen. Die Werte seien aber kein Risiko für die Gesundheit, teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag nach Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo mit. In Tokio wurden geringe Mengen radioaktiver Substanzen gemessen, darunter Cäsium und Jod, wie die Verwaltung der Metropolregion erklärte. 

In der Präfektur Ibaraki nahe der Region um Fukushima sei die Strahlung 100 Mal höher als normalerweise, teilten die Behörden dort mit. In der Präfektur Kanagawa südlich von Tokio stieg die Belastung auf das zehnfache des Normalwertes.

+++ 6.54 Uhr: Flugverbotszone über havarierten Reaktor verhängt +++

Im Umkreis von 30 Kilometern rund um die havarierte Atomanlage Fukushima ist eine Flugverbotszone verhängt worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo und beruft sich dabei auf einen Vertreter des Verkehrsministeriums.

Nur Stunden zuvor hatte es in dem AKW die dritte Explosion innerhalb von vier Tagen gegeben. Bei der Detonation wurde vermutlich auch der Reaktorbehälter beschädigt. Die radioaktive Strahlung im Umkreis des Kernkraftwerkes erreichte für Menschen gefährliche Werte.

Gründe für die Einrichtung der Flugverbotszone wurden zunächst nicht genannt. Die Regierung hatte zuvor ihre Warnungen noch einmal verschärft. Auch Anwohner in einem Radius von 30 Kilometern rund um das Unglücks-AKW wurden aufgefordert, sich nicht im Freien aufzuhalten und Türen und Fenster zu schließen. An die Bewohner innerhalb eines 20-Kilometer-Radius wurde appelliert, sich an die Evakuierungsanordnung zu halten und das Gebiet umgehend zu verlassen.

+++ 5:32 Uhr: Deutsches THW beendet Einsatz +++

Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks beendet seinen Einsatz in Japan. Rund 100 Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami gebe es praktisch keine Chancen mehr, dass es in den Katastrophengebieten noch Überlebende gibt, sagte Teamleiter Ulf Langemeier am Dienstag im Einsatzlager in Tome.

+++ 4:58 Uhr: Dramatische Kursverluste an Tokioter Börse +++

Die Börse in Tokio hat am zweiten Handelstag nach der Naturkatastrophe in Japan dramatische Kursverluste erlitten. Das Minus des Nikkei-Index für 225 führende Werte lag nach Handelsmitte bereits im zweistelligen Bereich. Mit Stand um kurz vor 13.00 Uhr hatte der asiatische Leitindex schon mehr als 1250 Zähler verloren und notierte bei 8369 Punkten. Das entsprach etwa minus 13 Prozent.

+++ 5:08 Uhr: Leicht erhöhte Strahlenwerte in Tokio +++

Die radioaktive Strahlung erreicht Tokio. In der etwa 250 Kilometer entfernten japanischen Hauptstadt sind leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. Die Radioaktivität sei aber so schwach, dass sie die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtige, erklärte die Stadtverwaltung jetzt. Im Großraum Tokio leben rund 35 Millionen Menschen.

+++ 4:23 Uhr: Brand offenbar gelöscht +++

Das Feuer in Reaktor 4 der japanischen Atomanlage Fukushima 1 offenbar gelöscht. Das berichteten mehrere japanische Nachrichtenagenturen und andere Medien am Dienstag unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Laut der Agentur Jiji führten Angehörige der US-Armee die Löscharbeiten aus. Nach Angaben von Regierungssprecher Yukio Edano war das Feuer durch eine Explosion von Wasserstoff ausgelöst worden. Obwohl der Reaktor zum Zeitpunkt des Erdbebens und des Tsunamis am Freitag wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet gewesen sei, habe sich in dem Block befindlicher Kernbrennstoff erwärmt. Dabei sei Wasserstoff freigesetzt worden, was zu einer Explosion geführt habe, wie es bereits in den Reaktoren 1 und 3 geschehen sei, sagte Edano.

+++ 3:41: Radioaktivität nahe Tokio deutlich erhöht +++

In Kanagawa bei Tokio werden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo kurzzeitig Strahlenwerte gemessen, die den Normalwert um das Neunfache übersteigen.

+++ 3:19 Uhr: Strahlung erreicht "gesundheitsgefährdendes Maß" +++

Regierungsprecher Edano bestätigt, dass die austretende Radioaktivität in Fukushima ein gesundheitsgefährdendes Maß erreicht habe. Außerdem sei bei der Explosion in Block 2 am Dienstag wahrscheinlich ein Teil des Reaktorbehälters beschädigt worden. Damit wird eine Kernschmelze immer wahrscheinlicher

In den Reaktorblöcken 1 bis 3 werde das Einpumpen von Wasser aber planmäßig fortgesetzt. Es gelte jetzt, diese Kühlung aufrechtzuerhalten.

+++ 3:12 Uhr: Brand in Reaktorblock 4 +++

In Reaktor 4 der bereits schwer beschädigten japanischen Atomanlage Fukushima ist ein Feuer ausgebrochen. Die Streitkräfte Japans und der USA wurden gebeten, den Brand zu löschen. In einer Fernsehansprache rief Regierungschef Naoto Kan die Bevölkerung im Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die Behörden hatten bereits eine Evakuierungszone von 20 Kilometern rund um die Atomanlage eingerichtet.

+++ 2.53 Uhr: Widersprüchliche Meldungen über die Lage +++

Noch lässt sich nicht sagen, ob es nach der Explosion im Reaktorblock 2 des AKW Fukushima zu einer Kernschmelze kommt. Die entscheidende Frage ist aktuell, ob der Reaktorbehälter, in dem sich die Brennstäbe befinden, durch die Explosion beschädigt wurde. Dazu gibt es widersprüchliche Angaben. Bei den vorangegangenen Explosionen in den Reaktorblöcken 1 und 3 wurden nach offiziellen Angaben nur die äußeren Hüllen zerstört. Die Meldungen über die stark erhöhte Radioaktivität außerhalb des Kernkraftwerkes geben aber zur größten Sorge Anlass.

Unterdessen hat der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda erklärt, dass genügend Geld da sei, um kurzfristig die Folgen des Erdbebens zu bekämpfen.

Die Aktie des weltgrößten Autobauers Toyota geriet weiter unter Druck und verlor am Morgen knapp 6 Prozent. Toyota hatte die Produktion in den japanischen Werken nach dem Erdbeben bis mindestens Mittwoch eingestellt.

+++ 1:52 Uhr: Betreiber kann Kernschmelze nicht mehr ausschließen +++

Ein Sprecher des AKW-Betreibers Tepco teilte nach Berichten des Rundfunksenders NHK mit, das Unternehmen habe die Regierung von der neuen Lage unterrichtet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme.

Außerdem scheinen sich Meldungen zu bestätigen, dass bei der Explosion im Reaktorblock 2 nicht nur die äußere Schutzhülle, sondern auch der Reaktorbehälter beschädigt worden ist. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Angesichts einer drohenden nuklearen Katastrophe hat die Börse in Tokio am Dienstag massive Kurseinbrüche erlebt. Der Nikkei-Index aus 225 Unternehmen stürzte in der ersten Handelsstunde über 6,5 Prozent auf unter 9000 Punkte ab. Am Montag hatte der Leitindex der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bereits 6,18 Prozent eingebüßt. Die japanische Notenbank stützt den Bankensektor des Landes weiter mit großen Summen. Am Dienstag beträgt die Summe zunächst fünf Billionen Yen, nach einem Rekordwert von 15 Billionen Yen am Montag.

+++ 1.05 Uhr: Strahlenbelastung steigt deutlich +++

Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima steigt nach Angaben des Betreibers nach der erneuten Explosion auf 8217 Mikrosievert pro Stunde. Zuvor war Medienberichten zufolge ein deutlich niedrigerer Wert gemessen worden. Außerdem soll das Dach der Anlage beschädigt worden sein. Dampf steige aus dem Komplex empor, hieß es.

Gleichzeitig wird gemeldet, dass das dringend benötigte Kühlwasser an den Brennstäben im Reaktor 2 wieder gestiegen ist. 1,20 Meter und damit ein gutes Viertel der vier Meter langen Brennstäbe sei nun wieder mit Wasser bedeckt. Die Stäbe waren zuvor mehr als zwei Stunden ohne kühlende Flüssigkeit gewesen. Ohne Kühlung droht die Kernschmelze.

Die japanische Atombehörde hat Berichten über mögliche Schäden am Schutzmantel eines Atomreaktors widersprochen. Die Schutzhülle habe "anscheinend keine Löcher", teilte die Behörde für Atomsicherheit am Dienstag mit.

+++ 0.37 Uhr: Druckbehälter beschädigt, Radioaktivität steigt +++

Nach einer weiteren Explosion im Reaktorblock 2 des AKW Fukushima soll es auch an dem Druckbehälter Schäden gegeben haben. Zudem soll die Strahlung den zulässigen Grenzwert überschritten haben, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.  Die Betreiberfirma Tepco spricht von einer "sehr schlimmen Szenario". Nach der Explosion habe man damit begonnen einen Teil der Arbeiter in Sicherheit zu bringen.

Es sei unklar, ob Dampf oder flüssiges Wasser ausgetreten sei, berichtete der Sender NHK. Im Unterschied zu den ersten beiden Explosionen am Samstag und Montag in den Reaktorblöcken 1 und 3 sei diesmal nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern auch der innere Druckbehälter beschädigt worden.

Zum Zeitpunkt der Explosion herrschte nach Angaben von Meteorologen Nordwind. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen auch nach Süden in Richtung Tokio gelangen könnten. Die japanische Hauptstadt liegt 260 Kilometer südwestlich von Fukushima 1.

+++ 0:12 Uhr: Explosion im AKW Fukushima +++

Am Reaktor 2 des AKW Fukushima soll eine Explosion zu hören gewesen sein. Das berichteten Medien am Dienstagmorgen unter Berufung auf die Regierung in Tokio. Zuvor hatte ein Regierungssprecher bekannt gegeben, dass ein Teil des Schutzmantels des Reaktors offenbar beschädigt worden sei. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am frühen Dienstagmorgen, es scheine Schäden am unteren Teil des Schutzmantels von Reaktorblock 2 zu geben, wo sich das Kondensationskühlwasserbecken befindet. Damit könnten erhebliche Mengen Radioaktivität entweichen. Edano betonte jedoch, es sei kein "plötzlicher Ansprung" bei der Radioaktivität festgestellt worden. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, wäre es der erste direkte Schaden an einem Atomreaktor seit dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami, die Japan am Freitag heimgesucht hatten.

+++ 23:52 Uhr: Schutzmantel des AKW stark beschädigt +++

Ein Teil des Schutzmantels eines Atomreaktors der Anlage Fukushima 1 ist nach Angaben der japanischen Regierung offenbar beschädigt worden. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am frühen Dienstagmorgen, es scheine Schäden am unteren Teil des Schutzmantels von Reaktorblock 2 zu geben. Damit könnten erhebliche Mengen Radioaktivität entweichen.

+++ 22:15 Uhr: Große Mehrheit hält AKW-Unfall in Deutschland für möglich +++

Die große Mehrheit der Deutschen hält einen AKW-Unfall wie in Japan auch in Deutschland für denkbar. Laut einer Umfrage der ARD sind 70 Prozent der Ansicht, dass ein ähnlich schwerer Unfall auch in einem deutschen Atomkraftwerk passieren kann. 28 Prozent halten dies nicht für denkbar. 39 Prozent der Deutschen haben die Sorge, dass Radioaktivität aus Japan auch nach Deutschland gelangen und hier Luft, Wasser und Lebensmittel verunreinigen könnte. 60 Prozent haben diesbezüglich keine Sorge. Für diese Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag 909 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

+++ 21.22 Uhr: Techniker fluten Reaktorblock +++

Im Kampf gegen die drohende Kernschmelze haben die Techniker im Atomkraftwerk Fukushima den Reaktorblock 2 mit Meerwasser geflutet. Auf diese Weise sollen die heißen Brennstäbe gekühlt und die Gefahr der Kernschmelze gebannt werden. Seit dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen Freitag ist das Kühlsystem defekt. Bevor der Block geflutet wurde, lagen die Brennstäbe fast zweieinhalb Stunden lang trocken - eine Situation, die unweigerlich zum GAU führt, wenn sie nicht beseitigt wird.

+++ 20.51 Uhr: Laut IAEA wohl keine Kernschmelze in Fukushima +++

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat die Angst vor einer Nuklearkatastrope in Japan zu zerstreuen versucht: Es drohe kein zweites Tschernobyl und in den teilweise zerstörten Reaktoren laufe nach ihren Informationen keine Kernschmelze ab, berichtete die Behörde bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Sicherheitsbehälter aller Reaktoren in Japan seien intakt. "Die Abgabe von Radioaktivität ist begrenzt", sagte IAEO-Chef Yukiya Amano. Die Situation sei aber dynamisch und könne nicht abschließend bewertet werden.

+++ 20.25 Uhr: Angespannte Ruhe in Japan +++

Tiefe Nacht in Japan. Doch die Ruhe ist angespannt. Hunderttausende verbringen ihre dritte oder vierte Nacht in Notunterkünften. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Jederzeit könnte zudem die nukleare Katastrophe einsetzen. Die Techniker im Atomkraftwerk Fukushima liefern sich einen dramatischen Wettlauf mit der Zeit. Dort ist an Schlaf nicht zu denken. In drei Reaktoren des AKW droht weiterhin eine Kernschmelze und damit der Super-GAU.

Zum Nachlesen: Tag 3 nach der Katastrophe in der Rückschau

kng/mlr/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters