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Atomkraft-Debatte: Merkel spricht mit Ministerpräsidenten der AKW-Länder

Kanzlerin Angela Merkel ist zur Stunde mit den Ministerpräsidenten der AKW-Länder zusammengetroffen. Im Zentrum der Gespräche steht die dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung für deutsche Atommeiler.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät mit den Ministerpräsidenten der fünf Bundesländer mit Atomkraftwerken über die Zukunft der Kernenergie in Deutschland nach der Katastrophe in Japan. Begleitet wurde die Unterredung am Dienstag von Protesten einiger Hundert Atomkraftgegner vor dem Kanzleramt in Berlin, die immer wieder "Abschalten" skandierten. An dem Gespräch nahmen seitens der Bundesregierung neben Merkel Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) teil. Im Anschluss wollen die Beteiligten die Öffentlichkeit informieren.

Im Zentrum der auf eineinhalb Stunden veranschlagten Unterredung wird die Entscheidung der Bundesregierung für einedreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke stehen. "Die Aussetzung ist richtig", sagte der Regierungschef Niedersachsens, David McAllister, vor Beginn des Gesprächs. Es werde bei dem Treffen im Kanzleramt um die Zukunft der Kernenergie in Deutschland gehen sowie darum, Alternativen dazu auszuloten. Wie viele alte Atomreaktoren nun stillgelegt werden könnten und ob mit Schadenersatzansprüchen der Wirtschaft zu rechnen sei, wollte er noch nicht sagen. "Wir haben jetzt ja drei Monate Zeit", sagte er. In dieser Zeit gelte es, innezuhalten und sich über die Konsequenzen aus Japan Gedanken zu machen. Für weitere konkrete Entscheidungen sei es noch zu früh.

Reuters / Reuters