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Qualzucht: So müssen überzüchtete Tiere leiden

Sie japsen nach Luft, die Augen tränen und sind entzündet: Überzüchtete Hunde und Katzen fristen oft ein trauriges Dasein. Um Leid zu vermeiden, gilt es beim Kauf einiges zu beachten.

Perserkatze

Haustiere wie Hunde und Katzen sind häufig überzüchtet. Vor allem Bulldoggen sind betroffen. Aufgrund ihrer kurzen Nase bekommen sie schlecht Luft. Nach dem Spielen und Herumtollen sind die Tiere oft außer Atem. Die Hautwulst über der Schnauze kann sich zudem entzünden. Der Kopf der Welpen ist häufig schon im Mutterleib so groß, dass er kaum durch den Geburtskanal passt. Dann müssen die Welpen mit einem Kaiserschnitt geholt werden.

Qualzüchtungen sind nach Paragraph 11b des Tierschutzgesetzes verboten. Die Zucht ist verboten, wenn die Tiere Schmerzen, Leiden oder Schäden davontragen können. Dennoch ist tierisches Leid im Einzelfall nicht zu vermeiden. Vor allem unseriöse Züchter berücksichtigen selten das Wohl der Tiere.

Auch der Basset-Hound hat häufig mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Der britische Jagdhund rennt eigentlich für sein Leben gern. Doch dabei sind ihm seine großen angezüchteten Ohren und die überschüssige Haut im Weg. Hinzu kommen häufig Wirbelprobleme aufgrund des langen Rückens.

Die flache Nase gilt als Schönheitsideal für Perserkatzen. Durch verengte Atemwege bekommen die Tiere jedoch schlecht Luft. Deformierte Augenlider können zu Entzündungen führen. Zudem sind die Tränendrüsen der Tiere häufig verstopft.

Sphynxkatzen sind haarlos – und gelten daher als besonders geeignet für Allergiker. Oft fehlen ihnen jedoch auch die Tasthaare – ein wichtiges Sinnesorgan für Katzen, mit dem sie sich orientieren, Gegenstände untersuchen und soziale Kontakte zu anderen Katzen knüpfen. Experten empfehlen daher ein Zuchtverbot für völlig haarlose Tiere. Halten sich Sphynxkatzen zu lange im Freien auf, können sie zudem einen Sonnenbrand entwickeln.

Fachverbände raten, Haustiere nur bei seriösen Züchtern zu kaufen. Es ist sinnvoll, sich vor dem Kauf das Muttertier zeigen zu lassen. Und: Tiere aus seriöser Zucht haben ihren Preis – ab mehreren Hundert Euro aufwärts.

ikr
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