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75. Geburtstag des Genies: Pointiert und klug: Mit diesen Zitaten sorgte Hawking für Furore

Stephen Hawking ist ein Ausnahme-Physiker – und sorgt mit seinen pointierten Vorträgen immer wieder für Schlagzeilen. Hier ist eine Auswahl seiner besten Zitate zum 75. Geburtstag.

Star-Physiker Stephen Hawking feiert heute seinen 75. Geburtstag

Star-Physiker Stephen Hawking feiert heute seinen 75. Geburtstag

Körperlich total hilflos, aber der brillante Geist läuft auf Hochtouren: Stephen Hawking gehört zu den größten Wissenschaftlern aller Zeiten. Am heutigen Sonntag wird das Genie 75 Jahre alt - nach der Prognose seiner früheren Ärzte müsste er schon seit Jahrzehnten tot sein.

An der Nervenkrankheit ALS erkrankte Hawking als Physikstudent. Die Krankheit schritt bei ihm sehr langsam voran - ein Wendepunkt in seinem Leben: "Plötzlich begriff ich, dass es eine Reihe wertvoller Dinge gab, die ich tun könnte, wenn mir ein Aufschub gewährt würde." Mit großem Ehrgeiz und scharfem Verstand brachte er es weit. 1979 wurde er Professor für Mathematik in Cambridge, über 30 Jahre lang hatte er dort den berühmten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik inne. Seit Jahrzehnten ist er nahezu bewegungsunfähig. Nur mit Hilfe eines Computers kann er sich mühsam verständigen.

Hawking begeisterte die Fachwelt mit seinen Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu monströsen Schwarzen Löchern. "Ich möchte das Universum ganz und gar verstehen", sagte er. "Ich möchte wissen, warum es so ist, wie es ist, und warum es überhaupt existiert." Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" machte ihn bei Laien populär - ebenso wie seine Äußerungen über die Zukunft der Menschheit.

Stephen Hawking: Mit diesen Zitaten sorgte er für Furore
Landung von Aliens

"Ich stelle mir vor, dass Außerirdische in riesigen Schiffen leben, weil sie die Ressourcen ihres Heimatplaneten aufgebraucht haben. Diese fortschrittlichen Aliens könnten wie Nomaden umherziehen und dabei fremde Planeten erobern und besiedeln. Sollten uns Aliens eines Tages besuchen, entspräche das wohl der Landung von Christoph Kolumbus in Amerika. Und das ist für die amerikanischen Ureinwohner nicht gut ausgegangen."


Hawking gegenüber "The Telegraph", 2010

Sinn des Lebens

"Versucht, den Dingen, die ihr seht, einen Sinn zu geben, und hinterfragt, aus was sich das Universum zusammensetzt. So schwer das Leben manchmal auch erscheinen mag, es gibt immer etwas zu tun und darin gut zu sein. Es ist wichtig, dass ihr einfach nie aufgebt. Denkt daran, in die Sterne zu sehen - und nicht auf eure Füße."


Hawking zu Studenten während eines Vortrags an der University of Cambridge, 2016

Umgang mit Depression

"Die Botschaft dieser Vorlesung ist, dass Schwarze Löcher gar nicht so schwarz sind, wie gedacht. Sie sind nicht, wie einst angenommen, Gefängnisse, aus denen es kein Entrinnen mehr gibt. Aus einem Schwarzen Loch lässt sich entkommen - entweder über den Weg zurück, möglicherweise sogar in ein anderes Universum. Wenn Sie sich also fühlen, als seien Sie in einem Schwarzen Loch gefangen: Geben Sie nicht auf - es gibt einen Weg heraus."


Hawking während eines Vortrags im Rahmen einer BBC-Dokumentation, 2016

Größte Gefahren für die Menschheit

"Wir stehen einer Vielzahl von Bedrohungen gegenüber: einem Atomkrieg, der Erderwärmung und genetisch veränderten Viren."


Hawking im Gespräch mit Radio Times, 2016

Selbstausrottung der Menschheit

"Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf der Erde in einem bestimmten Jahr eine Katastrophe ereignet, erscheint sehr gering. Allerdings wird sich in den nächsten Tausend oder Zehntausend Jahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Katastrophe ereignen. Bis dahin sollten wir uns ins All ausgebreitet haben und zu anderen Sternen, sodass ein Desaster auf der Erde nicht gleich das Ende der Menschheit bedeuten würde."


Hawking im Gespräch mit Radio Times, 2016

Wesen der Intelligenz

"Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen."


Hawking während eines Vortrags an der Oxford University

Begrenzte Ressourcen der Erde

"Mit unserer Gier und unserer Dummheit werden wir uns eines Tages selbst ausrotten."


Hawking im Gespräch mit der CNN, 2010

Über sein Leben mit der Krankheit ALS

"Seit nunmehr 49 Jahren lebe ich mit der Aussicht auf einen frühen Tod. Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber mit dem Sterben habe ich auch keine Eile."

Schwarze Löcher sind keine Endstationen. Zwar saugen sie durch ihre enorme Schwerkraft alles ein, was ihnen zu nahe kommt, lassen nicht einmal das Licht entkommen. Hawking konnte aber in der Theorie zeigen, dass Schwarze Löcher langsam verdampfen - eine Folge der Quantenphysik. Das Verdampfen dauert extrem lange. Die entstehende Hawking-Strahlung ließ sich bisher nicht nachweisen.

Bereits als Doktorand hatte Hawking 1965 zusammen mit dem Briten Roger Penrose einen wichtigen mathematischen Beleg für die Urknalltheorie geliefert. Die Idee vom Urknall war damals noch umstritten, unter anderem weil in ihm die Naturgesetze nicht mehr gelten und so eine Art Schöpfungsakt notwendig zu werden schien.

Hawking beschäftigte sich mit Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und konnte zeigen, dass sie einen Anfang des Universums voraussagte - "ein Ergebnis, das die Kirche interessiert zur Kenntnis nahm", wie Hawking in seiner Autobiografie "Meine kurze Geschichte" (Rowohlt, 2013) schrieb. Später betonte er jedoch, dass der Anfang des Universums nicht zwangsläufig in einer sogenannten Singularität gelegen haben muss.

Machten ihn nur seine Theorien berühmt? Hawking argwöhnte, dass da noch etwas anderes dahinterstecken könnte: "Ich bin der Archetypus eines behinderten Genies", sagte er dem Sender BBC. "Die Menschen sind fasziniert von dem Gegensatz zwischen meinen extrem eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten und den gewaltigen Ausmaßen des Universums, mit dem ich mich beschäftige."

Hawking: "Ich bin der Archetypus eines behinderten Genies"

Hawking ist eine Art Popstar der Wissenschaft und schreckt auch nicht davor zurück, zu populären Themen wie Zeitreisen und Außerirdischen Stellung zu nehmen. In den vergangenen Jahren scheint er eine Wandlung durchzumachen, tritt oft als Mahner auf. Intelligente Roboter, Klimaerwärmung, Atomkrieg und durch Gentechnik hergestellte Viren könnten die Erde gefährden, warnt er.

Seine Botschaft: Die Menschheit müsse sich Ausweichmöglichkeiten im All schaffen für den Fall, dass es zu einer hausgemachten Katastrophe kommt. Gemeinsam mit dem russischen Milliardär Juri Milner plant er, eine Armee nur etwa briefmarkengroßer Raumschiffe auf eine 20-jährige Erkundungsreise zum Sternensystem Alpha Centauri zu schicken. "Früher oder später müssen wir zu den Sternen schauen."

Das Privatleben kam trotz seiner Forschungen nicht zu kurz: Hawking war zweimal verheiratet und hat drei Kinder. 30 Jahre lang war er mit seiner Jugendliebe verheiratet, die Ehe scheiterte. Später nannte seine Ex-Frau ihn einen Haustyrannen: "Sein Ruhm trug ihn aus dem Orbit unserer Familie." 1995 heiratete Hawking seine Pflegerin, die Verbindung hielt elf Jahre. In einem Interview mit der Zeitschrift "New Scientist" sagte er auf die Frage, worüber er jeden Tag am meisten nachdenke: "Frauen. Sie sind ein komplettes Rätsel." 

Ilona Kriesl/Silvia Kusidlo / DPA
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