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Angriffe auf Juden: Jeden Tag vier antisemitische Straftaten in Deutschland

Im Jahr 2017 gab es 1453 antisemitische Straftaten in Deutschland. Das sind im Schnitt vier pro Tag. 95 Prozent der Taten kommen von rechts.

Ein Jude steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Erschreckende Zahl: 2017 gab es 1453 antisemitische Straftaten in Deutschland

DPA

Schlechtes Zeugnis für : Hass gegen Juden bleibt hierzulande unverändert hoch – das geht zumindest aus der offiziellen Statistik zu antisemitischen Straftaten hervor. Angefragt hatte die Zahlen Bundestagsvizepräsidentin und Linken-Politikerin Petra Pau. Die Antwort der Bundesregierung liegt dem stern vor. 

Fast alle Straftaten kommen von rechts

Die antisemitischen lagen 2017 mit 1453 bei der Polizei registrierten Delikten in etwa so hoch wie 2016 (1468) und deutlich höher als in 2015 (1366). Das entspricht im Schnitt vier antisemitischen Straftaten pro Tag in Deutschland. Der Großteil judenfeindlicher Angriffe – 1377, also fast 95 Prozent – wurde im letzten Jahr von Straftätern aus dem rechten Spektrum begangen. Demgegenüber stehen nur 25 Straftaten – weniger als zwei Prozent – die Islamisten zugeordnet werden.

 Volksverhetzung dominiert 

Diese Dinge wurden angezeigt: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 28 Körperverletzungen, 160 Sachbeschädigungen, vier Mal Störung der Totenruhe, 19 Nötigungen oder Bedrohungen und mehr als 200 Propagandadelikte. Mit 900 erfassten Straftaten macht Volksverhetzung allerdings den mit Abstand größten Anteil aller Delikte aus. Da bei weitem nicht alle Straftaten angezeigt werden, könnte die Zahl sogar noch höher liegen. So äußerte sich auch Linken-Politikerin Petra Pau, die die Zahlen bei der Bundesregierung angefordert hatte, im "Tagesspiegel": "Die Dunkelziffer dürfte beträchtlich höher sein."

"Importierter Antisemitismus" in Deutschland? Nein!

Die Zahlen belegen vor allem, dass antisemitische Straftaten nach wie vor überwiegend von rechts kommen. Spätestens seit Muslime 2017 bei einer Anti-Israel-Demonstration zwei israelische Flaggen verbrannten, ist in Deutschland eine neue Diskussion über "importierten Antisemitismus" durch Flüchtlinge aus muslimischen Ländern entbrannt. CDU-Politiker Jens Spahn, aber auch die AfD haben die Debatte angeheizt.

Die aktuellen Statistiken der Bundesregierung zu antisemitischen Straftaten lassen diesen Schluss allerdings nicht zu. Sie zeigen deutlich, dass Antisemitismus hierzulande in erster Linie ein Problem von rechts ist.

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hh