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Satiremagazin: "Baby-Hitler töten!" - Verfassungsschutz untersucht "Titanic"-Bild

"Endlich möglich: Baby-Hitler töten!", beschriftet das Satiremagazin "Titanic" ein im Internet veröffentlichtes Bild des ÖVP-Politikers Sebastian Kurz aus Österreich. Dort ermittelt jetzt der Verfassungsschutz.

Er wurde zur Zielscheibe des Satiremagazins "Titanic": Sebastian Kurz von der Österreichischen Volkspartei.

Er wurde zur Zielscheibe des Satiremagazins "Titanic": Sebastian Kurz von der Österreichischen Volkspartei.

Dem deutschen "Titanic" steht möglicherweise juristischer Ärger ins Haus: Grund ist ein auf der Webseite der Zeitschrift und auf deren Präsenzen in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Bild, das den derzeitigen österreichischen Außenminister Sebastian Kurz zeigt - verbunden mit einem auf den Politiker gerichteten Fadenkreuz und der Beschriftung: "Zeitreise in Österreich - Endlich möglich: Baby-Hitler töten!"

Kurz gilt nach der Wahl am als heißester Anwärter auf den Kanzlerposten bei unseren südlichen Nachbarn.


Kritik an der "Titanic" in den sozialen Netzwerken

Satire hin oder her, das Bild finden beileibe nicht alle lustig. In den sozialen Netzwerken prasselt Kritik auf die "Titanic"-Redaktion ein:


Auch österreichische Medien reagierten empört: "Unfassbar: Satiremagazin ruft zum Mord an Kurz auf!", titelt etwa das Boulevardblatt "Kronen-Zeitung", "Skandal", schreibt "oe24".

Inzwischen haben sich auch österreichische Behörden in die Diskussion eingeschaltet. Die Wiener gab via Twitter bekannt, dass sie den Sachverhalt "an die zuständige Stelle" weitergeleitet habe.


Auf Anfrage des stern teilte die Behörde mit, dass das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung zuständig sei. Es werde immer dann tätig, wenn politische Funktionsträger gefährdet sein könnten und werde prüfen, ob eine Gefährdung oder eine Straftat vorliegt. Gegebenenfalls werde man - auch in Zusammenarbeit mit deutschen Behörden - notwendige Schritte einleiten, so ein Wiener Sprecher. Welcher Straftatbestand und welche Folgen in Frage kämen, konnte er nicht sagen.

Partei von Sebastian Kurz äußert sich nicht

Sebastian Kurz' Österreichische Volkspartei wollte sich zu der Veröffentlichung der "Titanic" zunächst nicht äußern.


Es ist nicht das erste Mal, dass die "Titanic" mit ihren Veröffentlichungen provoziert und Ermittlungen der Behörden auf sich zieht. Zum Beispiel bekamen die Satiriker 2012 zunächst juristischen Ärger, nachdem sie ein Bild von Papst Benedikt XVI. mit in Hüfthöhe gelb befleckter Soutane und dem Titel "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!" veröffentlichten. Der Vatikan zog seine erwirkte einstweilige Verfügung gegen das Magazin jedoch wieder zurück.

Wie die Prüfung der österreichischen Behörden in dem aktuellen Fall ausgeht, ist noch ungewiss. Bei den Frankfurter Satirikern wartet man in der Angelegenheit auf die nächsten Schritte: "Bislang hat sich das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung nicht bei uns gemeldet. Wahrscheinlich ermittelt es noch, was die 'Titanic' eigentlich ist", sagte Chefredakteur Tim Wolff dem stern. "Wir sehen den Ermittlungen mit Geduld und Gelassenheit entgegen."


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